Veröffentlicht: 18.06.2010 Eingereicht von: Philine Gebhardt
"Einen Augenblick, ich verbinde", sagte das "Fräulein vom Amt" am anderen Ende der Leitung. Heute gibt es keine Telefonvermittlerinnen mehr - wie so viele Berufe, wie Schriftsetzer, Parkplatzwächter, Tankwarte, Korbflechter oder Programmansagerin. Die meisten Tätigkeiten fielen dem Fortschritt zum Opfer. Nur manche alte Handwerksberufe haben überlebt, führen allerdings meist ein Nischendasein und lediglich ein elitärer Kreis von Kunden kann ihre Dienste heute noch in Anspruch nehmen.
Erinnern Sie sich noch an den Milchmann oder daran, wie der Scherenschleifer nach Hause kam? Kennen Sie Unternehmen, die ihre Arbeiter durch Maschinen ersetzt haben? Oder arbeiteten Sie früher vielleicht selbst als Straßenbahnschaffnerin, Parkplatzwärter oder Kino-Platzanweiser - in Berufen, die mittlerweile verschwunden sind?
Dann zeigen Sie uns Ihre Fotos und erzählen uns Ihre Geschichten! Helfen Sie mit, an Berufe zu erinnern, die es heute nur noch selten oder gar nicht mehr gibt. Welche fallen Ihnen ein?
Zwei Jahre bevor die Bildschirme farbig wurden, begann ich meine Lehre zum Radio- und Fernsehtechniker. Doch bevor ich als Lehrling damals noch unser Stift an die Geräte durfte, hatte der Meister den Antennenbau gesetzt, getreu dem Motto: Lerne ein Handwerk von der Pike auf; - und nicht nur seine Tricks! Ich fuhr also mit dem höher gestellten Lehrling mit zum Antennenbau. Wir waren immer froh, wenn wir die Antennen auf dem Dachboden installieren konnten. Noch schöner war es, wenn wir das Koaxkabel durch einen stillgelegten Schornsteinschacht ins Wohnzimmer führen konnten. Die figilinsche Angelegenheit war dann das Ausrichten der Antennen auf die Sender. (in Bremen Kanal 22 für das erste Programm und Kanal 32 und 42 für das Zweite und Dritte. Mehr gabs derzeit nicht.) Bei schlechter Ausrichtung zeigten die Bilder Schatten, waren die Antennen total daneben gedreht, kam es zu sogenannten Geisterbildern; - d.h. die Bilder erschienen mehrfach schwächer werdend auf dem Bildschirm. Es musste immer einer oben die Antenne millimeterweise drehen bis der Kollege unten Gut so! schrie. Die Endabnahme absolvierte natürlich der Kunde, und der Grad seiner Zufriedenheit äußerte sich im Trinkgeld.
Mein erster Antennenbau in eigener Regie endete fast in einem Desaster. Mein Chef gab mir eine Adresse in der Nähe des Güterbahnhofs und Erich, unseren neuen Lehrling mit. Erich war mindestens zehn Jahre älter als ich, gelernter Binnenschiffer, irgendwie verunglückt, hatte seit dem ein steifes Bein und deshalb eine Umschulungsmaßnahme zum Radio- und Fernsehtechniker bekommen.
Beim Kunden angekommen warf ich zunächst einen fachmännischen Blick auf die Antennen in der näheren Umgebung und wunderte mich, dass auf fast jedem Dach eine Antenne saß. Als bekennender Dünnbrettbohrer baute ich die Antennen mit Erichs Hilfe natürlich unter das Dach zumal die Sendemasten vom Dachfenster aus zu sehen waren. Der Kunde war hochzufrieden und ein Besucher aus der Nachbarschaft meinte: Junge, was hast du für ein klares Bild. Da können wir doch am Wochenende das Werderspiel bei dir sehen! Dieser Vorschlag löste bei meinem Kunden Begeisterung aus und er versprach schon mal das Bier zu beschaffen.
Doch das Donnerwetter meines Chefs am nächsten Morgen traf mich hart. Der Kunde hatte angerufen und behauptet, überhaupt kein Bild gesehen zu haben; - auf dem Bildschirm tobte ein einziges Schneegestöber. Da konnte doch nur jemand am Fernseher den Antennenstecker abgezogen haben, oder ein Spaßvogel hatte, wie es kürzlich geschehen war, eine alte Zinkbadewanne über die Antennen gestülpt! Ich fuhr also nochmal hin und war genauso erstaunt wie der Kunde, denn der Fernseher zeigte uns gestochen scharfe Bilder auf allen drei Programmen. Ja, natürlich, sprach der Kunde, tagsüber ist alles in Ordnung, aber kommen sie mal abends zu mir! Da ist gar nix zu sehen! Das habe ich ihrem Chef auch schon erzählt. Außerdem kommen ein paar Kumpels aus der Nachbarschaft um das Werderspiel am Sonntag zu gucken. Das Bier steht schon kalt! Sonntag muss der Apparat in Ordnung sein!
