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1942-1945

Tagebuch eines Zwangsarbeiters "Wenn der Tod kommen soll, so bitte schnell"



26 Debattenbeiträge zu diesem Thema

Letzter Beitrag:

Marian Müller

27. Juli 2012, 14:09
>Die italienischen Kriegsgefangenen wurden nachweislich wesentlich schlechter behandelt als es nach den Verpflichtungen der Genfer Konvention zulässig gewesen wäre. Zumindest diejenigen, die sich verständlicherweise weigerten an der Seite von Nazis und Faschisten weiter zu mehr...

Stefan Wenzel
27. März 2012, 13:50
"Herr Wenzel: Wer glaubt denn noch an einen Tisch der Sieger nach einem Krieg????? Haben Sie sich mal mit Italien beschäftigt?"

Ja, Herr Fiedler, das habe ich. Hätten Sie das auch, dann hätten Sie gewußt, dass der Satz: "Mit 1000 Toten setze ich mich an den Tisch der Sieger!" jener Satz war, mit dem Mussolini Frankreich den Krieg verkündete. Zu diesem Zeitpunkt lag Frankreich breits am Boden. Italien wollte schnell noch auf den Deutschen Zug aufspringen. Die Italiener brachten es trotzdem fertig, sich in Savoyen festzufahren - und wieder einmal durfte die Wehrmacht aushelfen, wie halt auch später viele Male.

Witz in allierten Offizierskreisen: Was wünscht sich Rommel in Afrika? Die Flugzeuge der Amerikaner, die Schiffe der Briten und die Italiener als Feind.

Den Begriff "opportunistisch" haben bemerkenswerterweise Sie aufgebracht - in ganz anderem Zusammenhang. Witzigerweise habe ich aber genau dies mit dem "Tisch der Sieger" in Ihre Richtung gemeint. Wie Sie es tun, den eigenen Großvater und drei Großonkel - wohlgemerkt: mit dem Wissen von heute ! - moralisch abkanzeln zu wollen, ist, mit Verlaub, wohlfeil, anbiedernd und peinlich. Wenn jemand so gewiss auf der Welle aktuellen Zeitgeistes reitet, fragt man sich schon, ob dies nicht letztlich doch eben nur eine familiäre Kontinuität ist.

Viele Grüße!
Stefan Wenzel
27. März 2012, 14:01
"Deswegen, Herr Schmidt: Lokfahren ja, aber nur im eigenen Garten. Denn wenn man einen Krieg anfängt, dann muss man ihn mitführen bis er zu Ende ist."

Sorry, Herr Fiedler, aber lesen Sie da eigentlich selber noch, was Sie im Eifer des Gefechtes so von sich geben? Genau das war ja die recht unverhohlen an die Italiener gerichtete Grußadresse. Italien (und nicht Deutschland, die dann zur Hilfe kommen mussten) hat am 28. Oktober 1940 mehr oder weniger aus Spaß und Dollerei, besser gesagt Größenwahn, Jugoslawien und Griechenland überfallen. Blenden Sie sowetwas eigentlich komplett aus oder haben Sie davon noch nie gehört? Dass weit vor dem Polenfeldzug Italien in Abessinien Krieg führte und Rommel in Afrika auch nur Roms Cyreneika retten sollte, ist Ihnen so etwas eigentlich bekannt? Beschäftigen Sich sich aber besser nich damit. Ihr bewundernswert holzschnittartiges Weltbild könnte schwere Risse bekommen.

Ihr Stefan Wenzel

Andy Malik
28. März 2012, 18:06
Herr Wenzel, ihre Ausführungen sind ja soweit nicht falsch, wenn Sie nicht vergessen hätten, dass es Hitlers Deutschland war, das aus "Größenwahn" zuerst der halben und später dann der ganzen Welt den Krieg aufzwang, indem es Europa überfiel.
Aber während die meisten Italiener 1943 den Krieg schon satt hatten und den Waffenstillstand begrüßeten, kämpften die meisten Deutschen noch für Hitler weiter. Das anzumerken ist nicht "überheblich", sondern Fakt.
Manfred Schmidt
3. Mai 2012, 13:09
Lieber Daniel Fiedler,

