Veröffentlicht: 06.12.2010 Eingereicht von: Eckhard Dorner
Kann mir jemand sagen, welche Funktion dieser massiver Turm an der Elbüberquerung (A 9) bei Vockenrode hatte? Ein ehemaliger Wachturm? Oder ein Pegelturm?
einestages-Leser lösten das Rätsel: Der Turm war ursprünglich im Reichsautobahnkonzept mit einer offenen Besucherplattform vorgesehen, wurde aber nicht wie geplant fertiggestellt. Zu DDR-Zeiten waren an diesem Turm westdeutsche Werbeplakate, wie zum Beispiel der berühmte Werbespruch "Plaste und Elaste als Schkopau", angebracht - für Reisende auf dem Weg Ost-Berlin. Der Aussichtsturm sollte eine offene Plattform haben, um auf die Elbe, nach Dessau und Wörlitz sowie auf die Kraftwerke Vockerode und Zschornewitz blicken zu können.
Hallo
Im Reichsautobahnkonzept war vor diesem Turm ein Parkplatz, wie heute noch zu erkennen ist, wenn man davor steht. Dieser Turm wurde ursprünglich mit einer offenen Besucherplattform geplant. Wurde dann aber nicht wie geplant fertiggestellt!.
Zu DDR zeiten waren an diesem Turm Westdeutsche Werbeplakate für Leute die nach Ostberlin wollten.
LG
Daniel aus Köln
Herr Steinke hat es im Grunde korrekt beschrieben: Im Reichsautobahnkonzept sollten Parkplätze an schönen Orten sein. Teilweise erkennt man diese Orte noch heute: A9 Hagenbrücke im Fläming, NW-Seite. Oder A8 Chiemsee.
Auf dem Foto ist konkret zu sehen: Von Berlin aus blickend auf die Elbbrücke Vockerode A9. Der Turm sollte eine offene Plattform haben um auf die Elbe sowie nach Dessau und Wörlitz sowie auf die Kraftwerke Vockerode und Zschornewitz zu schauen. Vor dem Turm war der Parkplatz. Diesen gab es zur DDR-Zeit noch, allerdings nicht öffentlich. Am Parkplatz befand ich ein Kiosk, es gab auch eine Abfahrt; auch nicht öffentlich. Das war ein Stützpunkt der Autobahnpolizei. - Am Turm sieht man noch hervorspringende Steine; vermutlich für ein Wappen. Das Dach kam zur DDR-Zeit auf den Turm. Auf der im Foto abgewandten Seite war der berühmte Werbespruch "Plaste und Elaste als Schkopau" angebracht.
Vielen Dank Herr Steinke und Herr Fischer. jedesmal wenn ich daran vorbeifuhr hat mich "dieses Dingens" zum grübeln gebracht :-)
Grüße vom Bodensee
eckhard w. dorner
Der Turm ist übrigens wie die dazugehörige Elbbrücke von Paul Bonatz entworfen worden (http://de.wikipedia.org/wiki/Paul_Bonatz).
Der Mann ist gerade wieder im Gespräch durch den ebenfalls von ihm
entworfenen Hauptbahnhof in Stuttgart, der gerade abgerissen werden soll.
Und noch ein kleiner Hinweis: Der zum geflügelten Wort gewordene Werbespruch "Plaste und Elaste aus Schkopau", über den wir (West-)Berliner uns beim "Transit" jedes Mal erfreuten, wurde abmontiert und befindet sich heute im Deutschen Historischen Museum in Berlin.
Für Westberliner bedeutete dieser Turm: Noch eine Stunde bis nach Hause. Und das geht mir noch immer so, wenn ich daran vorbei fahre.