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DDR-Bürger auf Reisen

Das falsche Motiv



15 Debattenbeiträge zu diesem Thema

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Achim Schäfer

24. Dezember 2011, 12:33
Englisch im Ostblock? Ich war 1987 für eine Woche an der Universität in Havanna und logierte in einem Gästehaus der Regierung zusammen mit einer Russin und einem Tschechen. Wir haben abends sehr lange und sehr offen auf Englisch, auch über die Situation in Kuba.

West- und mehr...

Siegfried Wittenburg
30. November 2011, 15:07
Liebe Leser,

es ist mir ein Vergnügen, Ihre Fragen zu beantworten. Ich habe den ORWO-Film UT 18 vom VEB Fotochemischen Kombinat Wolfen verwendet. Aber fragen Sie jetzt bitte nicht, unter welchen Umweltbelastungen dieser produziert wurde.

Nein, die Reaktion des Westdeutschen möchte ich nicht verallgemeinern. In der Tat war das Verhältnis zwischen den Deutschen in Ost und West zu dieser Zeit extrem gestört und die Atmosphäre unter den Ostdeutschen obendrein vergiftet. Ja, Stasi. Ja, Mauern aus Angst. Ja, auf beiden Seiten in unterschiedlichen Ausführungen. Die Kontakte mit anderen Westeuropäern, Amerikanern und Japanern erlebte ich unkomplizierter. Am besten habe ich mich in Polen gefühlt, Warschau, wo wir uns als junge Leute unter Gleichgesinnten über alle Ländergrenzen hinweg offen ausgetauscht und gemeinsam in Studentenwohnheimen übernachtet haben.

Meine Geschichte mag unglaubwürdig klingen, doch ich habe sie fotografisch festgehalten. Einem Freund ist das Gleiche in Bulgarien an der Grenze zu Griechenland passiert. „Ich war verhaftet, und mir war das überhaupt nicht klar. Wirklich unangenehm allerdings war die durchgeladene und entsicherte Kalaschnikov, die auf meinen Bauch zielte.“ (Zitat meines Freundes). Den Zaun der CSSR haben wir ja respektiert. Doch woher sollte ich wissen, dass man schon vor dem Zaun festgenommen wird? Wo beginnt die Grenze, wenn nicht mit dem Zaun? Der eigentliche Eiserne Vorhang befand sich noch einige Kilometer entfernt und war von dem Standpunkt aus nicht zu sehen.

Nicht auszudenken wäre gewesen, wenn ich mein Notizbuch mit den Adressen in Ost und West bei mir gehabt hätte. Es wäre ein "Beweis" für eine "beabsichtigte" Republikflucht. In Wirklichkeit war es Gedankenstütze für die Post an die Lieben in Ost und West. Ich hatte es einer Eingebung zufolge im Hotelzimmer versteckt.

Aber sonst war es ein interessanter Urlaub, wenn da nicht das Wörtchen Wenn gewesen wäre…
Ekkehard Schönherr
30. November 2011, 15:58
Wieso heißt es im Text zum zweiten Foto eigentlich "Komfort hinterm Eisernen Vorhang"?
Ich würde doch denken, dass die geschilderten Begebenheiten vor dem eisernen Vorhang statt gefunden haben. Dank der Aufmerksamkeit der tschechischen Genossen konnte ein versehentlicher Grenzübertritt ja auch verhindert werden, so dass das junge Paar von den Zumutungen des "dahinter" verschont geblieben ist.
Siegfried Wittenburg
1. Dezember 2011, 07:41
@ Ekkehard Schönherr

Was für ein "versehentlicher Grenzübertritt"? Das "junge Paar" hatte doch selbst Augen im Kopf. Was für eine "Verhinderung"? Das "junge Paar" hat doch den Zaun respektiert! Was für "Zumutungen" des "dahinter"? Die Welt "dahinter" war gar nicht das Ziel des Urlaubs und des Ausflugs. Warum von den "Zumutungen" "verschont"? Die unverschuldete Festnahme im Urlaub war Zumutung genug. Warum Aufmerksamkeit? Das "junge Paar" hat die tschechischen "Genossen" sozusagen geweckt! Und warum haben sie in der Sonne nicht weitergedöst? Das "junge Paar" wollte gar nichts von ihnen!
Florian Geier
3. Dezember 2011, 23:27
Warum werden tschechische Ortsnamen verhunzt,
wenn es auch deutsche gibt?
Darf der Leser womöglich demnächst enträtseln,
was sich bspw. hinter Anvers, Luik, Nice oder Bâle/Basilea verbirgt?
Achim Schäfer
24. Dezember 2011, 12:33
Englisch im Ostblock? Ich war 1987 für eine Woche an der Universität in Havanna und logierte in einem Gästehaus der Regierung zusammen mit einer Russin und einem Tschechen. Wir haben abends sehr lange und sehr offen auf Englisch, auch über die Situation in Kuba.

West- und Ostdeutsche: an der Universität traf ich natürlich auch auf DDR-Bürger. Die waren sehr erstaunt über einen Münchner an diesem Ort, ansonsten beschränkte man sich auf "Guten Morgen", vermutlich "sicherheitshalber"...

Bei Gesprächen mit Kubanern (auch kein Problem) kam, wenn man merkte, ich bin Deutscher, oft die Frage "republica democratica?" Die Gesichter, wenn ich antwortete "no, republica federale", waren sehenswert!

Aber egal wo, nie Kontaktprobleme oder so, außer mit Ostdeutschen. Da hatte die Stasi "ganze Arbeit" geleistet!

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