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2001-2006

Erfindung des iPod Die Welt dreht am Rad


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dpa
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Apple-Mitbegründer Wozniak und Jobs: 1976 gründeten die beiden Computer-Nerds Steve Jobs (l.) und Steve Wozniak in einer Garage die Firma Apple. Die Produkte von Apple, insbesondere der iPod, sind heute Statussymbole.

Auf dem Markt der MP3-Player war Apple 2001 mit dem iPod sowohl ein Spät-, als auch ein Durchstarter. In den USA steht der Markenname längst synonym für eine ganze Geräteklasse. Auch hierzulande bleiben das Gerät und seine Nachfolger ein Objekt der Begierde.


Als Steve Jobs am 23. Oktober 2001 den ersten iPod aus der Hosentasche zauberte, keimte der Markt der MP3-Player schon kräftig. Apples Gerät aber war anders: Es war teurer und bot weniger als viele Konkurrenten. Dafür war es sexy: Apple verband die Optik eines medizintechnischen Instrumentes mit einer ungewöhnlich intuitiven Benutzerführung - und räumte damit den Markt ab.

Binnen kürzester Zeit weckte der iPod ungeahnte Leidenschaften bei seinen Käufern, die man treffender mit "Fans" bezeichnen könnte. Auf eine (für die Standards von SPIEGEL ONLINE schon fast unanständig begeisterte) Besprechung des iPod mit dem vielsagenden Titel "Meins Meins! Meins!" hagelte es Lesermails, die längst nicht nur zustimmend waren. "Sie Arsc.....", hieß es in einer, "haben dieses Produkt nicht genügend gelobt!"

Da wundert es kaum noch, dass der kleine, suchtbildende Begeisterungsapparat das zu diesem Zeitpunkt noch kräftig wankende Computerunternehmen Apple nicht nur sanierte, sondern von Grund auf transformierte. Heute steht Apple vor allem als Entwickler und Hersteller für digitales Entertainment-Equipment da - vom Rechner über den iPod, vom Musik- und zunehmend auch Filmhandel bis zu multimedialer Hausvernetzung.

Der Dukatenesel heißt iPod

Den aktuellen Quartalszahlen kann man entnehmen, was für eine Rolle die verschiedenen iPod-Geräte heute für Apple spielen. Allein in den letzten drei Monaten verkaufte Apple 8,7 Millionen Geräte. Damit steigt der Absatz des iPod noch immer, obwohl er in den USA bereits rund 80 Prozent der Marktanteile eingestrichen haben soll. Zum phänomenalen Geschäftsergebnis tragen die kleinen Kisten damit nicht unerheblich bei: 4,84 Milliarden Dollar setzte Apple im Quartal um, mit einem Reingewinn von 546 Millionen Dollar in nur drei Monaten.

Im Kielwasser des neuen Erfolges wächst nun auch wieder der Erfolg des Rechnergeschäftes - aber der Dukatenesel des Apple-Konzerns heißt iPod.

Fünf Jahre nach dem Verkaufsstart weiß man da kaum, wem man zum kleinen Jubiläum gratulieren soll: Dem iPod, dem Walkman des neuen Jahrtausends, oder Apple selbst, denen mit der Gerätegruppe der wohl größte Wurf der Firmengeschichte gelang - und die Schaffung einer Technik-Ikone, an die man sich noch erinnern wird, wenn unsere Nachfahren ihren MP3-Chip im Kreißsaal unter die Haut implantiert bekommen.

Frank Patalong

Erschienen auf SPIEGEL ONLINE am 20.10.2006


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