Das Bier für das Werderspiel war in Bremen gebraut, der Fernseher war in Bremen gebaut, bei unserer Firma gekauft, die Antenne hatte ich gebaut; - es blieb mir nichts anderes übrig, als lange nach Feierabend mit meinem Moped hinzufahren und mir das anzusehen. Der Kunde hatte tatsächlich recht. Schneegestöber. Da konnte sich doch nur ein Witzbold einen ähnlichen Scherz erlaubt haben, wie derzeit die Nummer mit der Badewanne. Also nochmal auf den Dachboden, aber was die Antennen betraf, war alles in Ordnung. Lediglich ein Kesselwagen der Bundesbahn, grau wie meine Gemütslage, stand auf dem leicht erhöhten Abstellgleis in der Nähe des Hauses und verwehrte mir den Blick auf die Sendemasten und den Antennen jegliches Signal von den Fernsehsendern. Da half alles nix, am nächsten Tag stiegen wir dem Kunden aufs Dach und setzten die Antennen ein Stück höher, damit sie fortan über die Kesselwagen gucken konnten. Daran, wie das Werderspiel ausgegangen ist, kann ich mich allerdings nicht erinnern
Gegen Ende meiner Lehrzeit zum Radio- und Fernsehtechniker erschienen die ersten Farbfernseher in den Schaufenstern der Einzelhändler. Die Geräte waren irre Schwer und sauteuer. Sie mussten bei Aufstellung beim Kunden stets vor Ort eingestellt werden, z.B. Konvergenz und Farbreinheit. Etwas schwer taten sich die zumeist älteren Kunden mit dem sogenannten Geschmacksregler, den die meisten Geräte derzeit noch hatten. Mit diesem Regler ließ sich das Bild etwas rot- oder blaubetont einstellen. Als besonderer Service fuhr nach etwa einer Woche ein ausgebildeter Techniker nochmal zum Kunden, erklärte das Gerät nochmal und stellte einige Kleinigkeiten nach. Nach einem Lehrgang war das vielfach mein Job. Der Farbintensitätsregler war bei meiner Ankunft meistens mächtig aufgerissen, sodass die Bildschirme so bunt waren, wie die Bonschen in einer Tüte; - schließlich wollte man die Farben, für die man teuer bezahlt hatte, auch sehen.
Meine erste Aufstellung eines Farbfernsehgerätes in eigener Regie war an einem Sonnabend kurz vor Feierabend. Der Kunde lebte in einer Parzelle in der Nähe der Mülldeponie, und mein Chef ordnete an, das Gerät wieder mitzunehmen, sollte der Kunde nicht bezahlen.
Die Parzelle des Kunden sah tatsächlich so aus, als hätte sie sich noch nicht entschieden, sich in die Müllhalde zu integrieren oder weiterhin als Schandfleck der Kleingartenkolonie zu existieren.
Bei diesem Anblick vertieften sich die Sorgenfalten auf der Stirn meines Kollegen, der zum Tragen mitgekommen war, und der in Gedanken bereits bei seinem Feierabendbier saß.
Wir schleppten das Gerät trotzdem rein. Der Kunde wirkte auf mich wie der unterbeschäftigte Privatdetektiv in den schönen Schwarz-Weiß-Krimis, in denen er zu Anfang ebenso verkatert wie unrasiert aufwacht und dann von einer schönen Frau angerufen wird. Aber da war kein Telefon und auch kein Schreibtisch mit einer Flasche Whisky in ihm auf dem ein Telefon hätte stehen können; - nur ein abgewetztes Trenchcoat hing an einem rostigen Nagel in der Wand neben einem abgewetzten Ledersofa, auf das sich der Kunde stöhnend niederließ und auf des Vertiko gegenüber zeigte. Das Vertiko wiederum erweckte den Eindruck, als hätte jemand mit wenig Talent an seiner Marketerie schnitzen geübt und die Vollendung seines Werkes den Holzwürmern überlassen.
Trotzdem stellten wir den Fernseher drauf. Während ich die erforderlichen Einstellungen vornahm, erzählte Kollege Erich, der ehemalige Binnenschiffer, dem Kunden, wie er mal in einem Schubverband gefahren war und sich einer der Leichter selbständig gemacht hatte und querab zu treiben drohte. Diese Geschichte hatte ich schon öfter gehört, aber diesmal dauerte sie etwas länger und zwar solange, wie ich brauchte, den Farbfernseher wunderbar einzustellen.
Der Kunde zeigte sich sehr angetan von meiner Arbeit und Erichs Erzählung, griff in des Trenchcoats Innentasche und zog ein Bündel Geldscheine heraus. Sodann überreichte er mir das Geld für das Farbfernsehgerät in bar und legte uns jedem noch eine Geige - die derzeit gängige Bezeichnung für einen Zwanzigmarkschein - drauf.
Für ein Feierabendbier. Drehen sie mir bitte den Ton etwas lauter und machen sie die Tür bitte fest zu, wenn sie gehen.
Sehr erleichtert kamen wir dieser Bitte nach und Erich wollte nun sein Feierabendbier zu sich nehmen. Zu diesem Zweck entführte er mich auf dem Heimweg in eine etwas extravagante Hafenkneipe, die er zu früheren Zeiten oft und gerne aufgesucht hatte. Inmitten verwegen dreinblickender Binnenschiffer fühlte Erich sich dort wohl, ich jedoch ein wenig deplaciert, zumal ich fast viertausend Mark in der Tasche hatte. Nach einem Pott Kaffee fuhr ich nach Hause und war froh, als ich meinem Chef am Montag das Geld für den Farbfernseher komplett auf den Tisch legen konnte.
