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Drei Tore für die Ewigkeit: Im Jahr 1986 gelingen dem Abwehrspieler Alvin Martin vom Londoner Club West Ham United beim 8:1-Sieg über Newcastle United drei Treffer. So weit nichts Ungewöhnliches. Doch Martin schießt seine drei Tore gegen drei verschiedene Torhüter.
Das erste Tor vor 24.735 Zuschauern fällt gegen Newcastles Stammtorhüter Martin Thomas, der eigentlich noch an einer Schulterverletzung laboriert, jetzt aber zwischen die Pfosten muss, weil sein Ersatz David McKellar sich zwei Tage zuvor verletzt hat. Fünf Minuten nach Anpfiff hat Martin ihm einen Volley reingeschossen. Zur Halbzeit muss Thomas wegen seiner Schulter aufgeben. In Ermangelung von Alternativen wird er gegen Chris Hedworth ausgetauscht - einen Mittelfeldspieler. Hedworth bricht sich bei einer seiner ersten Aktionen das Schlüsselbein, hält zunächst durch, muss dann aber - nachdem Martin ihn per Kopf überwunden hat - ebenfalls raus und übergibt die Handschuhe an seinen Feldspielerkollegen Peter Beardsley. Sechs Minuten vor Ende der regulären Spielzeit gibt es dann Elfmeter für die Hammers. Ray Stewart hat sich den Ball schon genommen, als das Publikum den Namen von Martin skandiert. Er läuft an und schießt zum 8:1 ein. Eine Bestmarke für die ganze Fußball-Menschheit. |
Ein Torwart, der sein Tor abfackelt. Ein Schiedsrichter, der sich selbst Rot zeigt. Ein Trainer, der die Nationalmannschaft nach Sternzeichen aufstellt. Die Geschichte des Fußballs ist voller irrer Typen mit unglaublichen Marotten. einestages präsentiert die legendärsten und lächerlichsten. Von Christian Gödecke
Als der Schiedsrichter die erste Halbzeit abpfeift, hat Harry Redknapp genug. 45 Minuten muss sich der Assistenztrainer des englischen Erstliga-Clubs West Ham United jetzt schon die wüsten Beschimpfungen des kahlrasierten Mannes anhören, der direkt hinter der Trainerbank steht und in Richtung Spielfeld brüllt. Die Beleidigungen des Skinheads gelten West-Ham-Stürmer Lee Chapman, der wegen seiner Größe immer etwas ungelenk wirkt und mit 34 Jahren auch nicht mehr der Schnellste ist. Aber darf man ihn deshalb so wüst angehen? Redknapp findet: nein.
Das Testspiel an diesem 28. Juli 1994 könnte unbedeutender nicht sein. West Ham bereitet sich bei dem unterklassigen Oxford City FC auf die neue Saison vor. Doch das, was nach dem Halbzeitpfiff passiert, geht in die Fußballgeschichte ein.
"Kannst du so gut spielen, wie du redest?" Das fragt Redknapp, als er plötzlich vor dem Glatzkopf steht. Der Skinhead, ein 27-Jähriger namens Steve Davies, ist verwirrt. Meint der Coach seines Lieblingsclubs das jetzt ernst? Ja, tut er. Denn Redknapp verkündet gleich darauf: Heute werde Davies' Traum wahr, er dürfe seinen großkotzigen Worten Taten folgen lassen und für West Ham spielen. Dann schickt er den verdutzten Schreihals in die Umkleide. Zehn Minuten später läuft Davies im West-Ham-Trikot auf den Platz.
Eine irre Anekdote - aber nur eine unter vielen
Dort sorgt der unbekannte Kicker zunächst für Verwirrung. "Wer ist das", wird Redknapp von Journalisten gefragt. "Was, hast du etwa die WM nicht gesehen? Das ist der großartige Bulgare Tittyschew!", erwidert Redknapp und macht aus dem tätowierten Skinhead mal eben einen vermeintlichen Starspieler vom Balkan. Doch auch das ist noch nicht das Ende der unglaublichen Geschichte. Davies erweist sich nämlich tatsächlich als gar nicht schlecht - und schießt vor 2000 Zuschauern sogar ein Tor!

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