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Ingo Ganz
6. Februar 2011, 21:08
Auf Bild 11 ist der folgende Text zu lesen:
"Helsingin lähettämä kuva Prahasta"
Übersetzt heißt das soviel wie:
"Von Helsinki gesendetes Bild aus/von Prag" bzw. etwas freier übersetzt: "Übertragung des finnischen Fernsehens aus
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Jan Hecker-Stampehl
2. Februar 2011, 17:10
Der "Golf von Finnland" heißt auf Deutsch "Finnischer Meerbusen" - die hier verwandte Version ist eine direkte Übersetzung des englischen "Gulf of Finland"...aber das ist nur eine kleine Besserwisserei - der Artikel ist sehr schön, Kompliment!
Detlef Genthe
2. Februar 2011, 20:10
Das mit dem PAL-SECAM Konverter erstaunt mich doch. Es ist, zumindest für den technischen Stand der 70iger doch sehr schwierig von PAL in SECAM umzucodieren. Eher geht es hier um den unterschiedlichen Bild Ton-Abstand, den konnte man mit Bastelermitteln umschalten. Alternativ wurde die Zwischenfrequenz nochmal mit 1MHz moduliert, wie das genau ging kann ich mich nicht mehr erinnern.
In Berlin gab es solche Basteleien auch. Einmal konnte man damit afn-Fernsehen sehen (1MHZ geringerer Bild-Ton-Abstand), aber auch das zentrale Moskauer Fernsehen, das für die dortige Garnison nach OIRT-Norm mit einem 1MHz größerem Bild-Ton-Abstand gesendet wurde. Das ging aber nur in unmittelbarer Kasernenumgebung.
Es ging also vermutlich auch in Tallin um Anpassung der Schwarzweißnormen, Farbe war in der Zeit auch noch nicht so selbstverständlich.
An das Finnische Fernsehen in Tallin habe ich auch noch eine Erinnerung. Ich war während der Olympische Sommerspiele 1984 auf einer Sowjetunionreise. Die Sportbegeisterten litten, es gab keine Informationen. Nur in Tallin erzählte die Reiseleiterin fröhlich die aktuellen Meldungen. Auf verdutzte Nachfrage erklärte sie, daß die Esten das finnische Fernsehen empfangen könnten und ganz gut verstünden.
Uwe Schulz
2. Februar 2011, 22:08
Schöner Nebeneffekt: Viele der estnischen Kinder (und sicher nicht nur die) lernten bei dem nicht nur auf estnisch ausgestrahlten Programm die Sprache der Nachbarn, natürlich bei gesendeten Trickfilmen, sicher nicht bei "Emanuelle" ;) So erzählte uns unser junger Führer im Lahemaa Nationalpark.
Heute fallen die Finnen mit der Fähre aus Helsinki ein, um 2 Stunden später voll bepackt mit Alkohol wieder heimzufahren. Scheinbar hat die sowjetische Kaufhauswerbung doch noch späte Früchte getragen ;)
erich wiesmann
3. Februar 2011, 12:06
Fleisch wurde zwar von Kesko beworben, aber Wein?
Es scheint der Autor wusste nicht das Weinwerbung zu der Zeit noch nicht erlaubt war. Weine konnte man und kann man auch heute noch nur beim staatlichen Alko kaufen.
Matthias Hahn
3. Februar 2011, 13:22
PAL-SECAM
Sicher ging es in den Anfangsjahren um Scharz/Weiß und die Anpassung der Ton-Norm. Eine Veränderung im Tondemodulator um 1MHz ist kein Problem.
Ich denke aber, das in den 80er Jahren auch in Estland der gesteigerte Wunsch nach Farbfernsehen bestand.
Eine Wandlung von PAL in SECAM ist auch nicht nötig. Das PAL Signal muss lediglich in RGB gewandelt werden, um die Video-Endtufen am Fernseher direkt anzusteuern.
