Letzter Beitrag:
Siegfried Wittenburg
15. Mai 2012, 12:49
Nun, Herr Altmann, ich habe an Sie gedacht, als ich diesen Beitrag schrieb.
Mir ging es nicht um die Sekretärin, sondern um ihren Sohn. Ich konnte nachfühlen, weil ich in der eigenen Familie und im Freundeskreis ebenso die Widersprüche der deutschen Vergangenheit zu
mehr...
Gudrun Glaeser
13. Mai 2012, 10:38
Bei der beschriebenen Arbeitsstelle der Mutter und den damit verbundenen Kontakten, Kenntnissen und Vorteilen stellt sich mir die Frage, in welchen Dienste Ihre Mutter -außer der Parteizugehörigkeit- verstrickt war.
Ich bin auch fast 70 Jahre alt, in Sachsen geboren und kenne die ehemalige DDR sehr gut!
Verena Teller
13. Mai 2012, 13:38
Mir egal, in was Ihre Mutter verstrickt war. Ich bin halb so alt, kenne die DDR fast gar nicht und sehe hier in erster Linie die - mMn gelungene - Hommage an die eigene Mutter. Schön geschrieben!
Michael Ullrich
13. Mai 2012, 15:04
Schein und Sein in der DDR eben. Sogar der "Edelstahl"-schnellkochtopf war damals aus Aluminium. Wirklich, ich hab noch so einen.
max muetze
13. Mai 2012, 21:03
Bin ich der einzige der das Gefühl hat, der Autor habe auf einem anderen Stern gelebt? Vielleicht hatte er auch nur grenzdebile Verwandtschaft, die über einen Schnellkochtopf staunte, der sich in jedem 3. DDR-Haushalt befand. Und die Aufzüge fotografierte, welche man dank der Normierung der Neubauten auch in anderen Orten finden konnte. Ich wurde als Baby nach Randberlin "verschleppt", wo ich aufwuchs, und war oft genug in der Hauptstadt. Vielleicht gab es dort etwas häufiger Bananen. Aber sonst? Meine Erfahurng war, dass man einfach viel rumkommen musste, um Begehrtes zu erhalten. In Berlin, wo sich viele das Einkaufsglück erhofften, fand ich es eher selten. Dafür öfter in Dresden, Leipzig, Jena oder Erfurt. Für mich war die schönste Zeit jene Ferientage, an denen ich meine Verwandtschaft in Dresden besuchen konnte. Auch wenn ich auf das gewohnte Westfernsehen verzichten musste. Ja, dort sprach man eine andere Sprache. Verbunden mit einer wesentlich angenehmeren Mentalität. Zu der gehörte, dass es weniger Schwätzer und Selbstdarsteller als in der offenen Irrenanstalt namens Berlin gab.
Norbert Voßiek
14. Mai 2012, 07:06
"kein Respekt" kann auch nur einem Berliner passieren...
Claudia Sauerwald
14. Mai 2012, 07:47
Um eines vorweg zu sagen: Ich bin 1968 als Westdeutsche geboren in NRW. Mein Vater wurde 1944 in Dresden geboren.Meine Oma und Uroma waren Dresdnerinnen (ich musste schmunzeln...Sachsen sind arrogante Leute? Interessant...Oma wusste sich sehr gut zu benehmen, war eine Dame aus altadeligem Haus, das "von" im Namen war abgelegt worden...sie sagte einmal zu mir, als ich recht blass im Gesicht war:"Setz Dich in die Sonne, vornehme Blässe ist nicht mehr gefragt..." Nachdem mein Vater also 1944 geboren wurde, flohen sie in den Westen, die Uroma aber blieb dort, weil sie es wohl wollte oder "zu alt" war. Mein Opa war Wehrmachtssoldar gewesen und war gebürtig aus Cottbus. Jedenfalls noch jenseits des Mauerbaus kamen bei Oma von Uroma aus Dresen zu Weihnachten noch Päckchen mit Christstollen geschickt, die wir aßen. Leider weiß ich bisher nicht, was der Grund für die Flucht war und über die Familie im Osten als solche weiß ich nichts. Schade eigentlich. Ich bin eher der Familie meines Vaters zugetan als der meiner Mutter, die eine Mischung Schlesierin u. HalbZigeuner ist, vom Wesen her bin ich allerdings kühl und etwas unnahbar wie die Oma aus Dresden, allerdings mit Güte und Herzlichkeit, die auch bei Oma gelegentlich nach außen aufflackerte. Leider kann ich niemand mehr fragen...Aber dieser Artikel ließ mich irgendwie schmunzeln...
Volker Altmann
14. Mai 2012, 13:26
Da hat man ja fast lieber keine Verwandtschaft, als solches über sich lesen zu müssen. Als Wessi fühle ich mich gekränkt so derb benehmen sich nicht einmal Wessis gegenüber Ossis. Ich bitte den Autor, diesen schändlichen Vergleich zurückzunehmen.
C Wagner
14. Mai 2012, 14:52
>Bei der beschriebenen Arbeitsstelle der Mutter und den damit verbundenen Kontakten, Kenntnissen und Vorteilen stellt sich mir die Frage, in welchen Dienste Ihre Mutter -außer der Parteizugehörigkeit- verstrickt war.
>Ich bin auch fast 70 Jahre alt, in Sachsen geboren und kenne die ehemalige DDR sehr gut!
Die Dame war, mit Verlaub, Sekretärin. Was für "Verstrickungen" gibt es da zu mutmaßen?
Siegfried Wittenburg
14. Mai 2012, 16:19
"Als Wessi fühle ich mich gekränkt so derb benehmen sich nicht einmal Wessis gegenüber Ossis."
Nicht nötig, Herr Altmann. Um bei dieser Klassifizierung nach Himmelsrichtungen zu bleiben: Die Ganoven unter den "Wessis" haben Ganoven unter den "Ossis", die die Drecksarbeit erledigen, womit sich die Einheit auch auf dieser Ebene vollzogen hat.
Volker Altmann
14. Mai 2012, 18:00
Diese trennende Einteilung nach Himmelsrichtungen ist normal auch nicht mein Fall, Herr Wittenburg. Ich habe lediglich die Formulierung des Autors übernommen.
Die Berliner westlicher Prägung galten zu Mauerzeiten als ein besonderes Völkchen, das nicht gerade mit überbordender Freundlichkeit gesegnet war. Dass der Berliner östlicher Prägung zu diesen Zeiten in der restlichen DDR auch nicht sonderlich beliebt war, ist mir mehr als einmal zu Ohren gekommen.
Wen wundert´s, wenn man solches liest. Sowohl Ost- als auch Westberliner hatten einen besonderen Status, wurden von den jeweiligen Systemen gehätschelt. Und zum Dank hat man dem Nicht-Berliner gerne diesen Status unter die Nase gerieben.
Sie möchten mitdiskutieren? Melden Sie sich hier an.