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Das sexiest Cover: "Honey"
Die Ohio Players spielten in den siebziger Jahren eine ebenso heiße wie selbstironische Mischung aus Funk und R'n'B. In diesem Geiste engagierten sie für das Covershooting für das Album von 1975 den Fotografen Joel Brodsky. Und dieser lichtete die Dame mit dem Honigglas ab, als ... |
John Lennon wollte Hitler auf der Hülle, Pink Floyd eleganteres Design, und die Ohio Players erfanden das Plattencover-Pin-up. Die Musikgeschichte ist voll von grandiosen und grandios gescheiterten Artworks. einestages zeigt die bahnbrechendsten - und erzählt die Storys hinter den Hüllen. Von Iris Hellmuth
Was für ein Schock für die jungen Grafiker der Agentur Hipgnosis. Vor ihnen stand Richard Wright, Keyboarder der Band Pink Floyd, und bat für das nächste Plattencover um ein etwas eleganteres, zeitloseres Design. "Leute, ihr wisst, ich mag eure Arbeit - aber die Plattenfirma hat eure letzten Cover einfach nicht verstanden", erklärte er. Das saß.
Immerhin hatte Hipgnosis fast alle bisherigen Alben der Band gestaltet. Von der zum Teil aus Marvel-Comics bestehenden Collage für ihr zweites Album "A Saucerful Of Secrets" über das Kuhbild auf "Atom Heart Mother" bis hin zu den verschwommenen Formen, die "Obscured By Clouds" zieren, den Vorgänger von "Dark Side Of The Moon" - und jenem Album, bei dem jetzt offenbar alles anders werden sollte.
Schnell setzten sich Storm Thorgerson und Aubrey Powell, die Chefs von Hipgnosis, zusammen und zerbrachen sich die Köpfe. Am Ende stellten sie den Mitgliedern von Pink Floyd mehrere Cover zur Auswahl. Die Musiker waren sich sofort einig. Eine Legende war geboren.
Wie das Design von "Dark Side Of The Moon" wirklich entstand, ist bis heute ein Geheimnis. Niemand, weder die Musiker von Pink Floyd noch die Grafiker von Hipgnosis, haben je etwas über den Entstehungsprozess ihres berühmtesten Artwork verlauten lassen. Cover-Kenner ahnen heute dennoch, woher die Inspiration kam. Die Hülle von "Dark Side Of The Moon" zitiert auf kluge Weise ein anderes Cover, das zu den größten Klassikern dieser Stilform zählt: Beethovens Klaviersonate No. 5, in den vierziger Jahren von Alex Steinweiss, dem Erfinder der bedruckten Plattenhülle, gestaltet. Auf ihr ist es ein schwarzer Konzertflügel, in dem sich das Licht bricht - auf Pink Floyds Album ein dreieckiges Prisma.
Ob Zitat oder Original - bis heute gilt das Cover von "Dark Side Of The Moon" als eines der schönsten aller Zeiten. Dies ist auch der Plattenfirma EMI zu verdanken. Das Label erlaubte Pink Floyd als zweiter Band, den Designer für ihre Alben selbst zu wählen, und ermöglichte damit eine Reihe beeindruckender Kunstwerke.
Die erste Band, die ihre Cover-Gestalter selbst aussuchen durften, waren die Beatles. Und niemand hat die Kunst, das perfekte Albumcover zu finden, so beherrscht wie sie. Jede ihrer Hüllen ging bis ans Limit, testete aus, was noch ging, wagte, was noch nie zuvor gewesen war - die psychedelische Fotografie ("Rubber Soul"), die künstlerische Collage ("Revolver", "Sgt. Pepper's Lonley Hearts Club Band") oder gar Tabula rasa auf der Hülle ("The Beatles"). Keine andere Band hat die Möglichkeiten der Stilform Plattencover so begriffen, hat so viele Trends in so kurzer Zeit gesetzt.
Wer kam da noch hinterher? Und welche Covergestalter hatten es vorgemacht? Und was machten spätere Generationen von Designern aus den großen Vorbildern?
einestages hat sie zusammengetragen, die Cover und ihre Geschichten. Hüllen, die heute Klassiker sind, weil sie sich etwas trauten, weil sie ein Lebensgefühl transportierten oder gleich ein neues auslösten. Aber auch Hüllen, die auf weniger rühmliche Weise zu Legenden wurden - oder schlicht überschätzt sind.
Viel Spaß beim Schauen, Lesen und manchmal Lachen.



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