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Ferdinand Philipp Keuter
2. Januar 2011, 16:37
Diese Sendung habe ich unter der Leitung von Carmen Thomas gerne gehört, es war da sicher keine Kost für geistige Tiefflieger, habe manches dadurch besser verstanden
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Jutta Rohr
18. Dezember 2010, 18:53
Debattieren möchte ich nicht...
aber meine große Verwunderung kundtun, dass diese, wie es in der Artikelüberschrift heisst: Kultsendung abgesetzt wird.
Eine Sendung die mich setzt interessierte, weil die Bürgermeinung so präsent war.
Warum die Sendung abgesetzt wird, ist für mich nicht verständlich
Max Gregori
18. Dezember 2010, 22:04
Leider muss ich zugeben, dass ich auch mit dieser Radiosendung quasi aufgewachsen bin.
Bisher konnte ich mich davon nicht wirklich befreien. ;)
So zu denken oder sich zu äussern oder zu sein, wie dort regelmässig es sich darstellte, fand ich immer seltsam.
"Fahren Sie bitte vorsichtig - immer".
"Domian" ist eine Art Fortsetzung dieser Chose.
Hans Hering
18. Dezember 2010, 23:48
Gott! Sei! Dank!
Heute hörte ich im Radio, es sei die letzte Sendung von der Sendung, deren Namen ich nicht aussprechen möchte. Zunächst dachte ich, dass es sich um die letzte Sendung in diesem Jahr handele. Aber nein, es sei getrommelt und gepfiffen, die Qual hat endlich end-gü-ltig ein Ende. Carmen Thomas war eine nasale Zumutung, Julitta Dingens eine gleichwertige Prüfung - nun ist es endlich vorbei! Dass ich das noch erleben darf! Halleluja! Nie wieder minderbemittelte Ruhrpottquassler, nie wieder Ü-60jährige mit philantrophischem Kurzhaarschnitt und Ganther-Schuhen mit Luftlöchern, die ihre Betroffenheit in den Äther hinausposaunen (egal, ob Hartz-Fünf, das Zurückschneiden von Buxbäumchen oder die Mitarbeit im Frauen-Feldkrais-Kreis). Sobald die Titelmelodie anhub, musste ich im Radio umschalten - oder erbrechen. Lasst uns niederknien und diesem wunderbaren Moment der Abschaltung huldigen. Danke, WDR, danke, danke, danke.
Dietmar Gross
19. Dezember 2010, 04:03
Wie schade! Hallo-Ü-Wagen war eine ganz hervorragende Sendung. Ich hoffe der WDR überdenkt diese schlechte Entscheidung.
Hallo-Ü-Wagen hat sich Themen ausführlich gewidmet, Zeit genommen, auch mal verquere Äußerungen zugelassen, nachgefragt und fair und gesittet diskutiert und sich vor allem nicht mit wischi-waschi-Aussagen abspeisen lassen. So kam man als Zuhörer des Pudels Kern tatsächlich etwas näher, konnte in jeder Sendung etwas lernen und ging informiert aus der Sendung, fähig eine eigene Meinung zu einem x-beliebigen gesellschaftlich relevanten Thema zu bilden. Auch hat der öffentlich ausgetragene Dialog von unterschiedlichen Interessenten zum gegenseitigen Verständnis und damit zum gesellschaftlichen Frieden beigetragen (wo andere Talk-Shows eher den Streit provozieren und zu eskalieren versuchen). Dies ist insbesondere Julitta Münch zu verdanken, die das Einfühlungsvermögen, die Konsequenz und die notwendige Hartnäckigkeit souverän und kontinuierlich unter Beweis gestellt hat. Eine großartige Leistung, wie man sie sonst vielleicht nur noch von Frau Maischberger kennt.