Einen PAL Decoder baut man natürlich auch nicht so einfach in Heimarbeit. Da gab es aber sicher entsprechende Kontakte findiger Bastler in sozialistische Bruderstaaten, sprich DDR. In den Geräten aus volkseigener Produktion waren umschaltbare Decoder für SECAM und PAL verbaut. Diese Decoder als Ersatzteil über gute Freunde nach Estland importiert, dort in den Fernseher reingebastelt ... Farbe.
Rückblickend wundere ich mich immer wieder, warum DDR-Fernsehgeräte überhapt einen PAL Decoder hatten. Da im gesamten Ostblock SECAM Standard war, hätte ein SECAM Decoder für das DDR-Fernsehen völlig ausgereicht. Westfernsehen hätte dann farblos grau und weniger ansprechend ausgesehen.
Hätte dies den Zusammenbruch des Ostblocks verhindern können ? Wir werden es nie erfahren....
Holger Hennig
5. Februar 2011, 08:07
Die Frage ist einfach zu beantworten : Ein PAL-Decoder ist relativ einfach zu bauen, praktisch jeder zweite Fernsehtechniker hat die Dinger in Heimarbeit mit selbst erstelltem Platinenlayout gebaut und für teures Geld schwarz vertrieben.
Eine Generation vorher waren es übrigens UHF Frequenzumsetzer........damals machte man sich aber immerhin noch die Mühe, ein zweites TV-Programm einzuführen (auf UHF), so das man ohne Ausreden erfinden zu müssen fortan UHF-Tuner in die Fernseher bauen konnte.
Die PAL-Decoder hat man dann später ganz ohne Alibi integriert - das Ziel war in beiden Fällen das gleiche, nämlich die Unterbindung von Schwarzhandel.
In meiner Generation wären es übrigens Satellitenschüsseln gewesen, die ersten Schaltpläne für LNBs kursierten 89 bereits
Mein alter Lehrmeister hat sich mit UHF-Umsetzern und PAL-Decodern ein komplettes Haus + anständiges Auto (Lada) verdient.
Was meinen Sie, warum sowohl zur Ausbildung zum Fernsehtechniker als auch zum KFZ-Mechaniker ein Notendurchschnitt von 1,0 notwendig war ?
Die Ausbildung war die Eintrittskarte zur Upper Class der DDR.......
>Rückblickend wundere ich mich immer wieder, warum DDR-Fernsehgeräte überhapt einen PAL Decoder hatten. Da im gesamten Ostblock SECAM Standard war, hätte ein SECAM Decoder für das DDR-Fernsehen völlig ausgereicht. Westfernsehen hätte dann farblos grau und weniger ansprechend ausgesehen.
>Hätte dies den Zusammenbruch des Ostblocks verhindern können ? Wir werden es nie erfahren....
wolfgang knauer
6. Februar 2011, 11:10
Also zu meinem damaligen Glück waren DDR-Tv NICHT mit PAL ausgestattet, erst ab ca. 1988 gab es solche vereinzelt im Handel. Es mussten aber noch etliche vorhandene TV nachgerüstet werden (ein Farb-TV kostete 4100 bis 5600 DDR-Mark). Der Selbstbau war keineswegs simpel und erforderte als minimum die Beschaffung der PAL-Quatze aus Bundesrebublikanien. Dann gab es noch eine Menge russische Farb-TV nachzurüsten, diese gab es nie mit PAL. Da konnte ich mir als einfacher Handwerker schon wie oben beschrieben allerhand leisten. Klar das jüngere die genaue Lage damals nicht kannten. Mein Sohn geb. 1979 kennt z.B. Fernsehen nur kommplett in Farbe und mit Fernbedienung (nachgerüstet für 1250 Mark).
Ingo Ganz
6. Februar 2011, 21:08
Auf Bild 11 ist der folgende Text zu lesen:
"Helsingin lähettämä kuva Prahasta"
Übersetzt heißt das soviel wie:
"Von Helsinki gesendetes Bild aus/von Prag" bzw. etwas freier übersetzt: "Übertragung des finnischen Fernsehens aus Prag"
Das wäre natürlich hochbrisant, wenn es von 1968 wäre, aber dem Bericht nach, war das finnische Fernsehen erst ab 1971 in Tallinn zu empfangen...
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