Letzter Beitrag:
Peter Hannemann
17. Oktober 2011, 06:09
Lieber Herr Nadrowsky, da lesen sie so ja allerhand aus meinem Artikel heraus, der nur die Geschehnisse eines Tages beschreibt.
Warum die Lagerhallen abgeriegelt waren, wussten wir damals nicht. Das gelagerte Fleisch und andere Lebensmittel verdarben wahrscheinlich so wie so, da ja die
mehr...
Bjoern Nadrowski
15. Oktober 2011, 20:52
"Als Peter Hannemann und seine Mutter sich einen Tag später auf die Suche nach Nahrung begeben, ist die Angst vor den Soldaten der Roten Armee noch groß. Doch bei ihrer Rückkehr zum Haus werden sie von den russischen Besatzern mit Nahrung versorgt."
Hier hoert es sich so an, als waere die Angst vor den Russen irrational, die Russen waeren im Gegenteil lieb und haetten sogar Nahrung bereitgestellt.
Schon der Artikel zeigt aber, dass dem nicht so war (nicht nur): Erstens wurden ganze Lagerhallen mit Essbarem abgeriegelt, die Nahrungsmittel verdarben; zweitens wurde ein Mann nach Kriegsende von den Russen eingesammelt, er verstarb Jahre spaeter in Sibirien. Das ist Zwangsarbeit nach Kriegsende mit Todesfolgen.
Dennoch ist der Eindruck des EinesTages Kommentares, dass die Angst vor den Russen unbegruendet war, denn es kommt ein "doch" in dem Kommentar vor, und die Russen stellten Nahrungsmittel bereit.
Wie immer scheint die Realitaet ein wenig komplexer zu sein, und die Angst vor den Russen war sehr wohl begruendet, auch noch zu diesem Zeitpunkt nach Kriegsende. Dennoch waren die Russen nicht nur boese, sondern haben der Bevoelkerung auch geholfen.
Johann Grabner
15. Oktober 2011, 22:09
Wenn man diese Kriegsgräuel sieht und gleichzeitig weiß, daß es nur ein paar km von hier kaum besser aussieht, sei es in Tschetschenien oder in Libyen, dann bin ich regelrecht dankbar dafür, daß in gerade mitten in einer angeblichen "Krise" lebe. Damals wussten die Leute nicht, wo sie ihre nächste Mahlzeit herbekommen und haben trotzdem weitergelebt, ihre Kinder großgezogen und das Land wieder aufgebaut. Heute haben wir Frieden und Wohlstand, aber trotzdem verbreiten die Zeitungen Weltuntergangsstimmung, nur weil vielleicht die Inflation um ein Prozent höher ist oder wir einmal nicht ins Kino gehen können, weil die Kohle für die Griechenlandhilfe draufgeht. Im Angesicht dieser Bilder wirkt das ganze Krisengequatsche einfach nur lächerlich.
Andreas Lemke
15. Oktober 2011, 22:59
Da ist er wieder: der Mythos von der Stunde Null.
Es waren immer noch die gleichen Nazis, nur die Häuser waren kaputt und es gab nix mehr zu essen und keine Juden, denen man die Schuld geben konnte.
Paul Rickenbacher
16. Oktober 2011, 00:23
Diese ganzen schrecklichen Bombardierungen,waren sicher nicht mehr noetig,wer war denn damals noch da,alte Frauen und alte Maenner sowie Kinder.Aber Der englische Premier ,der wollte das (Traurig)
Siegfried Wittenburg
16. Oktober 2011, 15:23
"Dennoch waren die Russen nicht nur boese, sondern haben der Bevoelkerung auch geholfen."
Ja. Meine Vorfahren haben beides erzählt: Helfer in der Not, in Sibirien und NKWD-Lagern Folter und Tod.
"...aber trotzdem verbreiten die Zeitungen Weltuntergangsstimmung..."
Das lesen die Leute auch lieber.
Uwe Schwarz
16. Oktober 2011, 20:28
Paul Rickenbacher, erzählen Sie hier keine Märchen. Überall in Deutschland wurde erbittert gekämpft, beim Vorstoß auf Berlin kamen noch mal über hunderttausend Soldaten um, es gab wochenlange Straßenkämpfe, bei denen alles in Trümmer fiel, was die Bombardements überstanden hatte. Was hat der britische Premier damit zu tun? Hat er die Durchhaltebefehle erteilt, Breslau, Wien und Berlin als Festungen deklariert? Hat er Behinderte und 16-Jährige zum Volkssturm einberufen und die Brücken sprengen lassen?
Peter Hannemann
17. Oktober 2011, 06:09
Lieber Herr Nadrowsky, da lesen sie so ja allerhand aus meinem Artikel heraus, der nur die Geschehnisse eines Tages beschreibt.
Warum die Lagerhallen abgeriegelt waren, wussten wir damals nicht. Das gelagerte Fleisch und andere Lebensmittel verdarben wahrscheinlich so wie so, da ja die Stromversorgung durch Kriegseinwirkung nicht mehr bestand. Außerdem hätte es gefährlich sein können, wenn die Bevölkerung dort in beschädigte Gebäude eingedrungen wäre. Oder vielleicht wollte die Rote Armee Lebensmittel für sich haben oder für die Bevölkerung sicher stellen. Beides war möglich.
Die Sowjets haben damals systematisch nach Männern gesucht, die vielleicht in der Wehrmacht gewesen sein konnten. Es klingt mir noch heute in meinen Ohren ihr Ausruf wenn sie einen Mann im Keller sahen: Du deutscher Soldat! Die Männer mussten dann mit.
Die Furcht vor den Russen war nicht irrational, und ich habe es so auch nicht beschrieben. Wie sollte sie auch, denn schließlich waren 20 Millionen Sowjetbürger im Krieg umgekommen und wir wussten das, nicht die Zahl aber doch die Art und Weise unseres Vorgehens in der Sowjet Union ( es waren ja nicht nur Russen). Mein Vater hatte unserer Familie berichtet, dass die Wehrmacht russische Kriegsgefangene hat verhungern lassen. Wir nahmen an, dass Russen sich an uns rächen könnten. Durchaus nicht irrational!
Auf unserem Hof stand eine Gulaschkanone wo die Russen für uns kochten. Manche Bewohner wollten das Essen nicht annehmen. An den verwendeten Nudeln sahen sie, dass sie aus deutschen Beständen waren und daher nur geklaut sein konnten. Damals, wo es nichts gab, war eine warme Mahlzeit am Tag sehr willkommen.
Nach der Genfer Konvention sind die besetzenden Truppen verpflichtet, die Bevölkerung mit Nahrung zu versorgen. Wie oft wird diese Verpflichtung wohl eingehalten?
Ich kann noch berichten wie ich im Mai 1945 meinen 10. Geburtstag gefeiert habe. Passen sie auf: Demnächst auf dieser Seite.
Sie möchten mitdiskutieren? Melden Sie sich hier an.