War was Besonderes?, fragte mein Chef.
Nö. Alles ganz normal.
Schließlich gönnt man sich ja sonst nix; - besonders wenn man einsam und etwas abgelegen von der großen Stadt lebt
Der letzte Kumpel auf Grube Reserve in Nothberg. Er wohnt in Nothberg, in einem kleinen Haus, welches extra für Mitarbeiter gebaut wurde. Im Ort sind Straßennamen mit der Kohle und dem Abbau verbunden. Zum Beispiel Pumpe, Pümpchen, Konkordiastraße, Konkordiaweg, Grachtstraße, Hundsgracht, In der Gracht, Kunstschacht, Zechenstraße, Zentrum. Um die Jahrhundertwende wird die erste Steinkohle auf der neuen Grube Reserve" gewonnen. Schon bald arbeiten unter Tage 700 Mitarbeiter in der Grube. Der "Eschweiler Bergwerksverein" prägt eine ganze Region. Tausende Menschen finden Brot und Arbeit. Bergleute erhalten zusätzlich zum Lohn eine gewisse Menge an Deputatkohlen, eine Naturalleistung die bei ihnen halt aus Kohle besteht. Die Armen der Region finden indes im Stadtwald eine schlechtere Kohlenqualität direkt unter der Erdoberfläche. Restlöcher, sogenannte Pinge sind noch heute dort zu finden. Die Männer mit den schwarzen Augenrändern verdienen ganz gut, wer da unten einen Job hat, ist meist gut dran. Mit besonderer Sorgfalt werden Stollen mit gutem Nadelholz ausgebaut. Was heute mit Hydraulik erledigt wird, das stemmten diese Männer mit Muskelkraft und schweren Hämmern. Der Abbau der Kohle verläuft nicht immer ohne Unfälle. Schlagende Wetter" fordern Tote und Verletzte. Am 21. Februar 1931 finden mehr als 30 Bergleute bei einer Schlagwetterexplosion den Tod. Eine bewegende Trauerfeier findet in der Eschweiler "Schützenhalle" in der "Marienstraße" statt. Schlagende Wetter sind das größte Sicherheitsrisiko in der Grube. Bei einem gewissen Mischungsverhältnis von Grubengas "Methan" und Luft besteht Explosionsgefahr. Durch eine gute Grubenbelüftung und die Vermeidung von Entzündungsmöglichkeiten versucht man diese Schlagwetterexplosionen zu verhüten. Dann kommt der Zweite Weltkrieg. Er bringt die gleichen Probleme wie bereits der Erste Weltkrieg. Bergarbeiter, auch welche auch aus unserer weiteren Familie, müssen an die Front. Sie sollen durch Kriegsgefangene ersetzt werden, was aber nur bedingt funktioniert. Durch diese Maßnahmen kann aber die Förderung in einem erträglichen Rahmen aufrecht erhalten werden. Nachdem die Kriegsfront aus westlicher Richtung immer näher an das Aachener Revier gelangt, wird im September 1944 die Förderung der Kohle eingestellt. Es bleibt nur eine Notbesatzung welche nötig ist, um die Wasserhaltung aufrecht zu erhalten. Ein Mitglied der Familie ist mit bei dem Trupp. Am 28.09.1944 kommt es zu einer folgenschweren Bombardierung, die das Ende der Grube bedeuten wird. Bei diesen Angriffen wird das Kesselhaus der Grube zerstört Da aber das Kesselhaus den Dampf für die Fördermaschinen liefert, ist es den verbliebenen Bergleuten der Grube nicht mehr möglich, die Pumpen auf der 600 m Sohle zu erreichen. Der gewaltige Wasserzufluß lässt die Grube innerhalb weniger Tage bis fast zur Oberfläche voll laufen. Die Grube ist nicht mehr zu retten, ihr Ende damit besiegelt. Das Geschenen in der Grube versetzt eine ganze Region in Entsetzen. Den größten Arbeitgeber gibt nicht mehr. Die Entwicklung und weitere Veränderung der Arbeitsstellen in der Umgebung von Eschweiler geschieht lautlos. Ein solches Geschehen vergleiche ich gerne mit einer Tasse Kaffee auf dem Tisch. Das Getränk wird kälter, ohne, dass dies jemand sieht. Die kleinen Häuschen, gebaut für Bergleute, sind nach Um- und Anbauten schicke Wohnstätten geworden. Wohnraum für fleißige Handwerker. Meinen Verwandten deckt schon lange der grüne Rasen
Wenn ich hier von einem Handwerker im eigentlichen Sinne berichten wollte, müsste ich hier schon Schluss machen. Er, nennen wir ihn einfach Otto, stammt aus wohlhabendem Hause, besucht aus familiären Gründen Schulen in Belgien, den Niederlanden und Deutschland. Unstet und rastlos, aber immer zielgerichtet, macht er dann einen Abschluss, ähnlich dem deutschen Fachabitur. Ob die Lehre als Elektro-Feinmechaniker der Einstieg in einen Wunschberuf ist, weiß er selber nicht. So fährt Otto jeden Morgen bei Wind und Wetter den Weg von seinem Heimatort zum Meister. Jede Strecke 12 km und das mit dem Rad. Nach drei Jahren legt er die Gesellenprüfung ab und wird arbeitslos. Doch er lässt sich nicht entmutigen und beginnt sofort eine Lehre im Bäckerhandwerk. Drei Jahre später, wieder dasselbe Spiel, er legt die Gesellenprüfung mit besten Noten ab. Dann wird er wieder arbeitslos. 