Über einestages

1937

Industrieruine Vockerode Monsterwrack am Elbufer



12 Diskussionsbeiträge zu diesem Thema

Letzter Beitrag:

Harald Nehm

3. Januar 2013, 03:59
So mit Lichtershow und Ausstellungen, meine Güte, was wird da Geld verprasst, was wo anders drigend benötigt wird. mehr...

Siegfried Wittenburg
26. Mai 2011, 11:32
Mhm, gigantische Industrieruinen sind in jedem Fall beeindruckend, aber das Staunen vermischt sich mit real erlebten Gefühlen.

Beim Lesen dieses Artikels musste ich daran denken, unter welchen Bedingungen Verwandte im Tagebau und in solchen Kraftwerken gearbeitet haben, wie sie davon erzählt haben mit einer Mischung aus Stolz und Zweifel, welch hochgradige Luft- und Umwelverschmutzung davon ausging und wie verschwenderisch mit der so mühsam gewonnen Energie umgegangen wurde. Letztendlich ist ein ganzer Staat daran zu Grunde gegangen.

Die Gurken und Tomaten (???) konnten zwar im Treibhaus gedeihen, unter freiem Himmel jedenfalls nicht. In den Vorgärten der Gegend wuchsen nicht einmal mehr Blumen.

Es gibt noch originale Fotos aus dieser Zeit. Es wäre interessant, diese einmal zu sehen.

Detlef Kupfer
26. Mai 2011, 12:42
Sehr gute Fotos.

Ich bin auf dem Weg nach Berlin mehrmals "abgefahren". Nicht nur das ehemalige Kraftwerk ist beeindruckend, das tote Vockerode tut es noch viel mehr.

http://motorbloeckchen.com/?p=1901&cpage=1#comment-16437

Ralf Schmidt
26. Mai 2011, 13:05
>Die Gurken und Tomaten (???) konnten zwar im Treibhaus gedeihen, unter freiem Himmel jedenfalls nicht. In den Vorgärten der Gegend wuchsen nicht einmal mehr Blumen.


Warum muss in solchen Foren immer jemand etwas vom Hörgensagen schreiben. Ich habe selbst in Kraftwerken Vockerode und Zschornewitz gearbeitet und in der Nähe gewohnt. Vockerode liegt inmitten von Kleingärten und Feldern, z.B. grenzt das Kraftwerk auch unmittelbar an den Wörlitzer Park, dem größten Landschaftspark Kontinentaleuropas.

Wieso sollen oder sollten hier keine Blumen wachsen?
Siegfried Wittenburg
26. Mai 2011, 13:24
Ich war neulich mal in Polen, im Raum Katowice (Kattowitz). Auch dort stehen solche Kraftwerke, aus der gleichen Epoche. Der Unterschied zu Vockerode: Sie arbeiten noch.

Und in den Städten herum leben Menschen unter Bedingungen, die in Ostdeutschland alle vergessen haben. Der Unterschied: Sie haben keinen "Wessi", auf den sie schimpfen können.

Und trotzdem sind die Polen gut drauf und haben ein ansehnliches Wirtschaftswachstum.

Ich habe Ihre Website gesehen, Herr Kupfer. Die gleichen Bilder kann ich auch in der Pfalz machen. Oder im Ruhrgebiet. Oder in Detroit.
Gregor Fischer
26. Mai 2011, 13:34
Die Fotos sind wahrlich großartig. Marquis de Sade durfte ich erleben – es ist schade, dass diese grandiose Vorstellung in diesen Hallen abgesetzt wurde. Was nur am Text stutzig macht – das Kraftwerk steht im Osten der Ortschaft. Die angesprochenen langen Schatten können somit nicht abends, sondern nur morgens aufgetreten sein. Oder gab es noch weitere Schornsteine im Westen?
Carsten Dieckmann
26. Mai 2011, 13:56
Sehr schade, dass die Pläne eines ausländischen Investors, aus dem Gelände eine Art "Las Vegas des Ostens" mit Kasinos, Freizeitpark, Bühnen usw. zu machen, sich gerade in Luft auflösen. Der Investor hatte dafür die drei Sachsen-Anhaltischen Spielbanken (samt Glücksspiel-Lizenz) gekauft und schafft es derzeit nicht mal, die Raten dafür zu bezahlen. Möchte hier vielleicht jemand einspringen? ;-)
Siegfried Wittenburg
26. Mai 2011, 14:32
Herr Dieckmann, mit Las Vegas sieht es gerade auch nicht gut aus. Und ein gigantischer Freizeitpark steht 100 km weiter östlich in Brandenburg. Schreibt auch rote Zahlen. Man kann die dort angebotenen Leistungen nicht exportieren. Glücksritter hatten wir schon genug. Und die Berliner haben so viele attraktive Bühnen und Veranstaltungen, dass sie fast den gesamten Osten abdecken und selbst an der Unterhaltung zu kauen haben. Und viele Dessauer gibt es in Dessau auch nicht mehr.

