Über einestages

1895-2008

Braunkohleförderung Schwarzes Gold und blühende Landschaften


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Holz zu Kohle: Dieses Stück Holz wurde zwischen Braunkohle konserviert. In tausend Jahren hätte auch daraus Braunkohle werden können.

Heimat- und Geschichtsverlust oder Chance zum Neuanfang? Der Tagebau Inden ist für die Menschen der Region immer wieder Auslöser heftiger Diskussionen. Die zukünftigen Generationen jedenfalls werden eine völlig andere Landschaft vorfinden.


Das Braunkohlerevier Inden zwischen Jülich und Eschweiler, betrieben von RWE Power, umfasst laut Braunkohlenplan 4500 Hektar. Derzeit werden dort jährlich 22 Millionen Tonnen gefördert. Die Gewinnung des "schwarzen Goldes" hat großen Einfluss auf die Landschaft, die Wohnorte und auch die Menschen.

Diese Veränderungen haben Vor- und Nachteile. Auf der einen Seite müssen alte, gewachsene Orte den Schauffelbaggern weichen, Dorfgemeinschaften zerbrechen, kaum jemand wird in dieser Gegend sagen können: Hier ist die Familie seit Generationen zu Hause. Die Orte Erberich, Langendorf, Laurenzberg, Lürken, Langweiler, Obermerz, Inden und Altdorf gibt es nicht mehr, allem Widerstand der Bewohner zum Trotz. Die Orte Lohn - als größter Ort des Kirchenspiels Lohn -, Pützlohn, Rittergut Hausen und ein großer Teil des Ortes Fronhoven mussten ebenfalls weichen.

Landschaftspark "Indeland"

Auf der anderen Seite werden kommende Generationen eine völlig andere Umgebung vorfinden - mit einem hohen Freizeitwert, denn die Restlöcher werden dann geflutet und große Seen entstanden sein. Ein Vorgeschmack ist der Blausteinsee, der im Rahmen der Rekultivierung der Landschaft ab 1994 entstand. Rund um den ca. 100 Hektar großen See findet sich ein 15 km langer historischer Wanderpfad, der auf die nun fehlenden Orte aufmerksam macht.

Die ab 2035 geplante großflächige Rekultivierung des Reviers Inde zu einem großen Landschaftspark - "Indeland" - klingt natürlich menschen- und umweltfreundlich. Wer heute hier lebt, muss sich aber offenbar mit der vorhergehenden Umweltzerstörung abfinden. Das Kraftwerk Weisweiler zum Beispiel, das mit der Inder Braunkohle betrieben wird, steht wegen seines hohen Kohlendioxid-Ausstoßes bei Umweltschutzorganisationen in der Kritik.


Debatte

insgesamt 7 Beiträge zur Debatte
Ferdinand Philipp Keuter am 23. Januar 2011, 14:47
Schlamm oder „gefringste Kohlen“ statt Briketts

In den ersten Jahren nach dem Kriege transportierten die Alliierten Kohlen aus dem Ruhrgebiet über die Schienen...

Ferdinand Philipp Keuter am 3. August 2010, 14:11

Badeunfall im alten Tagebauloch im Sommer 1948
Im Zweiten Weltkrieg war 1941 der Braunkohlentagebau "Zukunft" zwischen
Weisweiler und Dürwiß ausgekohlt. Der...


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