1936 wird Otto Berufssoldat. Mit den Vorkenntnissen als Elektro-Feinmechaniker und intensiven Schulungen tritt er Anfang der 40 er Jahre zu einer Prüfung als Geselle im Kraftfahrzeug-Handwerk an. Nun hat er drei Gesellenbriefe. Beim Militär fungiert er als Schirrmeister. Ende des Krieges kommt er in amerikanische Kriegsgefangenschaft als noch Raucher. Das Laster gewöhnt er sich schnell ab und braucht seine Rauchwaren als Zahlungsmittel für Englisch Kurse. Der Krieg ist vorbei. Eine schulische und familiäre Odyssee liegt hinter ihm. Er spricht mittlerweile vier Sprachen, kann Schrauben und backen, aber alles ohne Begeisterung. Aber er hat sich ein starkes Durchstehvermögen selber erarbeitet. Aus seinem Aufenthalt im Internat erzählt Otto gerne folgende Geschichte. Er sitzt zum ersten Male im Internat am Mittagstisch. Der Kampf um die größten Fleischstücke ist hart. Otto, der diese Methoden aus seiner Familie nicht gewohnt ist, bekommt an den ersten Tagen daher keinen Brocken ab. Aber dann stößt er mit seiner Gabel "ohne Erbarmen" zu und das mit Erfolg. "Geht doch", sagt er. Wieder ein Lehrstück bewältigt. Die Meisterprüfung im Kfz-Handwerk folgt bald darauf. Sein Wunsch ist es, möglichst selbständig das Leben für sich und seine Familie zu gestalten. Den Krieg haben alle mit materiellen Verlusten überstanden, aber ohne Schaden an Leib und Leben zu erleiden. Sein Wahlspruch ist: Wo eine Türe zuschlägt, suche ich solange, bis ich eine gefunden habe, die aufgeht. Der Kontakt zu Schrauben bleibt bestehen, er bewegt sie weiter. Aber nicht mit dem Schraubendreher sondern er verschiebt sie in großen Mengen über den Schreibtisch. Er bekommt Kontakte zu Firmen die gebrauchte Teile in riesigen Mengen anbieten. Hier gilt es, diese aufzuarbeiten und sie dann als zweite Wahl preiswert auf den Markt zu bringen. Ein moderner Second hand Handel entsteht, damals noch eine Novität. Otto wird kaufmännischer Vollprofi. Er besucht Händler, die diese Ware auf Lager haben, schnell erkennt er, wo "sein Geld" liegt. Ohne eine Miene zu verziehen, kauft er ganze Regale auf, die Waggons füllen. Das gut verkäufliche Material wird aufgearbeitet, der Rest geht zurück in den Metallkeislauf. Für einige Teile erwirtschaftet er mehr, als er für das Ganze bezahlt hat. Das ganze Leben war so sein Ding, handeln und andere mit leben lassen
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Sie sind der Stolz und das Kapital eines jeden Gerüstbauers, die Leitern. Der Begriff Leiter kommt aus dem althochdeutschen: leitara lehnen, die Angelehnte. Sie ist ein Gerät mit Sprossen zum Hinauf- und Hinabsteigen, die links und rechts in zwei Holme eingepasst sind. Die Holme der Leitern bestehen aus Nadelholz, während die Sprossen aus heimischen Harthölzern gefertigt werden. Mein Vater war von kleiner Statur, höchstens 1,65 m groß. In frühester Jugend habe ich ihn verloren, er stürzte von einem Holzgerüst aus 12 m Höhe. Es kann sein, dass Dinge die man sehr früh verloren hat, glorifiziert werden. Aber Fakten sprechen eigentlich dagegen. Seine Hände waren mit dem Ein,- und Abrüsten gewachsen, konnte daher richtig zupacken. So nahm er eine 12 m Leiter, stellte sie unten an eine Wand, um sie dann mit Nachdrücken Stufe um Stufe solange nach zu oben hieven, bis diese senkrecht an einer Wand stand. Dann konnte er diese aufrecht balancierend durch ein Kirchenportal tragen. Ein Hasenfuß war er nicht, wäre es einmal besser gewesen
..Eigentlich war er kein gelernter Gerüstbauer. Erst seit 1990 ist die Sparte Gerüstbau auch Lehrberuf. Zu diesem Gewerke kam er in der Mitte der 40 er Jahre, um Gerüstkosten zu sparen. Mit seinem Tross, bis zu 10 Gesellen und zwei Lehrlingen, erledigte er Malerarbeiten in der ganzen Stadt, in der es nur einen Gerüstbauer gab. Der hatte das Monopol auf Gerüstbau und kalkulierte entsprechend. Bald lagerten auch bei Philipp die verschiedensten Leiterlängen. Alle waren aus ausschließlich sorgfältig ausgewählten heimischen Hölzern gefertigt. Das verwendete Holz war bis zur Verarbeitung bis zu einem Jahr an der Luft getrocknet. Dieser langsame Trocknungsprozess gewährleistete den hohen Qualitätsstandard. Holzleitern sind bis heute der Klassiker unter den Leitern. Diese sind allerdinge nicht mehr mit den alten Exemplaren zu vergleichen, die nach Jahren anfingen zu wackeln und bei denen sich die Sprossen lösten. Die modernen Holzleitern entsprechen den neuesten Anforderungen und sind so stabil gebaut, dass sie fast so lange halten, wie Aluminiumleitern. Die Holm-Sprossen-Verbindung der heutigen Holzleitern ist fast