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Luftkrieg Bomben und Legenden



7 Diskussionsbeiträge zu diesem Thema

Letzter Beitrag:

Tihomir Radakovic

12. Februar 2013, 05:03
Der Autor, sowie sämtliche Kommentatoren vor mir versäumen es zu erwähnen dass grade Deutschland den Bombenkrieg angefangen hat in dem die Luftwaffe unzählige Luftangriffe auf London und viele andere Städte Englands, mit keinem anderen Ziel als den soviele Zivillisten zu mehr...

Ferdinand Schumacher
6. Februar 2008, 00:16
Das Bild ist typisch für die Vorstelllung einer Festung im übertragenen Sinne. Stellt man sich aber von diesen Monstern einige hundert in der Luft vor mit ihrer Geräuschkulisse ,dann kann man sich das Entsetzen vorstellen in den Augen der Zeitzeugen.
Nils Holstein
24. Juli 2008, 18:39
Thema Tieffliegerangriffe in Dresden:

Im offiziellen Tagebuch der Royal Air Force findet sich für den 13./14. Februar folgender Hinweis im 3. Absatz:

"...311 American B-17s dropped 771 tons of bombs on Dresden the next day, with the railway yards as their aiming point. Part of the American Mustang-fighter escort was ordered to strafe traffic on the roads around Dresden to increase the chaos. ..."
Quelle: http://www.raf.mod.uk/bombercommand/feb45.html

"to strafe" heißt: beschießen
Kai Frederking
24. Juli 2008, 19:02
Dieser Beitrag resultiert wieder aus der deutschen Schuldneurose: Es kann keine "mildernden Umstände" der deutschen Verbrechen geben. Das Problem dieser Neurose ist, dass Sie mit der tatsächlichen Schuld überlappt.

Es kann keine Zweifel daran geben, dass der Krieg der Alliierten gegen die Achsenmächte ein gerechter und notwendiger war. Es muss allerdings erlaubt sein zu Fragen, ob der Zweck, diesen gerechten Krieg zu gewinnen, tatsächlich alle angewendeten Mittel rechtfertigte. Diese Frage ist nach wie vor aktuell: Dürften bei einer unmittelbaren nuklearen Bedrohung Israels durch Iran iranische Städte bombardiert werden, um einen Regimewechsel zu erzwingen und somit israelische Leben zu retten? Ich denke nein - auch wenn ich taktische Schläge gegen militärische und nukleare Anlagen für gerechtfertigte Selbstverteidigung halte.

Entscheidend bei der Frage "Verbrechen oder nicht" kann in keinem Fall die Zahl der Toten sein. Ob in Dresden nun 3500, 35000 oder 350000 starben ist historisch relevant, aber nicht moralisch. Was zählt ist die Intention. Daher kann eigentlich kein Zweifel daran bestehen, das Air Marshal Harris nach heutiger Definition ein Kriegsverbrecher ist (und auch nach damaliger: Hätte er exakt das gleiche in deutscher Uniform befohlen, dann hätte er in Nürnberg zu Recht gebaumelt). Harris hat wiederholt geäußert, das sein Ziel die deutsche Zivilbevölkerung war. Das ist etwas völlig anderes, als wenn ein General Kollateralschäden bei einem Angriff auf eine Kugellagerfabrik in Kauf nimmt.

Auch der Atombombenabwurf auf Nagasaki könnte ein schweres Verbrechen gewesen sein - wenn diejenigen Historiker recht haben, die der Ansicht sind, dass es dabei nicht mehr um eine Verkürzung des Krieges, sondern um einen Test der Plutoniumbombe (nach bereits erfolgreichem Einsatz der Uranbombe über Hiroschima) ging.

Erstaunlich ist, dass die Diskussion alliierter Kriegsgräul in Deutschland nahezu Tabu und mit dem Geruch des Revanchismus behaftet ist. Die Amerikaner tuen sich da oft etwas leichter - so z.B. bei der Darstellung der Erschießung von kapitulierenden Soldaten in "Saving Private Ryan" oder der Thematisierung von Plünderung und von Ermordung Kriegsgefangener in "Band of Brothers"

Nur weil die von deutscher Seite verübten Verbrechen um ein vielfaches schlimmer und umfangreicher als die der Alliierten waren bedeutet dies nicht, dass von alliierter Seite keinerlei Verbrechen begangen wurden (bzw. werden konnten).
Stephan Cirksena
26. Februar 2009, 12:15
Das Zahlenwerk des Autors zum Umfang des Luftkrieges gegen Deutschland erscheint recht fragwürdig:

Eine Anzahl von 708 416 Einsätzen gegen Ziele in Deutschland ist unverständlich und auch unsinnig. Steht der Begriff hier für den Einsatz eines Flugzeugs (dann wäre die Zahl zu gering) oder für die Anzahl der Einsätze eines Verbandes gegen ein Ziel? In jedem Fall ist eine genaue Kenntnis der Zahl der "Einsätze" unrealistisch.

Ebenso unrealistisch ist die Angabe von "57 000 Maschinen" die die Reichsluftverteidigung verloren habe, wenn sich doch recherchieren lässt, dass die deutsche Gesamtproduktion von Jagdflugzeugen aller Typen ca. 65000 Stück betragen hat. Davon dürfte ein ganz erheblicher Teil an der Ostfront abgeschossen oder schlicht durch die schlechten Wartungsmöglichkeiten verloren worden sein. Zudem waren die deutschen Verluste auch auf anderen Kriegsschauplätzen nicht unerheblich.