Natürlich ist so etwas heute nicht mehr ertragbar für unsere Herrscher. Eigene Meinung, fundierte Information, Nachdenken, Bürgermeinungen, Kritik - das ist alles ganz unangenehm. Besser man wäscht die Gehirne mit Weich-spül-kost, wie es die anderen Sendungen und Sender tun. Max. 3 Minuten für ein Thema. Die knapp 2 Stunden die Ü-Wagen nutzte, ermöglichten, dass etwas hängen blieb. In der Zeit kann man 40 Themen abarbeiten und der Zuhörer wird davon nichts länger als 3 Minuten behalten. Keine Wissen, keine Meinung unfähig zum Widerstand gegen die korrupte politische Kaste. Solidarität und gegenseitiges Verständnis innerhalb der Gesellschaft stört natürlich ungemein beim Gegeneinander-Ausspielen.
Die Themen, mal skurril, mal politisch und gesellschaftlich hoch brisant, immer hat sich die Wichtigkeit des jeweiligen Themas im Sendungsverlauf offenbart. Ich konnte häufig echtes Interesse wurde für die mir fremdesten Themen entwickeln. Man nennt das übrigens auch Allgemeinbildung.
Ich fürchte hier greift der WDR - unter dem Deckmantel der notwendigen Einspaarprogramme - zur Selbstzensur.
Danke lieber Ü-Wagen, danke Frau Münch für dieses Stück Kultur und Bildung.
Werner Muller
19. Dezember 2010, 05:37
Bei DRADIO gibt es eine Serie mit dem Namen "aus den Archiven". Es wäre sicherlich jetzt an der Zeit, Auszüge aus der Sendung, Hallo Ü-Wagen in einem ähnlichen Format im WDR zu senden und als POD-cast anzubieten. Ich würde mich sehr freuen.
Thomas Beckmann
19. Dezember 2010, 21:02
Danke Herr Hering,
besser gehts nicht.
Gut dass die Sendung weg ist. Die Jammerlappenplattform hat mich schon in den siebzigern gequält. Es war furchtbar. Sogar im Schulbus nach dem Schwimmen gaben die beladenen und ungehörten in Senf dazu. Ich weiß es wie heute...
Leider ist WDR2 heutzutage ein einziger Ü-Wagen in dieser Tradition. Aus dem besten Informationssender der Welt ist heute eine Mitmachbude geworden. Kürzlich durften wir sogar hören, dass Tante Trude (oder war es Mutti Uschi?) eine Leggins auf dem Weihnachtsmarkt in Neukirchen-Vluyin kaufen musste weil es so kalt war......
NRW ist halt ein Radio-Entwicklungsland. Wenn doch auf WDR5 gute Musik laufen würde. Es ist so grausam, dass ich beim Ü-Wagen jammern könnte.
Frank Werner
20. Dezember 2010, 09:10
Och der Ü-Wagen war doch eine Stimme aus dem Volk. Sicher kann man das heute niemandem mehr verkaufen. Im Zeitalter des hyperaktiven Dudelfunks mag sich niemand mehr mit einem Thema länger als "Einsdreißig" beschäftigen.
Schade finde ich es trotzdem. Das Ende des Ü-Wagens reiht sich in eine Reihe von Sendeleichen, die nicht mehr gewollt werden. Die kleinen Widerhaken im großen Netz des Seichtfunks werden plangeschliffen.
DH
Linards Ticmanis
21. Dezember 2010, 08:20
Eigentlich ist die Sendung doch schon gestorben, als sie damals, dank "Formatierung" des Radios, vom vielgehörten WDR 2 auf den "Intelligenzsender" WDR 5 verbannt wurde.
Im Fernsehen sind doch eigentlich nur Popelsender "formatiert", die großen Sender sind alle inhaltlich relativ vielseitig. Warum muss das im Radio anders sein? Weil da alle Sender Popelsender sein wollen oder sollen?
Ferdinand Philipp Keuter
2. Januar 2011, 16:37
Diese Sendung habe ich unter der Leitung von Carmen Thomas gerne gehört, es war da sicher keine Kost für geistige Tiefflieger, habe manches dadurch besser verstanden
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