Paul Max
10. Januar 2009, 17:30
auch nach dem lesen des gesamten textes bleibt mir verborgen, wie herr habbe zu dieser überschrift und zu der summary kommt.
egal welche rolle pieck nach der verhaftung gespielt hat (oder haben soll), fakt bleibt, dass alle drei verhaftet wurden und das zwei von ihnen (wie geplant - s.u.) ermordet wurden. ob dem dritten das gleiche schicksal ins haus stand ist sicher unwesentlicher als die tatsache, dass
"Erst 1955 kehrte Pabst nach Düsseldorf zurück, wo er noch lange Zeit Waffengeschäfte tätigte. In der Nachkriegszeit genoss er gelegentlich den Schutz des Bundeswehr-Obersts Achim Oster, dem Sohn seines von der Gestapo hingerichteten Freundes General Hans Oster. Oster berief sich auf Pabsts Verdienste bei der Ermordung Rosa Luxemburgs, um seine Forderungen an die Bundeswehr zu begründen. In einem bundesamtlichen Bulletin vom 8. Februar 1962 wurde die Ermordung von Liebknecht und Luxemburg als "standrechtliche Erschießung" ausgegeben, da Deutschland, laut Bulletin, nur so "vor dem Kommunismus gerettet" werden konnte.
Pabst starb wohlhabend im Jahr 1970. Er war zuletzt Mitglied der NPD."
(http://de.wikipedia.org/wiki/Waldemar_Pabst)
die rolle die rechte spd-führer spielen ist ja letztlich auch in der neuzeit (krieg in jugoslawien) nicht allzu neu.
Fritz Wanninger
12. Januar 2009, 01:24
Mord ist Mord und kann nicht relativiert werden.
Doch muss man schon mehrere Sichtweisen des Falls berücksichtigen. Was wollte die KPD/der Spartakusbund denn, was wollten Liebknecht und Luxemburg? Es ist ziemlich wahrscheinlich, dass die eine Räterepublik (Sowjet = Rat) nach russischem Muster wollten, vielleicht sogar unter deren Schirmherrschaft. Die Geschichte hat ausreichend gezeigt, wohin dieser Weg geführt hat.
Philipp Scheidemann hat zur Lage bei der Ausrufung der Republik am 9. November 1918 gesagt: "nun sah ich die Situation klar vor Augen. Deutschland eine russische Provinz? Eine Sowjetfiliale? Nein! Tausendmal nein! Kein Zweifel, wer jetzt die Massen vom Schloß her bolschewistisch oder vom Reichstag zum Schloß hin sozialdemokratisch in Bewegung bringt, der hat gesiegt. Ich sah den russischen Wahnsinn vor mir, die Ablösung der zaristischen Schreckensherrschaft durch die bolschewistische. Nein, nein! Nur nicht auch das noch in Deutschland nach all dem anderen Elend. Schon stand ich im Fenster..." (Mehr z. B. hier: http://www.dhm.de/lemo/html/dokumente/scheidemann/index.html)
(Und Scheidemann war kein Kriegsfreund. Wikipedia: "Aber Scheidemann wandte sich gegen die Propaganda für einen Siegfrieden und trat für einen Verständigungsfrieden ohne Annexionen ein. Seine Äußerung "Was französisch ist, soll französisch bleiben, was belgisch ist, soll belgisch bleiben, was deutsch ist, soll deutsch bleiben" wurde von militaristisch-nationalistischen Kreisen als Hochverrat bezeichnet.")
Es heißt, dass Friedrich Ebert sogar die Ausrufung der Republik schon voreilig erschien. Er wollte das der Nationalversammlung überlassen. Er war eben ein echter Demokrat, wollte die Macht nicht an sich reißen, sondern dem freien Volk in freien Wahlen geben, wollte eine soziale Demokratie und nicht die Herrschaft einer ANDEREN Gruppe als bisher über alle anderen.
Seiner Position hat meiner Ansicht nach auch die Geschichte Recht gegeben, auch wenn man sich natürlich wünschen kann, der Adel wäre ganz abgeschafft worden, die Richter ausgewechselt usw.
Doch war halt ein großer Teil der Bevölkerung sehr an Kaiser, Reich, Adel und all das gewöhnt. Man muss die Menschen schon mitnehmen. Alles, was man erzwingen will, ist immer in Gefahr, dass es nicht hält. Wie eben die Weimarer Republik. Mit einem machtlosen Operettenkaiser oder sogar einem vernünftigen Reichsverweser hätte die Demokratie vielleicht durchgehalten, weil auch die konservativen Deutschen sich mit ihr versöhnt und zu ihr gehalten hätten, wie in England zum Beispiel.
Nochmal: nichts rechtfertigt die Ermordnung von Liebknecht und Luxemburg. Wobei man aber auch mal fragen müsste - ich bin darüber leider nicht informiert - ob die beiden nicht auch ihr Ziel mit Waffengewalt und unter Inkaufnahme von Todesopfern angestrebt haben oder hätten?