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Skandal um Beuys-Badewanne Gescheuerte Kunst



16 Diskussionsbeiträge zu diesem Thema

Letzter Beitrag:

Siegfried Wittenburg

14. Dezember 2011, 09:07
Genau! Der geschliffene Diamant am Fingerring und der aufwändig gestaltete 50 Euro Schein in der Brieftasche allerdings auch, um die Philosophie von Boeys aufzugreifen.

Die Wette eines Bankers auf die Wertsteigerung oder die Wertminderung dieser Dinge allerdings nicht. mehr...

Harald Unger
10. Dezember 2011, 09:58
Ja ja ja ja ja, nee nee nee nee nee,

oder

Wie man dem toten Hasen die Bilder erklärt ...
Josef Blum
10. Dezember 2011, 10:05
In einem Nachtgespräch, das ich vor 31 Jahren mit Joseph Beuys führte, sprach dieser mehrmals von seinen "sogenannten Kunstwerken". Als ich ihn nach der Bedeutung dieses Ausdrucks fragte, erklärte er mir lächelnd: (Zitat sinngemäß nach meiner Erinnerung) " Wissen sie, Herr Ephrahim, ich bin ja eigentlich Unternehmer. Da gibt es Menschen, die haben so viel Geld, dass sie das gar nicht alles verbrauchen können. Andererseitsgibt es Menschen, in denen steckt ein künstlerisches Genie. Aber niemand fördert sie.. Und da
helfe ich dann und verteile um. Ich nehme denen etwas, die zuviel haben, und fördere damit diese Genies.
Das ist der Sinn meines Unternehmens FREIE UNIVERSITÄT."
Stefan Stobbe
10. Dezember 2011, 10:53
Wenn Beuys behauptet, dass jeder Mensch ein Künstler ist, warum ist dann das Erschaffen einer blank gescheuerten, alten Badewanne nicht auch ein Kunstwerk?

Wenn nur genug Leute behaupten, dass die beiden Scheuerinnen Kunst geschaffen haben, wird das auch Kunst.

Nichts gegen moderne Kunst, ich habe bei mir auch das eine oder andere Original hängen, aber bei Beuys handelt es sich ausschließlich um Wunst.

(Vor vielen moderen Exponaten steht man mitunter etwas ratlos; bei denen von Beuys helfen mir allerdings noch nicht einmal Erklärlungen.)
Peter Wösner
10. Dezember 2011, 12:37
Wenn es noch irgendeines Beweises bedurft hätte, dass wir derzeit in Deutschland eigentlich überhaupt keine Probleme haben, dann wurde er damit überdeutlich erbracht.
Max Schneider
10. Dezember 2011, 13:23
Wieso gibt es eigentlich kein Bild dieser 40-80 000 Mark teuren Badewanne? Ich frage da ich mir kaum vorstellen kann dass niemand etwas, was so viel wert sein soll, nicht mindestens ein einziges Mal fotografiert - und sei es nur für die Versicherungsunterlagen...
Roland Kurz
10. Dezember 2011, 14:00
Es ist eine (rethorische) Kunst, jemandem für Banalitäten einzureden, dass es Kunst sei, denn auch noch dafür Geld zu erhalten ist wirklich Kunst, wie im Märchen.
Das Märchen handelt von einem Kaiser, der sich von zwei Betrügern für viel Geld neue Gewänder weben lässt. Diese machen ihm weis, die Kleider seien nicht gewöhnlich, sondern könnten nur von Personen gesehen werden, die ihres Amts würdig und nicht dumm seien. Tatsächlich geben die Betrüger nur vor zu weben und dem Kaiser die Kleider zu überreichen. Aus Eitelkeit und innerer Unsicherheit erwähnt er nicht, dass er die Kleider selbst auch nicht sehen kann und auch die Menschen, denen er seine neuen Gewänder präsentiert, geben Begeisterung über die scheinbar schönen Stoffe vor. Der Schwindel fliegt erst auf, als ein Kind ausruft, der Kaiser habe gar keine Kleider an.
erwin fortelka
10. Dezember 2011, 20:02
Natürlich stürzen sich bestimmte Medien gierig auf die gescheuerte Badewanne oder die Fettecke!
Beuys war einer der großen Künstler und Kunstlehrer unserer Zeit! Sich einmal mit seiner Biographie zu beschäftigen, lohnt sich, sich einmal emotional auf seine Kunst einlassen, das lohnt sich!
Aber die Populisten wollen das ja gar nicht, sie wollen hetzen, und das Geld der Steuerzahler des "kleinen Mannes" ist da ein willkommenes Mittel! Bildleser/innen aller Länder vereinigt euch!
Moderne Kunst muss ja auch nicht jeder wollen und begreifen, man darf sie ablehnen, das gehört zum Wesen dieser Kunst!
Aber mit denen, die den röhrenden Hirsch vor der Alpenkulisse haben wollen, muss man ja auch nicht diskutieren.

