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1969

Mädchen in Rocksongs Erin? Wer zur Hölle ist Erin?


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Zu viel der Erlösung: Dear Prudence, won't you come out to play?

Das fragten die Beatles in ihrem Song "Dear Prudence" aus dem Jahr 1968. Und man könnte meinen, es sei ein kleines Mädchen gemeint. Doch tatsächlich war die Besungene bereits 20 Jahre alt. Die Fab Four lernten sie 1968 auf ihrem Indien-Trip bei einem zweimonatigen Seminar für transzendentale Meditation kennen. Sie hieß ...

Eric Clapton bettelt um "Layla", die Kinks besingen "Lola" und Leonard Cohen schmachtet nach einer Halbirren namens "Suzanne". Hinter vielen Klassikern der Rockgeschichte stecken echte Frauen. einestages stellt die Ladys aus den Liedern vor - und erzählt ihre bewegenden Geschichten. Von Benjamin Maack


Erinnern Sie sich noch an diesen Song?

"I'm so young and you're so old
This my darling I've been told"


Es ist Paul Ankas Liebesschnulze "Diana" von 1957. Das Lied kann man mögen oder nicht. Doch die wenigsten wissen, dass Anka erst fünfzehn Jahre alt war, als er es schrieb. Nur ein Jahr bevor "Diana" veröffentlich wurde und Paul Anka zum Weltstar machte, hatte der Junge mit der etwas zu hoch aufgetürmten Schmalzlocke noch ganz klassische Teenie-Probleme: Er war mitten in der Pubertät und hatte sich schwer in ein Mädchen aus der Nachbarschaft verknallt, die auch drei Jahre älter war. Das Übelste: Sie stand nicht auf ihn.

Anka tat, was alle Rockstars (ob in spe oder auf der Höhe ihres Erfolgs) tun, um ein Mädchen rumzukriegen: Er schrieb seiner Flamme ein Lied. Zuerst hatte er Muffensausen, als er ihr seine Komposition vorspielen wollte und gab völlig verschüchtert nur eine Instrumentalversion zum Besten. Bald darauf aber sang er "Diana" auf jeder Party, auf der man ihn ließ - immer in der Hoffnung, seine Angebetete würde davon erfahren.

Weltstar wider Willen

Dann kam der Song als Single heraus, wurde zu einem Superhit - und alle Welt erfuhr von Diana Ayoub, dem Mädchen, das dem frisch gebackenen Superstar einen Korb gegeben und sein Herz gebrochen hatte.

Für Diana war es ein Alptraum - denn sie wurde zum Popstar wider Willen. "Als ich meinen Abschluss auf der Highschool machte, wurde ich von Reportern belagert", erzählt sie Jahrzehnte später. "Die Jungs trauten sich nicht mehr, mich zu einem Date einzuladen, weil sie sonst am nächsten Tag ihr Foto in der Zeitung wiederfanden." Es sollte Jahre dauern, bis sich der Rummel um sie legte.

Für Paul Anka lief es weit besser. Bis heute hat sich sein erster großer Herzschmerz-Hit zehn Millionen Mal verkauft - und ihm den Weg zu einer beispiellosen Karriere geebnet, als Sänger, Schauspieler und Songwriter: Anka lieferte Beispielsweise auch den Text zu Frank Sinatras "My Way" und komponierte Tom Jones' Hit "She's A Lady". Alles lief bestens, bis auf eine Sache: Diana Ayoub hat er trotzdem nie rumgekriegt.

Die Musikgeschichte ist voll von Songs für große Lieben, schlimme Exfrauen und unerreichbare Traummädchen - und oft verstecken sich hinter drei Minuten Popsong geradezu epische Abenteuer um große Hoffnungen und gebrochene Herzen.

Der amerikanische Musikjournalist Michael Heatley hat den wahren Geschichten hinter diesen Kompositionen ein Buch mit dem Titel "Das Mädchen aus dem Song" gewidmet. Wussten Sie etwa, dass Neil Diamonds Liebeslied "Sweet Caroline" von einer gerade mal fünfjährigen Präsidententochter inspiriert wurde, die auf einem Pony Namens Macaroni reitet? Dass der bissige Rolling-Stones-Rocksong "Miss Amanda Jones" von der Muse Dalís und ihrem dunklen Geheimnis handelt? Oder dass sich Eric Clapton und George Harrison geradezu ein Duell der legendären Liebesballaden lieferten, um dieselbe Frau zu beeindrucken?

einestages präsentiert einige der größten Kompositionen für echte (und manchmal auch nicht ganz echte) Frauen - und verrät die Storys dahinter.


Zum Weiterlesen:


Michael Heatley: "Das Mädchen aus dem Song". Schwarzkopf & Schwarzkopf, Hamburg 2010, 208 Seiten.
Das Buch erhalten Sie im SPIEGEL-Shop.


Debatte

insgesamt 4 Beiträge zur Debatte
Sylvia Baldwin am 27. Juli 2010, 02:35
Ja, dabei handelt es sich um das von Andy Warhol entdeckte Model Patti D'Arbanville, das auch auch "Wild World" inspiriert hat - eine echte Muse!

Henning Petersmann am 27. Juli 2010, 01:19
Und wenn schon Eric Clapton mit dabei ist:

"My favorite mistake" von Sheryl Crow bezieht sich angeblich auf die Beziehung der Beiden.


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