| Erwischt! Roter Mantel, Rentiergeweih, Zipfelmütze - die Tarnung der beiden Roboter R2-D2 und C-3PO auf dieser Karte wäre fast perfekt gewesen. Leider wurden sie jedoch für dieses Kartenmotiv aus dem Jahr 1979 just in dem Moment abgebildet, in dem C3PO seinen falschen Weihnachtsmann-Rauschebart gerade umhängen wollte. |
Der Todesstern als Weihnachtskugel? R2-D2 im Rentierkostüm? Mit skurrilen X-Mas-Karten wünschen George Lucas und die "Star Wars"-Macher seit 35 Jahren Mitarbeitern und Freunden ein frohes Fest. einestages zeigt das Witzigste und Originellste aus 35 Jahren galaktischer Glückwünsche. Von Danny Kringiel
Irgendwas stimmt nicht mit diesem Weihnachtsmann. Darüber können auch nicht die gemütlich züngelnden Flammen im Kamin oder der Weihnachtsbaum mit seinen funkelnden Ketten, in allen Farben glänzenden Christbaumkugeln und Lebkuchenmännern hinwegtäuschen.
Die Beine, die aus seinem Mantel hervorgucken, glänzen sonderbar metallisch, und sein weißer Rauschebart ist offenbar eine Fälschung - denn er hält ihn gerade in den Händen. Darunter kommt ein golden schimmerndes Metallgesicht zum Vorschein. Und was noch merkwürdiger ist: Sein Rentier hat zwar ein prächtiges Geweih - aber nur drei mechanische Beine. Moment mal: Mechanisch? Goldene Metallhaut? Drei Beine? Sind das nicht...? Genau: R2-D2 und C-3PO, die Droiden aus den "Star Wars"-Filmen, in weihnachtlicher Verkleidung. Mussten die etwa nach den unterirdischen Episoden I bis III auf Studentenjobs umsteigen?
Mitnichten: Das skurrile Postkartenmotiv ist nur eines unter etlichen irren Weihnachtskarten, die Mitarbeiter und Geschäftspartner von Lucasfilm Ltd. seit 1977 vor den Festtagen in ihren Briefkästen finden. Alljährlich verschickt der 1971 von "Star Wars"-Erfinder George Lucas gegründete Medienkonzern an seine Mitarbeiter Festtagsgrüße, die altbekannte Weihnachtsbilder völlig neu interpretieren - mit Außerirdischen, Robotern und Jedi-Rittern aus dem "Star Wars"-Universum.
Da stopfen puschelige Ewoks Geschenke in die Weihnachtsstrümpfe am Kaminsims, vor der Tür steht ein Weihnachtschor aus weißgepanzerten imperialen Sturmtruppen, die andächtig Kerzen hochhalten - und draußen auf der Straße ist der Außerirdische Jar Jar Binks mit seiner langen Amphibienzunge an einem Laternenpfahl festgefroren. Selbst der Todesstern wirkt plötzlich ganz festlich - zur Christbaumkugel umfunktioniert.
Weltraumgangster, liebevoll dekoriert
Einer der Schöpfer dieser ausgeflippten Karten ist Devon Cutler, Designer des Lucasfilm-Tochterunternehmens Industrial Light & Magic. Er kann seinen Stolz kaum verbergen, wenn er über seine letztjährige Schöpfung spricht - eine Karte mit Jabba dem Hutten in Gestalt eines Schneemanns. Wie ein Modeschöpfer schwärmt er von seiner Kreation: "Dieser unbeschwerte, skurrile Ansatz ist eine ganz frische Herangehensweise an den Bösewicht Jabba. Wir haben schimmernde weiße Folie auf dickem Papier verwendet, dazu dezente Detailprägungen am Hut, den Augen, dem Mund und den Armen hinzugefügt für einen Hauch von Raffinesse."
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