Über einestages

1983

Geha vs. Pelikan

Wettrüsten der blauen Wunder


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Geha
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Ein Blick auf die Schönschrift: Die Jungs schauen dem Mädchen beim Schreiben über die Schulter. So schön wird's natürlich nur mit einem Füller. Aber welchem?

Tintenflecken statt Tattoos: Der Schulfüller machte alle Pennäler zu Königsblauen, denn mit Federhaltern ließ sich in Freistunden prima Fechten, Schießen und Tischfußball spielen. Doch Klecks war nicht gleich Klecks - entscheidend war, ob er von einem Geha oder einem Pelikan stammte. Von Stefan Schmitt



Das offizielle (subjektive) Endergebnis der Markenduells Geha vs. Pelikan:

Markenname:
Geha: 1 Punkt - Klingt schlimm, aber als Akronym immerhin besser als die historische oder moderne Langform.
Pelikan: 2 Punkte - Klingt knuffig, und genau das ist das Problem, weil schon ab der 5. Klasse zu uncool.

Schulhofimage:
Geha: 4 Punkte - Geha-Kinder waren die lautere, ruppigeren, die Draufgänger auf dem Schulhof.
Pelikan: 2 Punkte - Unter Pelikan-Pennäler war die Streber-Quote höher, die Versetzungschance auch.

Unterhaltungswert:
Geha: 3 Punkte - hatte schon früher die Tintenstands-Blickfenster, die in der Fantasie schnell zu Raketen-Bullaugen wurden.
Pelikan: 5 Punkte - die Kügelchen aus seinen Patronen waren einfach das Allerbeste für eine improvisierte Tischplatten-Fußballpartie während der Schulstunde.

Besondere Kennzeichen:
Geha: 3 Punkte - Die Patronen konnte man von zwei Seiten in unterschiedliche Füllermodelle stecken. Und es gab im Kopf ein kleines Tintenreservoir, die Reserve.
Pelikan: 0 Punkte - Fehlanzeige, man kann ja wohl nicht gelten lassen, dass der Füller in Zusammenarbeit mit Fünfziger-Jahre-Pädagogen entwickelt wurde!

Bleibender Wert:
Geha: 0 Punkte - Wirklich nichts, Fehlanzeige! Sobald Lamys und Kulis nicht mehr tabu waren, wurde der Grundschulfüller geächtet...
Pelikan: 0 Punkte - ... und der letzte Rest lesbarer Handschrift wurde schließlich nach Ende des Gymnasiums von PDAs mit sogenannter Schrifterkennung verdorben.

Underdog-Bonus:
Geha: 1 Punkt - für die wirtschaftliche Niederlage. Schließlich verschwand der Geha-Füller vom Markt, während es Pelikanos noch bis heute zu kaufen gibt. Mit allen Schrecken zeitgenössischer Zielgruppen-Anbiederung.

Damit siegt Geha mit 12:9 Punkten vor Pelikan.


Debatte

insgesamt 12 Beiträge zur Debatte
Christine Türpitz am 6. Juni 2009, 12:11
Jaaa ... die Schreibwarengeschäfte meiner heimischen Kleinstadt führten in den 60er/70er Jahren nur Pelikan. Also hatten alle Kinder Pelikanos - außer mir und einem...

Werner Rüttinger am 24. November 2008, 16:50
Interessiert habe ich den Artikel Ihres Redakteurs in der Rubrik "einestages Zeitgeschichten" auf Spiegel Online gelesen. Als Sammler, der sich seit mehr als 10 Jahren...


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