unlösbar. Vierkantzapfen und gute Kleber sorgen für eine gute Haltbarkeit. Bei den meisten Holzleitern sind die Bauteile unverändert, die Holme aus Nadelholz und die Sprossen aus Buche. Auf unserem Gerüsthof lagerten aber nicht nur die Leitern in verschiedensten Längen. Da gab es die Traversensysteme; Schrauben in Übergrößen; Schlaghaken um Leitern mit Seilen daran zu befestigen; Seile, dicke und dünne, lange und kurze; Holzbohlen in Längen bis zu 5 m ? Besonderen Mut musste der Rüster haben, der den Anfang eines Gerüstes machte. Leiter anlehnen, hochklettern, Haken in die Wand treiben, mit einem Seil einen Holmen festbinden, runter kommen, Leiter bis zum rechten Winkel drehen, fertig. Dann an der zweiten Leiter dasselbe noch Mal. Die ersten Traversen wurden befestigt und Bohlen folgten nach oben. Wenn ungeübte Menschen zugesehen haben, konnte denen schwindelig werden, obschon sie noch ganz unten standen
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Der Macher, eventuelle Ähnlichkeiten mit noch agierenden Machern wären rein zufällig und ungewollt. Wie er an den Posten Ende der 70 er Jahre kam, preiswerte Konsumgüter in großen Mengen in leitender Position zu vertreiben, weiß keiner ganz genau. Nur ganz wenige haben das überhaupt durchschaut. Aber heute war er halt der Business man im Hause, so nannte er sich übrigens selber. Ein Teil der Kunststoffprodukte für den Haushalt wurden auf sein Geheiß im Werk konfektioniert, viele Dinge entstanden im eigenen Spritzverfahren. Im Außendienst sollten mehrere Mitarbeiter die kleinen Mengen verteilen. Ab ca. 500 Karton pro Auftrag waren sie nicht mehr zuständig. Den gesamten Mitarbeiterstab sah man häufiger bei Tagungen als an der Verkaufsfront. Irgendwann kam der Major (auch ein Begriff von ihm) auf die tolle Idee, den AD. abzuschaffen. Muster per Post an die Kunden, diese mit guten Preisen ausstatten und dann nur noch im Büro die eingehenden Aufträge abarbeiten. Einige Tage später kam die erste Ernüchterung, denn von 3000 Sendungen kamen unter zehn Rückmeldungen, davon 2 Aufträge. Der Macher sah beim Außendienst die Gründe dafür, denn sie hatten bewiesenermaßen das Programm boykottiert. Also die ganze Prozedere mit noch besseren Preisen von vorn. In diesem zweiten Versuch kamen noch weniger Rückmeldungen ins Haus. Fazit vom Macher unsere Produkte sind Spitze, der AD. ist ganz mies und die Kunden haben die Zeichen der Zeit nicht erkannt, basta. Mit dieser Aussage im Kopf gehen die Verkäufer nicht gerade motiviert an die Arbeit, dafür aber in jede noch so kleine Hütte. Die Provision kommt ja nicht von alleine zum Grundgehalt. Das ruft den Großhandel auf den Plan, Werksvertreter in den Haushaltsabteilungen seiner Kundschaft, undenkbar. Ein Kompromiss wird mit einem sehr Großen der Nation getroffen. Der sieht vor, der Macher nennt die 10 besten Produkte, von diesen werden wirklich Riesenmengen für Mini- Sonderpreise gefertigt und angeliefert. Damit bahnt sich ein weiteres Fiasko an, die Produkte fließendort nicht ab. Der Besteller bezahlt die Ware nicht, fühlt sich über das Tisch gezogen. Mit Containern kommen die Lieferungen ans eigene Lager zurück. Besondere Aussage, alles entspreche nicht dem archivierten Muster. Die extra eingelegten Eigenetiketten müssen runter, neutrale wieder drauf, das kostet ein Vermögen. Nun soll der eigene AD wieder auf den Plan, er soll es bittschön richten. Lange Rede, kurzer Sinn, diese Firma gab es bald nicht mehr. Für den Macher wurde die Luft auch dünn, in der Haushaltwarenbranche lächelte man über den Luftikus. Es gab für den Business man nichts mehr zu machen
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Es gab an jeden Freitag die Messdiener-Gruppenstunde. Wir gingen da hin, das war Ehrensache. Die wichtigste Frage galt es zu beantworten: Wer dient wann? so entstand der Messdienerplan. Dann noch die Rangordnung am Altar: Wer steht wo und in welcher Funktion. Irgendwann hatte auch ich mich hochgedient, oder war im Altardienst nur älter geworden. Ab Ostern 1950 war ich ein Akolyth, ein Messdiener der eine Kerze tragen durfte, wurde so zum akoluthos = griech. dem Begleiter. Das aber wollte ich gar nicht, wollte Navikular werden, einer der das Weihrauchschiffchen tragen darf. Die nächste Stufe wäre der Posten eines Thuriferar, gewesen, der mit dem Schwenkelpöttchen, dem Weihrauchfass in den Händen. Aber daraus wurde auch nichts. Für beide Posten fehle mir die notwendige Würde und Reife, so die Aussage des Geistlichen. Damals konnte ich den Maßstab der Würde bei einem Pfarrer