| Grenzübergang: Die Aufnahme vom 20. August 1961 zeigt die Grenzkontrolle an der Sektorengrenze der Zimmerstraße mit Blick in den östlichen Teil der Friedrichstraße. |
Eigentlich wollte Michael Kellers im August 1961 nur ein paar schöne Tage bei der Ostverwandtschaft in Berlin verbringen. Doch plötzlich fand er sich im Zentrum einer Epochenwende wieder. Die DDR sperrte ihre Bürger ein - und Kellers musste kurz vor der Abreise selbst zittern.
Anfang August 1961 gab es in Nordrhein-Westfalen Sommerferien und so fuhren meine Mutter, meine kleine Schwester, 3, und ich, 9 Jahre alt, mit dem Interzonenzug nach Ost-Berlin. Kurz vorher war mein Onkel gestorben und so freute sich meine Tante nach längerer Zeit mal wieder, die Westverwandtschaft zu sehen.
Wir hatten eine Aufenthaltsgenehmigung über mehrere Wochen und so traten wir eine Reise an, die ich nie vergessen werde.
Auf der Hinfahrt musste ich mein Micky-Maus-Heft in der Braunschweiger Gegend aus dem Zugfenster werfen, da ja solches Werk in der "Ostzone" nicht geduldet wurde. Wir hatten dann aber viel Spaß mit Tante und Cousins, ich war begeistert von dem Java-Motorrad meines Vetters und durfte ab und an mit ihm mitfahren.

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