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Andy Wiedemann
10. Oktober 2010, 18:12
Ich finde es zumindest befremdlich, dass in solchen Zusammenhängen stets die gleichen Band-Namen auftauchen und andere Bands so völlig unter den Tisch fallen. Pankows "Langeweile" ist da nur ein relativ bekanntes Beispiel für ein paar andere Namen. Und, ehrlich gesagt,
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Siegfried Wittenburg
6. Oktober 2010, 16:24
In der DDR wurden keine Wendehymnen und Einheitssongs produziert, die dann mehr oder weniger zufällig im Taumel des Mauerfalls vermarktet werden konnten. Wind of Change von den Scorpions mag eine Ausnahme gewesen sein, weil dieser Titel unter dem Eindruck von der Aufbruchstimmung in der Sowjetunion entstanden ist. Auch aus Moskau wehte ein frischer Wind nach Berlin, der ab Warschau böiger wurde.
Zu meinen Lieblingsplatten gehört Casablanca von City (Amiga 1987). Die gesamte zweite Seite ist gesellschaftskritisch. Doch auch bei vielen anderen Bands wirkten manche Worte in den Texten elektrisierend, Worte, die bis zum Erscheinen in der Öffentlichkeit mit einem Sprechverbot belegt waren. Jede Zeile in den Texten musste, wie in der Literatur auch, durchgeboxt werden angesichts der Gefahr, den Bogen zu überspannen.
An das Plakat für ein Silly-Konzert mit Tamara Danz kann ich mich noch gut erinnern, doch leider schaffte ich es nicht, dorthin zu gehen, weil inzwischen die kritische Masse in Bewegung geraten war. Die Rockmusiker, die Liedermacher, die Punks und die Jazz-Musiker haben vorher die Menschen ermutigt, ihre eigenen Worte auszudrücken. Eigentlich waren es die Texter. Eine Wendehymne veröffentlichen, als die Gefahr längst vorbei war, oder aus dem sicheren Westen heraus, konnte jeder. Die eigentliche Schlacht wurde schon vorher geschlagen.
Inzwischen haben wir neue Bands in Deutschland, doch als ich die neue CD ALLES ROT von SILLY mit Anna Loos als Sängerin in das Gerät schob, war ich schon bei den ersten Klängen wie elektrisiert. Das ist die populäre Musik, die alles Gestern überwunden hat, das Heute reflektiert und Lust auf das Morgen macht, ohne die Geschichte zu verdrängen. Und das in einer einzigartigen Qualität.
Michael Otto
6. Oktober 2010, 17:06
Warum schreibt niemand über das Schicksal der "DDR" Band Scirocco ?
Marco Damp
6. Oktober 2010, 20:34
Um das Bild noch ein wenig weiter zu vervollständigen, von der US-Band Dokken gab es vom Album "Back For The Attack" den Song "Lost Behind The Wall" aus dem Jahre 1987. Im Chorus singt Don Dokken "Die Mauer muss weg! Tear it down!"
Bodo Thöns
7. Oktober 2010, 03:31
Das beste Lied zur Einheit kam erstaunlicherweise aus Österreich - "Es steht ein Haus in Ost-Berlin" von der Ersten Allgemeinen Verunsicherung.
Karl-Heinz Hildebrandt
8. Oktober 2010, 03:13
Sorry, aber bei derartigen Texten stößt es einem sauer auf:
"Trotz Verboten verlasen die Mitglieder von City, Silly, Pankow und vielen anderen Bands das Schriftstück immer wieder auf Konzerten - und riskierten damit Auftrittsverbote und weitere Repressalien."
Das kann eigentlich nur satirisch gemeint sein, denn zu diesem Zeitpunkt waren die genannten Bands wenig, bis gar nicht gefährdet.
Angesichts von Menschen, die für ihre Musik tatsächlich inhaftiert wurden, z.B. Bernd Stracke von L`Attentat, muß man sich fragen ob der Autor grad den Kinderschuhen entwachsen, oder schlicht ein Bewohner des Tals der Ahnungslosen, oder noch schlimmer; Bild-Leser ist..
Andy Wiedemann
10. Oktober 2010, 18:12
Ich finde es zumindest befremdlich, dass in solchen Zusammenhängen stets die gleichen Band-Namen auftauchen und andere Bands so völlig unter den Tisch fallen. Pankows "Langeweile" ist da nur ein relativ bekanntes Beispiel für ein paar andere Namen. Und, ehrlich gesagt, für mich war als damals 15-jährigen Jugendlichen der Song "Tanzen (auf der Mauer durch die Nacht)" von Rockhaus die eigentliche Mauerfall-Hymne. Auch wenn man den Pathos der Nummer heute kaum noch verstehen kann.
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