57000 zerstörte deutsche Flugzeuge durch alliierte Einsätze könnten sich vielleicht dadurch errechnen, dass man die Praxis alliierter Piloten berücksichtigt, auch "halbe" und sogar "Viertelabschüsse" sowie am Boden durch mehrere Tiefflieger gemeinsam zerstörte Flugzeuge jeweils als Einzelerfolge zu zählen
Vittorio Ferretti
10. Mai 2009, 22:25
Finde den Artikel sehr interessant und erlaube mir als positive Kritik einzuwenden, dass die Unterscheidung zwischen Militärpersonen und Zivilpersonen bei der Zulässigkeit von Bombenabwürfen und anderen militärischen Gewaltakten nicht weiter führt.
Zum einen kann Mitleid oder einen Mitverschuldungsfrage nicht davon abhängig gemacht werden, ob das Opfer uniformiert ist oder nicht. Ein Achzehnjähriger Soldat verdient genau so viel Mitleid, wie ein Siebzehnjähriger, der noch nicht eingezogen worden ist, und mehr Mitleid als eine Oma, die eine kriegstreibende Partei gewählt hat, oder ein Richter, der das Recht gebrochen hat, oder ein Professor, der gewaltträchtigen Unsinn erdacht und verbreitet hat.
Zum anderen wird es auch in Zukunft keiner kriegführenden Partei entgehen, dass die militärische Offensivkraft der Gegenseite nicht nur von den Uniformierten ausgeht, die auf Abzüge oder Knöpfe drücken, sondern vor allem auch von einer Logistikkette, an der die Zivilbevölkerung massiv beteiligt ist.
Meines Erachtens können wir Ziviltote nur dadurch vermeiden, dass wir auch die Milititärtoten vermeiden, das heisst, dass wir den Krieg als Umgangsform zwischen Kollektiven abschaffen.
Der Menschheit ist dies dank Zivilisationsfortschritten bei fast allen anderen Formen kollektiver Gewalttätigkeit bereits gelungen (bei Kannibalismus, Blutrache, Menschenopfer, Sklaverei, Hexenverbrennung) und bei der Folter und Todesstrafe sind wir auf gutem Wege.
Da fehlen nur noch der Krieg und die Demozide, aber auch da befinden wir uns auf gutem Weg.
Klaus Rohde
18. Mai 2010, 06:51
Siehe hierzu auch meine Erfahrungen als Kind in Brandenburg an der Havel. Wann wurden Massenbombardierung von Zivilisten eigentlich zum Kriegsverbrechen erklärt?


http://knol.google.com/k/klaus-rohde/klaus-rohde-erinnerungen/xk923bc3gp4/110#
Tihomir Radakovic
12. Februar 2013, 05:03
Der Autor, sowie sämtliche Kommentatoren vor mir versäumen es zu erwähnen dass grade Deutschland den Bombenkrieg angefangen hat in dem die Luftwaffe unzählige Luftangriffe auf London und viele andere Städte Englands, mit keinem anderen Ziel als den soviele Zivillisten zu töten wie es nur geht um damit England in die Knie zu zwingen. Diese Angriffen hörten nicht auf und wurden auch nicht wenige weil man die Einsicht gewonnen hat sondern weil die Luftwaffe diese Schlacht verloren hat. Wäre Deutschland damals in der Lage diese Angriffe fortzusetzen, hätte die Luftwaffe jede englische Stadt ausradiert. Die V-Raketen waren ja die erhoffte Wunderwaffe die soviele Zivillisten umbringen sollte wie es nur geht um so den Kriegsablauf zu ändern. Natürlich sollte man englische und amerikanische Luftangriffe nach ihrem nutzen hinterfragen, ja auch kritisieren, aber man darf dabei den Ursprung des Ganzen nicht aus den Augen verlieren. Das deutsche Volk mit ihrem Führer Adolf Hitler an der Spitze hat diesen Krieg angefangen und unmenschlich geführt, und darf sich daher nicht wundern wenn die Rache der Engländer genauso unmenschlich ausfällt. Der totale Krieg eben. "Wollt ihr den totalen Krieg?"

Und noch etwas zu den verteufelten Atombombenangriff der Amerikaner auf Hiroshima und Nagasaki:

Es hat über 200 000 amerikanische Soldaten das Leben gekostet
in Deutschland einzumarschieren und das damalige Deutschland zu besiegen. Von den unzähligen Toten andere Allierter mal ganz abzusehen. Dabei waren die deutschen Verteidiger nicht mal annährend so verbissen wie die Japaner als man denen Heimatinseln zu erobern versucht hat. Sich zu ergeben war für jeden japanischen Soldaten undenkbar und wurde, anders als in der Deutschen Wehrmacht, nie zu einem Massenerreignis. Daraus lässt sich die Zahl der notwendigen Opfer für eine Erstörmung Tokios auf der Seite der Amerikaner nur erahnen. Wenn man die Eroberungen von Okinawa oder Iwo Jima nur als Beispiel nimmt, müssten die Amerikaner wohl mit Verlusten von über 500 000 Mann rechnen. Darüber gibt es einige Studie, und die genannte Zahl kann man bestimmt auch anders errechen, jedoch wäre die Zahl der toten GIs um einiges höher als bei Eroberung Deutschlands. Liegt es dann nicht nah eine Waffe einzusetzen, die auf Grund ihrer unmenschlichkeit kaum zu überbieten ist, die den Feind aber halb so viele Opfer zufügt, wie man selbst hätte erdulden müssen? Ein schrecklicher, jedoch ein folgerichtiger Befehl dass Truman damals gab.

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