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2003

Irak-Krieg Geheimpapier belegt deutsche Warnungen an Bush



16 Diskussionsbeiträge zu diesem Thema

Letzter Beitrag:

Konrad Till

29. November 2010, 09:51
Ob Schröder dafür oder dagegen war spielt keine Rolle. Ebenso die Meinung von Herrn Bush. Welche den Krieg wollten haben, wie bei Korea und Vietnam auch gewonnen. Je mehr die Kriege kosten um so mehr gewinnen diese Leute.
Alle Hochachtung wenn der "Spiegel" uns mal über mehr...

Rene Zimmermann
24. November 2010, 07:30
Mit Material von

Büro Bundeskanzler a.D.
Gerhard Schröder
Deutscher Bundestag
Unter den Linden 50
10117 Berlin
Volker Hallwass
24. November 2010, 07:39
War es nicht damals so, dass Frau Merkel nach Washington reiste und Bush versprach, gerne mit in den Krieg zu ziehen. (falls Sie gewählt werde). Glücklicherweise wurde damals Schröder zum Bundeskanzler gewählt.
Bernd Irmler
24. November 2010, 07:56
Es ist ja schon sehr dreist, mit welcher Unverschämtheit hier gelogen wird.

US-Präsident Bush wurde durch "Erkenntnisse" des BND auf angebliche Massenvernichtungsaffen im Irak hingewiesen. Der BND untersteht dem Bundeskanzler.

Der Irak-Krieg wurde nicht nur mit Duldung, sondern durch gefälschte Hinweise des BND forciert. Schröder und auch Fischer haben das nicht nur gewußt, sondern sehr wahrscheinlich auch in die Wege geleitet.

Der jetzt aufgetauchte "geheime" Bericht kann nur eine nachträgliche Fälschung sein.

Mit gefälschten Berichten hat schon Scharping den Krieg gegen Serbien provoziert.
Johann Schleifer
24. November 2010, 08:03
Der Artikel liest sich wie ein Versuch, der SPD zu besseren Umfrageergebnissen zu verhelfen. Dieses "Geheimpapier" sagt nichts aus, das Schröder nicht auch schon zu Wahlkampfzwecken vor Kameras gesagt hatte.
Schröder war alles andere als hellsichtig - er hat kurz vor einer Wahl auf heuchlerische Art und Weise einen Einsatz abgelehnt, den Deutschland nie hätte leisten müssen. Niemand hatte von Deutschland verlangt, sich militärisch zu engagieren. Es gab keine Nato Verpflichtung dazu - wie in Afghanistan - und Deutschland hatte schon große politische Kämpfe durchstehen müssen, um dort in einen Einsatz zu gehen.
Schröder wollte sich als "Friedensengel" darstellen - der Hinweis auf mehr Waffeninspektionen ist natürlich absurd, denn selbst der Waffeninspektor Blix äußerte noch am Vorabend des Irakkriegs die "starke Vermutung", dass im Irak noch ungefähr 10.000 Liter Anthrax existierten.

Überdies hatte die UN-Resolution 1441 die Beweislast weder in die Hände der USA noch der Uno gelegt, sondern eindeutig in die von Saddam Hussein.
Wesentliche Fragen seien unbeantwortet geblieben, monierte Blix gegenüber dem UN-Sicherheitsrat.

Später hatte Saddam zugegeben, den Anschein des Besitzes der Waffen provozieren zu wollen, da er vor dem Iran stark da stehen wollte.
http://www.n24.de/news/newsitem_5184587.html

All das hat Schröder nicht gewusst - zumal auch der BND von Massenvernichtungswaffen im Irak ausging.
Eine Rede von Clinton zu der Zeit, zeigt zudem, wie durch alle Parteien in den USA über den Einsatz gedacht wurde- Bush war da mitnichten alleine.
http://www.youtube.com/watch?v=Q2iOVqYBqME&feature=player_embedded

