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| Unberührte DDR-Wohnung: Original DDR-Getränkeflaschen und Küchengerätschaften stehen auf dem Tisch einer seit 1988 unberührten Wohnung, die bei Sanierungsarbeiten in Leipzig endeckt wurde. |
Für diese Zeitreise genügte ein Schritt: In Leipzig hat ein Architekt zufällig eine seit 1988 unberührte DDR-Wohnung entdeckt - mit "Hit-Cola"-Flaschen auf dem Küchentisch. Dass sein Fund die Ostalgie anheizen könnte, glaubt der Entdecker nicht: Die kümmerliche Einrichtung wirke der Verklärung eher entgegen.
M. Sebastian Richter
9. Feb 2009, 14:58
Ich finde es sehr verletzend, wenn ein Mensch mit "Republikflucht"...
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Ein Schritt, schon befand sich Mark Aretz wieder im real existierenden Sozialismus - 20 Jahre nach dessen Ende. Beim Betreten einer kleinen Zweizimmerwohnung in der Crottendorfer Straße in Leipzig fand sich der Architekt unversehens in einem 40 Quadratmeter großen Mikrokosmos des längst vergangenen DDR-Alltags wieder: Verstaubte "Hit-Cola"-Flaschen standen auf dem Küchentisch, im Brotfach gammelten die berühmt-berüchtigten Gummibrötchen vor sich hin - offenbar unberührt seit 1988, dem Jahr vor dem Mauerfall.
Seither scheint die Wohnung im vierten Stock eines Hauses im Stadtteil Reudnitz vergessen im Dornröschen-Schlaf vor sich hin gedämmert zu haben - bis Architekt Aretz die Tür aufschloss, um die Sanierung des Altbaus zu planen. "Es roch schon nach typisch DDR, einer Mischung aus Braunkohle und Linolböden", sagte Aretz zu SPIEGEL ONLINE: "Ich war sehr überrascht, so gar nichts aus dem Westen zu sehen."
Stattdessen fanden sich reichlich Hinweise aus der Vorwendezeit: Ausweispapiere, Führerschein, Briefwechsel. Demnach war der letzte Mieter ein 24 Jahre alter Leipziger, der offenbar mit dem Gesetz in Konflikt gekommen war. Entdecker Aretz vermutet, dass der Mann die Wohnung Hals über Kopf verlassen hat.

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