5 Diskussionsbeiträge zu diesem Thema
Letzter Beitrag:
Henning Schluß
2. Januar 2008, 22:59
Sehr geehrter Herr Krug, nun könnten wir uns gegenseitig Schulgeschichten aus der DDR erzählen - meine ist nicht ganz so glücklich verlaufen - Abitur habe ich in der "Diktatur der Arbeiterklasse" nicht machen dürfen - aber das soll hier nicht das Thema sein.
Spannend
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Steffen Thomas
21. Dezember 2007, 12:18
Auch heute werden Schulstunden aufgezeichnet und ich möchte nicht wissen, was man in 30 Jahren darüber sagt. Man sollte die Dokumente nicht überbewerten, sie spiegeln nur bedingt den Alltag wieder.
Auch ich bin von 1971-1983 in der DDR (halle/Saale) zur Schule gegangen und hätte beinahe kein Abitur machen dürfen, da ich formal als Intelligenzlerkind zählte, das "dank" geschiedener Eltern aber wieder der Arbeiterklasse zugerechnet wurde. Somit schaffte ich Abitur, Studium und hätte auch zu DDR- Zeiten promoviert, wäre die Wende nicht gekommen.
Eugen Menken
21. Dezember 2007, 12:57
Der Autor meint: "Die Erinnerungen von Zeitzeugen sind bekanntermaßen nicht sehr zuverlässig"
Wie zuverlässig für die Dokumentation des DDR-Schulalltages sind dann Aufnahmen in einem eigens eingerichteten Aufnahmestudio , vor allem mit dem Hintergrundwissen, daß sogar normale Hospitationsstunden in der DDR vorher genau abgesprochen wurden?
Warum sollte dies ausgerechnet bei mitgefilmten "Ereignissen" nicht der Fall gewesen sein? Insofern sind diese Aufnahmen wohl eher als weiteres Beispiel der DDR-Selbstinszenierung zu sehen, die DDR-intern mindestens in gleichem Umfang betrieben wurde wie nach außen hin.
Störend empfinde ich weiterhin eine Headline auf Bildzeitungsniveau, deren Inhalt der Text nicht hergibt. Schade.
Henning Schluß
21. Dezember 2007, 15:47
Spannende Frage, mit der wir uns natürlich im Forschungsprojekt intensiv auseinandersetzen, sich aber auch die damaligen Wissenschaftler auseinandersetzten. Um möglichst unbeeinflußte Aufzeichnungen zubekommen wurden die Schüler über einen längeren zeitraum in diesem Raum unterrichtet. Sie konnten sich so an die spezifische Situation gewöhnen. Für die Lehrer gilt freilich, daß sie sich besonders intensiv auf die Stunde vorbereiteten, oft auch im Kollektiv. Aber der Unterrichtssituation, als einer permaenten Kontrollsituation fügt die Kamera nichts wesentliches hinzu, sie verstärkt allerdings das, was Unterriht ohnhin ausmacht. Mehr dazu in den Veröffentlichungen zum Projekt auch im Interview mit dem Deutschlandradio. http://amor.rz.hu-berlin.de/%7Eh33750jw/Projekte/forschungsprojekte/006dfg-video/dfg-video.htm
>Der Autor meint: "Die Erinnerungen von Zeitzeugen sind bekanntermaßen nicht sehr zuverlässig"
>Wie zuverlässig für die Dokumentation des DDR-Schulalltages sind dann Aufnahmen in einem eigens eingerichteten Aufnahmestudio , vor allem mit dem Hintergrundwissen, daß sogar normale Hospitationsstunden in der DDR vorher genau abgesprochen wurden?
>Warum sollte dies ausgerechnet bei mitgefilmten "Ereignissen" nicht der Fall gewesen sein? Insofern sind diese Aufnahmen wohl eher als weiteres Beispiel der DDR-Selbstinszenierung zu sehen, die DDR-intern mindestens in gleichem Umfang betrieben wurde wie nach außen hin.
>Störend empfinde ich weiterhin eine Headline auf Bildzeitungsniveau, deren Inhalt der Text nicht hergibt. Schade.
Steffen Krug
21. Dezember 2007, 19:20
Sehr geehrter Autor,
ich war selbst bis 1983 in einer DDR Schule und habe hier mein Abitur machen können. Ich empfinde den Artikel und insbesondere die Überschrift als etwas tendentiös. Ich habe Staatsbürgerkundeunterricht und Geschichte ab Klasse 9 gehasst aber ich kann nicht behaupten, dass ich drangsaliert wurde. Weiterhin sollten Sie bedenken:
- Dass aus dieses Schulsystem nicht nur Propaganda vermittelt hat.
- Dass der Schulalltag in der BRD in der 70igern sich von dem in der DDR nicht besonders unterschied (hat mir zumindest mein Cousin bestätigt)
Wenn Lehrer mit Videos auf Ihren Alltag in der Schule vorbereitet wurden, dann ist doch wohl klar, dass auch "Überzeichnungen" vorkamen.
Eines ist klar, wenn ich das resultierende Wissen nach 10 Jahren Schule mit dem meines Sohnes vergleiche, dann haben die Methoden der Wissensvermittlung in der DDR besser funktioniert.
Die einzige Ausnahme bildet hier wohl der Sprachunterricht.
Heranwachsende benötigen Führung und Disziplin um zu Menschen heranzuwachsen die für die Gesellschaft Etwas leisten können. Das hatten wir mit Sicherheit in der DDR.
Mit freundlichen Grüßen,
Steffen Krug
Henning Schluß
2. Januar 2008, 22:59
Sehr geehrter Herr Krug, nun könnten wir uns gegenseitig Schulgeschichten aus der DDR erzählen - meine ist nicht ganz so glücklich verlaufen - Abitur habe ich in der "Diktatur der Arbeiterklasse" nicht machen dürfen - aber das soll hier nicht das Thema sein.
Spannend ist an den Aufzeichnungen, daß sie sehr verschiedene Unterrichtssituationen einfangen. Forschungsinteresse war bei der Aufzeichnung offensichtlich nicht nur, Musterstunden zu bekommen, sondern auch Problemstunden, um eben diese Probleme analysieren zu können.
Dass es sich bei der ideologischen Aufgeladenheit der Fächer Geschichte und Staatsbürgerkunde allerdings nicht um Überzeichnungen, sondern um das Programm der DDR Volksbildung handelte, können Sie selbst ganz leicht überprüfen, indem Sie noch einmal Ihre alten Lehrbücher zur Hand nehmen. Lohnend auch ein Vergleich mit den aktuellen Schulbüchern ihres Sohnes. Wir streben einen Vergleich mit westberliner Aufzeichnungen aus dem gleichen Zeitraum an und sind gespannt auf die Ergebnisse. Mit herzlichem Gruß, Henning Schluß
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