was auch immer Sie mir sagen wollten - ich habe es nicht verstanden. Betrachten Sie Geschichte als das, was sie ist: ideologisch verbrämt, tendenziös und immer an Interessen der aktuelle Mächtigen orientiert. Deutschland hat allein im vergangenen Jahrhundert fünf verschiedene Geschichts-Schulbücher gehabt - alle davon nahmen für sich das Recht in Anspruch, die alleinige Wahrheit zu verkünden.
So ist es mit allem: ich glaube das, was ich glauben möchte. Der Rest ist verdammungswürdig, brutal und gemein. So einfach ist die Welt!Oder?
Marian Müller
27. Juli 2012, 13:56
>Für welche Seite der Italiener kämpfen sollte? Ist doch egal, die Mitglieder der elitären Waffen-SS hatte ja auch keine Probleme nach Mai 1945 zu zehntausenden bei der französischen Fremdenlegion anzuheuern (dafür wären sie vor dem Mai 1945 von der gleichen SS wieder in's KZ gekommen), selbst Himmler wollte sich den Ami's andienen, wie erbärmlich.
>
>
Sie verdrehen hier einige Dinge! Die Franzosen haben bewußt deutsche Militärs angeheuert um ihre Kolonien (spez. Indochina) wieder zurückzugewinnen. Aber nicht nur die Franzosen waren an Fachpersonal interessiert, sondern alle Siegermächte. Da spielten politische, ideologische Ansichten keine Rolle. Mein Großvater (nicht Waffen-SS, sondern nur WH) wurde zuerst von den Franzosen umworben, später von der KVP (Kasernierte Volkspolizei). Amerikaner warben später speziell um Deutsche die Erfahrungen mit Partisanenkämpfen hatten. Die Waffen-SS war auch die erste "Europäische" Armee im 20. Jhd.. In ihr dienten (freiwillig) Russen, Ukrainer, Franzosen, Norweger, Dänen, Belgier, usw., usw..

Ach übrigens hat das von Ihnen geschilderte auch nichts mit erbärmlich zu tun, sondern ist einfacher Überlebenswille. Diese Personen haben nichts anderes gelernt, konnten das im Krieg erlernte relativ "gut", hatten keine Einkommen zum Überleben, in Deutschland gab´s nichts, und sie konnten einer Strafverfolgung entkommen. Was hätte Sie an der Stelle gemacht? Sich selbst den Strick um den Hals gelegt? Wohl kaum.
Marian Müller
27. Juli 2012, 14:09
>Die italienischen Kriegsgefangenen wurden nachweislich wesentlich schlechter behandelt als es nach den Verpflichtungen der Genfer Konvention zulässig gewesen wäre. Zumindest diejenigen, die sich verständlicherweise weigerten an der Seite von Nazis und Faschisten weiter zu kämpfen. Das waren Hunderttausende. Daher erfanden die Nazis ja auch den Begriff des "Militärinternierten", um ihrer Ausbeutung ein scheinlegales Mäntelchen umzuhängen.

Welche Kriegsgefangenen von welcher Seite nun auch immer besser od. schlechter behandelt worden waren ist doch letztlich unerheblich. Fakt ist doch, daß auf allen Seiten Kriegsgefangenen zu Zwangsarbeiten herangezogen wurden, auch in den USA. Einige von ihnen trugen dabei ein schwereres Los als andere. Aber schufften mußten sie alle, nicht nur die Italiener. Und ein Land kann die Gefangenen auch nur so weit versorgen wie es ihm möglich ist. So reden wir hier über die letzten zwei Kriegsjahre in denen nicht nur bei den Gefangenen der Gürtel enger geschnallt werden muße, sondern auch bei der dt. Bevölkerung sowie dem Militär. Und wenn man Einsparungen vornehmen muß, dann doch an den Stellen die für einen "eher Ballast" darstellen. Schlecht natürlich für Diejenigen die davon betroffen sind, denn die müssen darunter leiden. Ich will damit natürlich nicht sagen, daß teilweise nicht auch bewußt Hunger und Tod erzeugt wurde, aber eben auch nicht generel. So sind ja auch nach dem Krieg auf den Rheinwiesen Tausende an Unterernährung gestorben, weil die Siegermächte teilweise überfordert waren, aber das trifft halt auf alle Seiten zu. Und das hat nichts mit relativieren oder dergleichen zu tun, denn zu behaupten die eine Seite hätte ausschließlich bewußt Menschen verrecken lassen, während auf der Gegenseite es nur bedauerliche Resultate der Situation waren, ist Propaganda pur und verhöhnt diese Opfer.

Was nun dem Italiener in dem Artikel auch immer wirklich widerfahren sein mag od. nicht, sowie vielen Millionen Anderen, so stört mich an diesem Artikel der eindeutige propagandistische Unterton der nicht zu überlesen ist!

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