Erwin Fortelka
Volker Altmann
11. Dezember 2011, 04:02
„Wenn Beuys behauptet, dass jeder Mensch ein Künstler ist, warum ist dann das Erschaffen einer blank gescheuerten, alten Badewanne nicht auch ein Kunstwerk?“

Diese Frage ist ganz einfach zu beantworten, Herr Stobbe.
Weil besagte Badewanne an sich ein Kunstwerk war – wie immer man auch darüber denken mag. Hätten sich die beiden Damen ihrer eigenen Badewanne so intensiv gewidmet, wäre das zwar auch noch keine Kunst – zumindest nach meinem Verständnis – aber sie hätten alle Chancen, es als ihre eigene Kunst zu verkaufen. Hätte jemand die Mona Lisa übermalt, würden Sie dann auch sagen, dass dies ein künstlerischer Akt war? Oder würden Sie sich nicht eher über diesen Frevel aufregen?

Nur weil ich ein Kunstwerk als solches nicht erkennen will oder kann, bleibt es doch ein Kunstwerk. Alles andere käme einem Aufruf zur Bilderstürmerei gleich. Darf nur als Kunst gelten, was meinem individuellen Geschmack entspricht? Unsere Museen und Galerien könnten dicht machen, bei solcher Betrachtungsweise. Beuys`Aussage würde nach ihrer Logik pervertiert, es wäre ein Freibrief, alles was an Kunst nicht gefällt nach eigenem Gusto zu verändern.
Georg Scheffczyk
11. Dezember 2011, 05:13
Es gibt nicht das (absolute) Kunstwerk. Ob etwas Kunst ist oder nicht, liegt im Auge des Betrachters. Deshalb kann Arno Breker für den einen ein Künstler sein, für den anderen nur ein guter Handwerker. Deshalb ist das Wort von "Kunst kommt von Können" nur die halbe Wahrheit. Wer erinnert sich nicht an den "Sprayer von Zürich"? Er wurde wegen Sachbeschädigung verfolgt und endete als Kunstprofessor. Seine "Schmierereien" waren herrliche Bilder.
Alex Zeitler
11. Dezember 2011, 06:05
Ich denke die grosse Problematik bei der ganzen Geschichte - oder sogar moderner Kunst im allgemeinen - ist, dass Kunst voellig falsch bewertet wird. Ich stimme Herrn Boys zu 100% zu, wenn er sagt "jeder Mensch ist ein Kuenstler". ABER: die Bewertung was ein einzelnes Kunstwerk wert ist hat sich mittlerweile weiter von der Realitaet entfernt als die Spekulationsblasen an der Frankfurter Boerse oder die Politik unserer aktuellen Bundesregierung. Und genau wie jene lernen es auch die Kunsmakler nicht, selbst wenn man es ihnen wie Damien Hirst direkt ins Gesicht reibt.

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