Veröffentlicht: 11.04.2011 Eingereicht von: Detlef Lorenz
Der Mann auf diesem Miniaturgemälde heißt Johann Christian Kern (1768-1842). Das steht, ebenso wie seine genauen biografischen Daten in alter Handschrift, auf der Rückseite. Das "Sangerhäuser Kreisblatt" vom 19. Februar 1842 bestätigt das. Die Zeitung gibt sogar an, dass Kern "Kürschnermeister und vormaliger Holzhändler" gewesen sei.
Aber was hält er in den Händen? Es ist ein schwarzes, gebogenes "Ding", anscheinend mit Rillen, darauf vier helle (goldene?) kleine Kugeln. Hat der Gegenstand vielleicht etwas mit seinen Berufen zu tun?
Bemerkenswert ist, dass das Gesicht in die Miniatur einmontiert worden ist. Das könnte darauf hindeuten, dass ursprünglich ein anderer Mann zu sehen war.
Ist das vielleicht eine Vorrichtung zum Präsentieren bzw. Aufbewahren von Goldkörnern? Hier ein Vergleichsbild: http://media.news.de/resources/thumbs/74/be/855069439_800x600/ee75df942493a76a6db0e882b145.jpg
Aufgrund seines Berufes würde ich sagen, dass es sich um ein Kürschnermesser handelt, welches von der Form her dem ähnelt, was der Abgebildete in Händen hält.
Kürschnermesser erscheint mir doch sehr unwahrscheinlich. Wenn man bei Wikipedia unter "Kürschner" sucht, findet man dort Abbildungen verschiedener Kürschnermesser. Keines davon hat auch nur eine entfernte Ähnlichkeit mit dem Objekt, das der Mann in der Hand hält. Herzlichen Dank aber, dass Sie sich für das Bild interessiert haben.
Goldkörner scheint mir schon eher möglich. Andererseits: Warum sollte sich ein Kürschner und Holzhändler im kleinen Sangerhausen und in der bürgerlich-bescheidenen Biedermeierzeit mit Goldkörnern präsentieren? Ich kann mir (noch) nicht recht vorstellen, dass das die Lösung ist.
Also ich würde sagen das es sich um ein Portefeuille oder Portemonnaie aus schwarzem Leder hält.
Die Art und Weise, wie Johann Christian Kern das Objekt präsentiert, lässt vermuten, dass es sich um etwas Wertvolles handelt. Ein Kürschnermesser würde man so wohl nicht in der Hand halten. Goldkörner auf einem gebogenen Objekt zu präsentieren ist auch nicht sehr wahrscheinlich. Die "Goldkörner" sehen mehr nach (Messing)Knöpfen zum öffnen des Objektes aus. Zwei Klappen, mit Öffnung nach links und rechts. Eine gebogene Geldbox etwa, um diese in Gürtelnähe zu befestigen und zu tragen. Kern könnte sich damit als Mäzen präsentieren wollen, oder einfach nur als erfolgreicher Kaufmann. Nebenbei: Das Objekt wurde offensichtlich im Zusammenhang mit der ursprünglich abgebildeten Person gemalt. Ich vermute hier eine andere Person, da der ursprüngliche, größere Kopf mit langen Haaren gemalt wurde.
der gegenstand sieht meines erachtens aus wie eine gürtel-schließe aus Leder, die "goldenen" Knöpfe dienen dazu,den gürtel auf das bestimmte Maß zu bringen,indem sie in vorgestanzte löcher eingedrückt werden-was auch heute noch an Militär-koppelgürteln gehandhabt wird- zu jener Zeit aber ein durchaus innovativer schließmechanismus.
Aber das ist nur eine vermutung von mir-belegen kann ich das leider nicht-aber der gedanke erscheint mir logisch.
LG.
Mich erinnerte das "Ding" in seinen Händen auf den ersten Blick an ein Zählbrett oder Münzbrett, ähnlich unseren modernen Geldkassetten mit Münzfächern, in denen man die Münzen nach Wert sortiert (http://de.wikipedia.org/wiki/Z%C3%A4hlbrett). Vielleicht war der "Vorgänger" des Johann Christian Kern ein reicher Kaufmann?