Sein Taxi rettete ihm das Leben: 1980 zündete ein rechtsextremer Attentäter im Getümmel des Oktoberfestes einen Sprengsatz. Bernd Kellner war gerade auf der Wiesn angekommen, als die Bombe hochging und 13 Menschen tötete - auf einmal fand sich der Taxifahrer in der Hölle wieder.
Vor 28 Jahren, am 26. September 1980, explodierte auf dem Münchner Oktoberfest eine Bombe, die 13 Menschen tötete und mehr als 200 zum Teil schwer verletzte. Offiziell gilt bis heute der damals 21-jährige Geologiestudent Gundolf Köhler als Alleintäter. An dieser Version gibt es allerdings immer wieder Zweifel. Fest steht, dass Köhler der rechtsextremistischen Organisation der "Wehrsportgruppe Hoffmann" angehörte. Der Anschlag markierte "eine völlig neue Dimension des Grauens", wie der SPIEGEL damals schrieb. Nie zuvor hatten rechte oder linke Terroristen Anschläge auf belebte Plätze oder Bahnhöfe verübt. Bernd Kellner war an jenem 26. September gerade am Haupteingang des Oktoberfestes angekommen, als in zwölf Metern Entfernung die Bombe hochging. Auf einestages schildert er seine Erinnerungen:
Ich habe noch nie einen so lauten Knall gehört. Ich war damals Student und hatte gerade mit meinem Taxi ein paar Leute zum Oktoberfest gefahren. Um 22.18 Uhr ließ ich sie am Haupteingang raus, und sofort stiegen wieder vier Gäste ein. Als ich mich gerade zu ihnen umschaute, um zu sehen, wen ich denn da im Auto hatte, explodierte die Bombe. Ich hatte nur etwa zwölf Meter entfernt gehalten. Die Leute, die gerade eingestiegen waren, rissen alle ohne ein Wort zu sprechen die Türen auf und rannten weg. Ich blieb alleine zurück und überlegte ein paar Sekunden lang, was da eigentlich gerade passiert war.
Dann bin ich ausgestiegen. Ich sah, wie eine zerfetzte Leiche von meinem Kofferraum rutschte. Was ich zu dem Zeitpunkt noch nicht wusste, war, dass dies der Attentäter war. Ich bin zurück ins Taxi und habe in den laufenden Funkverkehr hineingesprochen. Die Frau von der Zentrale herrschte mich zuerst an, das ginge so nicht, und ich entgegnete ihr etwas in der Art: "Sie hören mir jetzt genau zu und machen das, was ich sage." Dann habe ich Alarm gegeben. Das Ganze dauerte vielleicht ein, zwei Minuten.
Danach bin ich wieder ausgestiegen. Es war alles ruhig, niemand schrie, niemand stöhnte, und ich stand da, inmitten von Toten und Verletzten. Kurz vor meiner Ankunft war der Platz mit Hunderten von Menschen bevölkert gewesen. Alle, die es noch konnten, waren weggerannt. Ich war der einzige stehende Mensch in all dem Chaos.

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