So sehr es schmerzt: Die Epoche dieser Industriegiganten ist zu Ende. Und man kann aus allen zurückgelassenen Ruinen keine Supermärkte machen.
Frank Weber
27. Mai 2011, 08:54
Der gesamte Standort ist 2007 von Vattenfall mit einem großen Aufwand an den Investor verkauft worden, allerdings auch verbunden mit drastischen Auflagen (u.a. geforderte Bürgschaft in Millionenhöhe). Am Ende fehlte nicht viel, um das ambitionierte Vorhaben voranzutreiben, im wesentlichen hatte der Investor aber mit der Finanzkrise zu kämpfen. Schade, dass die ca. 1,5 Mio € Investition in die Planung keine Früchte tragen, es wäre eine (letzte?) Chance für den Ort gewesen. Der Standort sollte vielseitig genutzt worden, es gab zwei große Studien, die das Potenzial aufzeigten (u.a. Kongress- und Konferenzzentrum) und alles eingebettet in die Idee, das erste CO2-neutrale, nachhaltige und mit neuester Energieversorgung ausgestattete Event- und Freizeitresort zu realisieren.
Kai Simon
27. Mai 2011, 09:14
Es mag, angesichts der realen Situation, etwas merkwürdig wirken, aber mich erinnern die Bilder an typische Szenarien aus Ego-Shooter Computerspielen. Dunkle Gänge, verlassene Anlagen im Zustand des Verfalls. Ein dejà-vu der anderen Art.
Siegfried Wittenburg
27. Mai 2011, 10:31
Interessant, Herr Weber, doch ich kann mich an sehr viele Investoren erinnern, die so viele Event- und Freizeitressorts bauen wollten, dass die Flächen im Osten gar nicht ausgereicht hätten.

Man backt jetzt kleinere Brötchen und diese werden langsam größer. Doch es geht oft nicht ohne kräftige Finanzspritzen aus der öffentlichen Hand. Allein die Summe, die in das historische Ensemble von Heiligendamm versenkt wurde, ist gigantisch. Das Ergebnis der Arbeit dieser "Investoren" ist es das traurigste Seebad Deutschlands. Und es handelte sich "nur" um ein paar Villen. Es wird somit auch nichts erwirtschaftet. Man geht einmal hin, schüttelt den Kopf und kommt nie wieder. Purer Luxus. Inspiration für die Ego-Shooter.

Neuer Hinweis:

Bitte beachten: Auf einestages können Hinweise nur unter Ihrem Klarnamen veröffentlicht werden.


Sie möchten mitdiskutieren? Melden Sie sich hier an.


Artikelinfos

Im Web verfolgen




Verwandte Artikel

Vergessene Stadt Hak Nam: Festung der Dunkelheit

Statt Straßen gab es dunkle Gänge, gesäumt von Müll: In der...

Vergessene Orte: Geisterstadt im Ozean

Einst einer der dichtestbesiedelten Flecken der Welt, nun...

Verfallsforscher: Hinter schwedischen Ruinen

Jan Jörnmark war ein Wirtschaftshistoriker am Schreibtisch,...


Artikel bewerten

4,0 (27 Bewertungen bisher)


Foto hinzufügen


Mehr aus der Rubrik...


Mehr im Internet



» Album bearbeiten


» Album-Metadaten bearbeiten


» Produktionsansicht