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"Inside Man" (2006)
Bankräuber Dalton Russell (Clive Owen, Foto) und seine drei Komplizen haben eine besonders originelle Idee: Als Maler getarnt überfallen sie eine Bank in Manhattan und verkleiden dabei ihre Geiseln wie sich selbst, damit die Polizei Täter und Opfer nicht unterscheiden kann. In dem Film geht es zwar um weit mehr als nur einen Bankraub: Arthur Case, der Gründer und Direktor der Bank, will zugleich verhindern, dass mit dem Öffnen der Schließfächer auch seine schmutzigen Geschäfte ans Licht kommen. Zumindest das Verwirrspiel mit der Malerkostümierung geht auf und bringt im Frühsommer 2010... |
Abgedreht und nachgemacht: Bankräuber im Nonnenkostüm, Tunnelgräber unterm Berliner Ku'damm und ein brutal mordendes Pärchen. Immer wieder inspirierten Filme ihre Zuschauer zu Verbrechen. einestages über gewagte Filmcoups - und ihre genialsten, brutalsten und peinlichsten Kopien. Von Solveig Grothe und Christian Gödecke
Die zwei Anwesen in Vietnam waren weg. Die beiden Villen in San Diego hatten sie ihm genommen, genau wie den Porsche Carrera, Baujahr 2001, und das mit Diamanten besetzte Armband. Wirklich alles hatte der Richter einkassiert, selbst die Rolex, Modell "President".
Die Insignien unerhörten Reichtums gehörten zu einem unscheinbaren Mann, der am 16. März 2010 auf der Anklagebank in San Diego saß und auf das Urteil wartete: Phuong Quoc Truong. Der gebürtige Vietnamese hatte als Kopf einer hochspezialisierten Gruppe von Computerexperten und Kartentricksern den größten Trickbetrug der US-Geschichte aufgezogen und dabei mehr als sieben Millionen Dollar eingestrichen. Einer allein hätte auch unmöglich schaffen können, was der "Tran Organisation" in sechs Jahren gelang: 27 extrem gut gesicherte Casinos in ganz Nordamerika auszunehmen.
Die geniale Masche der Gauner um Mastermind Truong: Sie schmierten Kartengeber beim Black Jack und Baccarat, die wiederum durch falsches Mischen den Mitverschwörern am Tisch Zehntausende Dollar zuschusterten. Ein Überwachungsvideo zeigt, wie gut die Casino-Gang technisch ausgerüstet war: Über ein im Ärmel verstecktes Mikrofon gibt ein mutmaßliches Mitglied der Truong-Gang Kartenfolgen beim Black Jack durch, die ein Mann außerhalb des Casinos protokolliert und später wohl auf demselben Weg an den Spieler am Tisch weiterreicht. An ihrem lukrativsten Abend strich die Gaunerbande 868.000 Dollar ein - in 90 Minuten.
Manipulierte Dealer und jede Menge Technik
Eine illustre Truppe aus am Ende 37 Kleinkriminellen mit Spezialfähigkeiten und einem Faible für Kartentricks. Eingeschleuste Angestellte, technische Hightech-Hilfsmittel und ein Ziel: das Geld der glitzernden US-Casinos zum eigenen Nutzen umzuverteilen – kommt Ihnen alles irgendwie bekannt vor?
Es gibt einen Film, der verblüffende Ähnlichkeiten mit den Raubzügen von Truongs "Tran Organisation" aufweist: Auch in "Ocean's Eleven" taten sich Kriminelle mit Spezialbegabungen zusammen, um drei Casinos um deren Einnahmen zu erleichtern. George Clooney, Brad Pitt und Matt Damon setzten wie die "Tran Organisation" auf manipulierte Dealer und Sicherheitsbeamte sowie jede Menge Technik – auch wenn am Ende ihr Ziel der ganz große Coup war: der gemeinsame Tresor von drei Nobelcasinos in Las Vegas.
Vielleicht ist es nur ein Zufall, dass der Beutezug der "Tran Organisation" wie eine Hollywood-reife Kopie made in Vietnam wirkt. Aber fest steht: Der Blockbuster, der weltweit mehr als 400 Millionen Dollar einspielte, kam genau ein Jahr vor dem Karrierestart von Truongs "Ocean's 37" in die Kinos. War er es am Ende, der die Kriminellen aus Asien inspirierte?
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