nicht ausmachen, heute könnte ich das. Als ich diese hätte haben können, war ich kein Messdiener mehr. Alles hat wie immer seine Zeit, manchmal verpasste ich sie auch? Von frühester Kindheit an, hat mich alles interessiert, was brennt und qualmt. Daher vielleicht die Nähe zum Weihrauch. Manche Weihrauchfässer sind sehr groß, werden in der Kirche an einem Gestell befestigt, oder hängen vom Deckengewölbe runter. Durch Ziehen an Ketten kann man diese Fässer weit im Kirchenraum schwingen lassen. Sehr bekannt ist das Weihrauchfass in der Kathedrale von Santiago de Compostela (Spanien). Der Begriff Weihrauch (von althochdeutsch wîhrouch: 'heiliges Räucherwerk'; zu "wîhen": 'heiligen', 'weihen') bezeichnet zum Räuchern verwendete Harze Olibanum sowie die Pflanzenarten, aus denen diese Harze gewonnen werden .(Anmerkung: Diese Begriffe habe ich natürlich dem Netz entnommen, habe also abgeschrieben) Die Bäume, von dem man Weihrauchharz enten kann, wachsen in Trockengebieten von Afrika und Indien. Das echte Weihrauchharz Olibanum wird vom Weihrauch-Baum gewonnen. In karger Landschaft gedeihen die Bäume bis zu einer Höhe von 1200 ü. NN. Ab März bis in den April rein beginnt die Weihrauchproduktion, sie kann mehrere Monate dauern. Dabei werden den Bäumen Schnitte an Stamm und Ästen zugefügt. Die Qualität der gewonnenen Harze wird mit Zeit immer besser und reiner. Die Ausbeute pro Baum liegt zwischen 3 bis 10 kg Harz. Sie hängt von Alter, Größe und Zustand des Baumes ab. Weihrauch-Harz wurde früher nicht nur für kultische Zwecke verwendet, es tat auch bei der Mumifizierung herausragender und vermögender Personen gute Dienste. Wobei wir wieder ganz nah am Menschen sind. Die Damen mögen mir diesen Schlenker verzeihen. Mit dem Harz des Olibanum lassen sich in der Parfümindustrie und in Kosmetikprodukten sehr schöne Duftnoten kreieren. Dieses Harz hat einen würzigen, leicht typischen Weihrauchduft. Es erinnert an Koniferen und Kiefern. Und daran erfreuen sie sich selber und betören die Männer
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Die Ölkrise hat 1980 Europa fest im Griff. Allen Widerwärtigkeiten zum Trotz wollen wir raus. Ein Flieger der TÜRK HAVA YOLLARI bringt uns vom Flughafen Frankfurt nach Istanbul. Wir landen 25 km südwestlich vom Stadtzentrum auf dem Flughafen IST. Die Stadt am Bosporus empfängt uns nicht besonders Gast freundlich, das Wetter ist eher garstig zu nennen. Auf der Fahrt in einem Großraumtaxi zum vermeintlichen Hotel erfahren wir, dass viele Hotels der Stadt geschlossen sind. Die Ölkrise zeigt ihre Spuren. Eine Reiseleiterin bringt uns in das Hotel BÜYÜK OTEL ANKA wo wir mehrere Gestrandete treffen. Nach Stunden schon bildet sich eine schöne Truppe, gebildet aus den verschiedensten Nationen und Berufen. An unserem Tisch nimmt ein Pilot Platz, am Nebentisch nicken mehrere Männer immer dann, wenn ihr angeblicher Anführer etwas Wichtiges zu sagen glaubt. Sie sind Außendienstler, die für erfolgreiche Arbeit belohnt werden. Für den nächsten Tag ist eine Bustour zu dem Großmarkt auf der asiatischen Seite der Stadt vorgesehen. Der Anführer vom Nebentisch lässt verlauten, dass weder er noch einer seiner Leute dort etwas kaufen werde. Sie seien gegen Marktschreier immun. Das Ergebnis am Abend ist eher anders, alle sind wie Esel beladen. Selbstüberschätzung oder türkischer Geschäftssinn waren voran gegangen. Am Abend zieht es uns an das Ufer vom Bosporus. An langen Tischreihen vorbei, auf den Platten aufgetürmt sind Köstlichkeiten der türkischen Küche. Nur eine Warnung der Reiseleitung hat uns vom Genuss der Leckereien abgehalten, angeblich seien die Speisen nicht nach deutschen Kriterien hergestellt worden. So haben wir uns mit einem mittelmäßigen Angebot im Hotel begnügt. Heute frage ich mich, bekam die Dame vom Hotel eine Provision? Einige Sehenswürdigkeiten mussten als Pflichtprogramm noch abgearbeitet werden. So zum Beispiel die Hagia Sophia, die Kuppelbasilika aus dem 6. Jahrhundert n. Chr. Diese Kirche ist heute ein Wahrzeichen von Istanbul. Das Wetter ist so schlecht, dass selbst mir, dem engagiertem Fotografen das Licht weg bleibt. Aber ohne einige Motive wollen wir die Reise nicht beenden. Wir sehen einen jungen Verkäufer, der einen Bauchladen vor sich herträgt. Angesprochen entpuppt er sich als deutschsprachiger Händler. Seine Sprachkenntnisse hat er sich in Mannheim angeeignet, am Dialekt erkennen wir den Landstrich sofort. Er ist dort geboren. Von ihm werden wir einige Fotos in Leporello Format kaufen. "Da er das nicht an Lager hat, wird er