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1930

Rauchende Stars Inhalieren wie Bogart


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Humphrey Bogart und Lauren Bacall: Zwei coole Ikonen, ein Laster - das von der Tabak-Industrie gut bezahlt wurde.

Qualmen, damit die Kasse klingelt: Fast alle Leinwandgrößen des goldenen Kino-Zeitalters zelebrierten das Zigaretterauchen - meist im Dienst der Tabakindustrie. Millionen Dollar flossen, damit die Stars die richtige Fluppe vorführten.


"Hat Shawn Reagan etwas mit der Sache zu tun?", grummelt Humphrey Bogart in der Rolle des Detektivs Philip Marlowe. Er steht auf, schlendert durch das kleine Büro, greift mit einer beiläufigen Bewegung in seine Sakko-Tasche. Dann schaut er der bezaubernden Lauren Bacall tief in die Augen, fischt eine Zigarette aus der Packung und nimmt einen tiefen Zug - unnachahmbar lässig.

Szenen, in denen Hollywood-Stars rauchen, wie diese aus dem Film "Tote schlafen fest", gehören zu Filmklassikern wie die Hollywood-Größen selbst. Mit ihrer Ausstrahlung brachten Stars wie Bogart ganze Generationen zum Träumen - und zum Rauchen. Wie eine Studie jetzt belegt, wurden viele Hollywood-Stars bezahlt, damit sie sich eine anstecken: Gary Cooper, Clark Gable, Joan Crawford oder Spencer Tracy - sie alle standen auf der Gehaltsliste der US-Tabakindustrie, damit sie für Zigaretten werben.

Die Studie der britischen Zeitschrift "Tobacco Control" fand just heraus, dass fast 200 Hollywood-Stars im "Goldenen Zeitalter" der Traumfabrik, von 1930 bis in die fünfziger Jahre hinein, von Tabakkonzernen wie American Tobacco, Reynolds, Liggett & Myers und anderen bezahlt wurden. Lange geheim gehaltene Unterlagen der Firmen weisen zahllose Hollywood-Stars als bezahlte Werbeträger der Tabakindustrie aus. Laut der Studie zahlte allein American Tobacco in der Saison 1937/38 insgesamt 218.750 Dollar an Hollywood-Größen, damit diese die Marke "Lucky Strike" bekannt machten - das entspräche heute etwa zwei Millionen Euro.

Ein lohnendes Geschäft für alle Beteiligten

Der Großteil dieser Werbung erschien in Zeitungsanzeigen, oft parallel zu einem Filmstart. Die Schauspieler äußerten sich positiv über die betreffende Zigarettenmarke, im Gegenzug wurde ihr aktueller Film beworben. Diese Art von Cross-Promotion sorgte nicht nur dafür, dass die Gesichter der Schauspieler bekannter wurden. Sie hatte auch einen buchstäblichen unbezahlbaren Werbeeffekt für die Studios. Denn die Zigarettenhersteller investierten weit mehr Geld in Werbung, als es die sich Filmfirmen leisten konnten.

Allein 1943 gaben die sechs größten Zigarettenhersteller zehn Mal soviel Geld für Radio- und Printkampagnen aus wie die acht wichtigsten Hollywood-Studios zusammen. "Kommerzielle Absprachen zwischen der Filmindustrie und den Tabakkonzernen gab es von Anfang an", sagt Stanton Glantz, Medizinprofessor an der University of California in San Francisco und Co-Autor der Studie.

In den Werbeanzeigen lobten die Schauspieler bestimmte Zigarettenmarken für ihre besondere Sanftheit, ihren entspannenden Effekt bei Dreharbeiten oder - wie im Fall von John Wayne, der später an Krebs starb - für die gute Wirkung auf die Stimme. Bis Mitte der fünfziger Jahre wurde hemmungslos für Tabak geworben - dann tauchten die ersten Studien auf, die Rauchen und Lungenkrebs miteinander in Verbindung brachten.

Trotzdem hält die Investition der Tabakindustrie in die Stars von damals noch heute vor: Schließlich rauchen Clark Gable, Humphrey Bogart und Joan Crawford in den frühen Hollywoodklassikern noch immer unnachahmlich lässig.

bma/AFP



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Debatte

insgesamt 1 Beiträge zur Debatte
Olaf Fiebig am 26. September 2008, 14:47
Ob die Spirituosen-Industrie aehnlich viel Geld investiert hat?
In den Fernsehsendungen von 1950-1970 wurde nicht nur geraucht sondern auch getrunken.
- Der Internationale...


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