Tintenflecken statt Tattoos: Der Schulfüller machte alle Pennäler zu Königsblauen, denn mit Federhaltern ließ sich in Freistunden prima Fechten, Schießen und Tischfußball spielen. Doch Klecks war nicht gleich Klecks - entscheidend war, ob er von einem Geha oder einem Pelikan stammte. Von Stefan Schmitt
Das offizielle (subjektive) Endergebnis der Markenduells Geha vs. Pelikan:
Markenname:
Geha: 1 Punkt - Klingt schlimm, aber als Akronym immerhin besser als die historische oder moderne Langform.
Pelikan: 2 Punkte - Klingt knuffig, und genau das ist das Problem, weil schon ab der 5. Klasse zu uncool.
Schulhofimage:
Geha: 4 Punkte - Geha-Kinder waren die lautere, ruppigeren, die Draufgänger auf dem Schulhof.
Pelikan: 2 Punkte - Unter Pelikan-Pennäler war die Streber-Quote höher, die Versetzungschance auch.
Unterhaltungswert:
Geha: 3 Punkte - hatte schon früher die Tintenstands-Blickfenster, die in der Fantasie schnell zu Raketen-Bullaugen wurden.
Pelikan: 5 Punkte - die Kügelchen aus seinen Patronen waren einfach das Allerbeste für eine improvisierte Tischplatten-Fußballpartie während der Schulstunde.
Besondere Kennzeichen:
Geha: 3 Punkte - Die Patronen konnte man von zwei Seiten in unterschiedliche Füllermodelle stecken. Und es gab im Kopf ein kleines Tintenreservoir, die Reserve.
Pelikan: 0 Punkte - Fehlanzeige, man kann ja wohl nicht gelten lassen, dass der Füller in Zusammenarbeit mit Fünfziger-Jahre-Pädagogen entwickelt wurde!
Bleibender Wert:
Geha: 0 Punkte - Wirklich nichts, Fehlanzeige! Sobald Lamys und Kulis nicht mehr tabu waren, wurde der Grundschulfüller geächtet...
Pelikan: 0 Punkte - ... und der letzte Rest lesbarer Handschrift wurde schließlich nach Ende des Gymnasiums von PDAs mit sogenannter Schrifterkennung verdorben.
Underdog-Bonus:
Geha: 1 Punkt - für die wirtschaftliche Niederlage. Schließlich verschwand der Geha-Füller vom Markt, während es Pelikanos noch bis heute zu kaufen gibt. Mit allen Schrecken zeitgenössischer Zielgruppen-Anbiederung.
Damit siegt Geha mit 12:9 Punkten vor Pelikan.
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