das schnell besorgen". Wir bekommen seinen Bauchladen umgehängt, der würde beim Einkauf nur stören. Minuten später kann er unseren Wunsch erfüllen. Auf der Rückseite der Karten hat den Preis durchgestrichen und seinen ungelenk daneben gekritzelt. Unser Kurztrip geht zu Ende, vom Hotel holt uns am Abend ein Taxifahrer ab. Auf der Bosporusbrücke geht ihm der Treibstoff aus, für uns wird die Zeit bis zum Abflug eng. So geht der Fahrer auf einen Kollegen zu, palavert kurz, dessen Gäste steigen aus, wir nehmen darin Platz und die Fahrt geht weiter zum Airport. Zum Bezahlen haben wir nur 50,00 DM, die der Fahrer nicht wechseln kann. Ein sehr hilfsbereiter Kiosk-Besitzer will das mit der Deutschmark erledigen, nimmt den Schein und verschwindet. Er kennt genau unseren Abflugtermin, braucht nur etwas Geduld um schnell 50,00 DM zu verdienen. Aber der Taxifahrer hat ihn durchschaut. Er durchkreuzt seine Pläne, in dem in den Kiosk steigt und beginnt ganz langsam Zigaretten auf die Theke zu legen. Das zaubert den Besitzer aus seinem Versteck, mit gewechseltem Deutschschein. Der zeigte sich sehr enttäuscht über das Verhalten seines Landmanns, wir hätten doch zusammen halten können
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Die Bockwindmühle im Freilichtmuseum Kommern. Es ist die Zeit der Miniröcke, zwar nicht immer eine Augenweide, aber es gab auch ästhetische Hinkucker. Ein Solcher hatte sich getraut auf die Windmühle in Kommern zu steigen. Der Aufstieg ging über eine sehr steile Treppe. Die Dame hat wahrscheinlich erst oben über die Einsichtmöglichkeiten von unten nachgedacht, oder jemand hat sie darauf aufmerksam gemacht. Nun stand sie oben kurz vor der Leiter und wartete auf Grünes Licht nach unten. Die meist jugendlichen, männlichen Besucher, wollten ihr dies partout nicht geben. Irgendwann trat sie bei Rotlicht die Rückreise zum Boden an. So souverän, dass es keiner mehr wagte, als Voyeur zu gelten. Dies bitte zum Einstieg in das Thema Mühle. Meine eigene Meinung zu Windmühlen war bisher sehr gespalten. Mühlen aus Holz konnten einfach so einfach in der Gegen stehen. Entdeckte ich aber Windräder in der schönen Eifellandschaft, wurde ich richtig wütend. Dabei hatte ich ganz vergessen, dass diese Hässlichkeiten uns mit neutraler Energie versorgen. Schöne Windmühlen wie von einst, aber mit Stromlieferung, wären der Hammer. Den Lehrberuf des Mühlenbauers gab es bis in die 1950 er Jahre in der Bundesrepublik, konnte damals auf eine lange Vergangenheit mit Tradition zurück blicken. Er baute nicht nur Mühlen, die sich in den Wind stellen, er konstruierte auch mit Zimmerleuten zusammen Wasserräder die über Radwellen Antriebe für mancherlei Gewerke lieferten. Mit dieser Kraft wurden ganze Sägewerke betrieben, dies über eine sogenannte Transmission (lat. trans hinüber und schicken) Am liebsten habe ich von der Mühle gelesen, die in einer Geschichte von Wilhelm Busch vorkommt. (
) letzter Streich: Max und Moritz wird es schwüle, denn nun geht es nach der Mühle.- Meister Müller, he, heran! Mahl er das, so schnell er kann! Her damit !! Und in den Trichter schüttet er die Bösewichter.- Rickeracke! Rickeracke! Geht die Mühle mit Geknacke. Weniger rabiat geht es bei der Nutzung der Windmühlen zum Mahlen von Getreide zu Mehl zu. Neben den Orten, wo Wasserkraft genutzt werden konnte, waren Windmühlen die einzigen Arbeitsmaschinen in der Geschichte der Menschheit. Bilder ganzer Landstriche werden heute noch in südlichen Ländern von Mühlen geprägt. Wer auf Mallorca mit dem Flieger gelandet ist, weiß was ich meine. Wie die Vielzahl der Mühlen ist auch ihre Nutzung. So gibt es Mahlmühlen, Ölmühlen, Pump- oder Schöpfwerkmühlen, Farbmühlen, Dampfmühlen, Rossmühlen, Tretmühlen, Handmühlen, um nur einige zu nennen. Vorhandene Mühlen wurden von den Landesherren unter den Mühlenbann gestellt. Die Bauern waren an eine Mühle gebannt. Sie durften ihr Getreide nur dort mahlen lassen. In Zusammenhang mit einem schlechten Wegenetz führte das zu lokalen Wirtschaftskreisläufen, in welche Mühlen eingebunden waren. Erst mit der Aufhebung des Banns war die Bevölkerung in der Lage, ihre Mühle selbst zu wählen. Im Jahre 1895 gab es im Deutschen Kaiserreich noch 18.362 Windmühlen und 54.529 Wassermühlen. Die 100 Jahre früher erstmals erbaute Dampfmaschine setzte sich langsam aber sicher durch. Windmühlen konnten damit nicht wirklich konkurrieren, ihre Verbreitung stark zurück. Das so genannte Mühlensterben setzte ein. Heute sind Gemeinden und Freilichtmuseen stolz darauf, eine alte Mühle zu besitzen.