Zudem muss man sich klar machen, dass die vielen Toten im Irak nicht durch die USA, sondern durch Konflikte entstanden sind, die über Jahrzehnte durch das Mordregime Saddams unterdrückt wurde - mit weit mehr Toten. Die Findung einer zivilisierten Art mit Konflikten umzugehen, war in jedem Land der Welt blutig - im Irak tritt sie nun durch die Befreiung des Landes eines Diktators ein paar Hundert Jahre Später zu Tage.
Die andere große Zahl von Opfer geht auf Attentäter aus Syrien, Saudi-Arabien und auf Bombenlieferungen aus dem Iran zurück.
Die USA kann man auch dafür nicht verantwortlich machen.
Einen ausgeglichener Kommentar zu dem Thema gab es kürzlich im Tagesspiegel.
http://www.tagesspiegel.de/meinung/fair-game-wahrheit-und-dichtung-ueber-george-w-bush/3190550.html
Armin Stadler
24. November 2010, 08:07
Man sollte wissen, dass vom BND an die USA Informationen geliefert wurden, dass von deutschen Firmen etliche leicht umrüstbare chemische Waffenlabors an den Irak geliefert wurden. Diese Waffenlabors waren auf Satelittenbildern zu sehen.
Gleichzeitig hat Deutschland für die halbe Bevölkerung in Deutschland bereits Pockenimpfungen vorbereitet, aus Angst vor einem Anschlag aus dem Irak.
Gerhard Schröder blieb unter dieser womöglich weitreichenden Auswirkungen für die Bevölkerung gar keine andere Möglichkeit zu sagen, dass Deutschland gegen einen Krieg ist und so auch offiziell gegen Amerika argumentiert. Wahlpolitisch half das auch.
Das bei einer solchen Gesamtkonstellation unter 4 Augen von 2 Staatsmännern auch mal punktuell und inoffiziell ein solcher Sachverhalt anders begutäugt wird, ist sinnvoll denn auch Schröder wusste nicht genau wie das ganze Ausgehen wird.
Matthias Neb
24. November 2010, 08:47
Ich freue mich jetzt schon auf unsere vielen wert- oder neokonservativen Freunde
die uns nachweisen werden, dass auch dieses Geheimpapier ein Wahlkampftrick
Schröders war und die "westlichen Werte" besser von Bush sowie dessen Fußsoldaten
aus Großbritannien, Polen, Spanien undsoweiter vertreten wurden.
Und dass sie bedauern, das Angela nicht mitspielen durfte wie sie es gerne
gehabt hätte.
Olga Deneg
24. November 2010, 09:15
Die eigentliche Ironie der Geschichte
----------------------------------------------
Der Dame und all den anderen Ja-Sagern aus ihrer
Partei, die damals in Washington vorauseilenden
Gehorsam zeigten, und uns damit wieder am Beginn
eines Jahrhunderts in einen Angriffskrieg hineingezogen
hätten, wurden von eben diesen lauteren Sozialdemokraten
der Steigbügel ins Kanzleramt gehalten.


Damian
Dietmar Muras
24. November 2010, 09:15
Das ist ja mal wieder ein sehr erfreulicher Beitrag.
Hier werden Ross und Reiter genannt. Also gibt es andere Möglichkeiten, dem angeblichen islamistischen Terror zu vermeiden.
Aus der heutigen Bundesregierung kommen keine Warnmeldungen. Hat sich Frau Merkel schon so weit dem Bush-Standpunkt genähert? Und wie ist es ihr gelungen, alle konträren Stimmen verstummen zu lassen?
Lothar Ludwig
24. November 2010, 09:38
.. und die Größen der CDU, mit wenigen anerkennenswerten Ausnahmen, waren sich nicht zu blöd, aus innenpolitischem Kalkül die rühmenswerten Aktionen der Schröderregierung in diesem Belang zu konterkarieren. Das spricht auch Bände mit Blick auf die "Glaubwürdigkeit" unserer derzeitigen Regierungsmannschaft.
Max Schneider
24. November 2010, 09:52
"Denn in allen wesentlichen Fragen erwiesen sich die an jenem Dienstag vorgebrachten Einwände und Prognosen der Deutschen als berechtigt und zutreffend."

Frage mich nur warum niemand diesen Experten zugehört hat als es um eine Bewertung der deutschen Beteiligung am Afghanistankrieg ging? Kann mir nämlich kaum vorstellen dass diese dort zu einer anderen Einschätzung gekommen sind - nur hören wollte es keiner weil "wir" "da" (also im Afghanistankrieg) im Gegensatz zum Irakkrieg unbedingt mitspielen wollten...

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