Funkdienste aus einem Ort im Rheinland. In einem kleinen aber feinen Betrieb wird das C-Netz und Bündelfunk vertrieben. Hier heißt es: Nicht die Großen fressen die Kleinen, sondern die Schnellen die Langsamen. So ist auch zur Verstärkung vorrübergehend ein Arbeitsplatz für den Autor geschaffen worden. Liebe Funkexperten, ein profundes Wissen auf dem Gebiet besitze ich wirklich nicht. Alle Details sind aus Fachliteratur ohne Anweisung angelesen. Aber wie sooft, Menschen versuchen Dinge zu verkaufen, von denen sie keine Ahnung haben. Einige schaffen das sogar. Die Branche möge mir diese These verzeihen. Denn für besondere Leistungen bin ich geladener Gast auf der MS Wappen von Köln. Auf diesem Luxusliner hat ein Anbieter von Bündelfunk, für ausgesuchte Kunden, Plätze der ersten Reihe reservieren lassen. Bei erlesener Bewirtung erleben wir hier am 02.05.1998 den Rhein in Flammen. Es wird eine wahre Luxusfahrt für Sie und Ihre Gattin werden, heißt es auf der Einladung. In den 90 er Jahren ist der Bündelfunk in vielen Gebieten schwierig umzusetzen. Besonders in Talsenken wo große Unternehmen diese Art der Kommunikation gerne nutzen würden. Neue Sendemasten könnten das verbessern, aber diese Kosten müssten kalkulatorisch auf einige, wenige Teilnehmer umgelegt werden. An dann notwendige und langfristige Bindungen will aber keiner denken. Dazu kommt der immer besser werdende Mobilfunk. In diesen Netzen wird zwar jedes Einzelgespräch berechnet, funktionierte aber besser. Mein Auto ist mit dem C-Netz ausgestattet. Damit habe ich einen richtigen Hörer in der Hand, macht was daher, wenn ich an einer Ampel telefonieren muss
. Das C-Netz in Deutschland wurde nach über 15 Jahren Betrieb leider am 01.01.2001 abgeschaltet. Gerne denke ich an die ungeahnten Möglichkeiten, wenn C-Netz Phantasien des Chefs von Monteur Peter in die Tat umgesetzt werden konnten. Von einer solchen Nutzung wusste der Wettbewerb oft nicht viel. Der Begriff Bündelfunk, stammt übrigens aus dem englischen Trunked radio system. Das ist der Überbegriff für verschiedene Standards von Funksystemen mit Kanalbündelung. Der Vorteil für den Benutzer eines durch den Betreiber bereitgestellten Bündelfunknetzes liegt darin, dass durch den Benutzer keine eigene Infrastruktur aufgebaut werden muss. Der Netzbetreiber weist dem Nutzer je nach Bedarf aus einem "Bündel" von Kanälen einen Funkkanal zu. Um die Funkreichweite zu erhöhen wird eine Vielzahl von Funkstandorten zusammengeschaltet. Bündelfunkangebote zeichnen sich durch schnellsten Verbindungsaufbau aus. Ein weiterer wesentlicher Vorteil ist die Einbindung einer Gruppe von Funkteilnehmern auf Tastendruck. Bündelfunknetze sind immer für eine geschlossene Gruppe vorgesehen. Jede Funkzelle besteht aus einer Bündelfunkvermittlung und einer Funkbasisstation. Die Vermittlung verwaltet die Funkkanäle der Funkbasisstation. Beim Einschalten des Funkgerätes registriert sich das Funkgerät automatisch. Bekommt der Funkteilnehmer eine positive Quittung, ist sein Funkgerät im Bündelfunksystem eingebuchtete und er kann das System benutzen. Bei einem Gespräch erhält ein Teilnehmer für die Dauer des Gesprächs exklusiv einen Sprechkanal aus dem vorhandenen Kanalbündel zugewiesen. Die Kanalvergabe an die Teilnehmer flexibel und nach Bedarf zu gestalten, ist die Idee des Bündelfunks. Bei einem Bündelfunknetz werden den Teilnehmern Kanalbündel zugeteilt, wobei die konkrete Zuweisung eines Kanals erst bei Gesprächsaufbau erfolgt. Zu der Zeit hätten sicher noch mehr Firmen aus der Technik Nutzen ziehen können. Aber wir kennen ja alle die Geschichte vom Bauer, der nur das (fr)isst was er kennt