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1939-1945

Wehrmachtssoldaten im O-Ton "Wupps, so ringehalten. Das macht Spaß!"



67 Diskussionsbeiträge zu diesem Thema

Letzter Beitrag:

Kornelius Ruks

8. Januar 2013, 19:54
Im Alltag geht der Kleinbürger immer den einfachsten Weg, macht alles nur halb und lau - weil er sich nicht traut. Aber im Krieg, da darf er plötzlich, ja soll sogar, ganz er selbst sein - aber nur wenn er aus sicherer Stellung zielen kann.
Dann handelt er nach dem zynischen Motto: mehr...

Hans Page
9. April 2011, 17:06
>"Der Gebrauch von Gewalt ist ganz erkennbar eine reizvolle Erfahrung, sie liegt die Menschen sehr viel näher, als wir uns nach 65 Friedensjahren zu denken angewöhnt haben."
>
>Na ja, man muss nur mal auf die SPON-Foren zum Krieg in Libyen gehen. Soviel Kriegsbegeisterung, gerade in den ersten Tagen, bzw. Bedauern, das 'wir' leider nicht mitbomben. Einfach unfassbar ...
>

Ich bin für den Einsatz in Libyen weil er angesetzt ist Menschenleben zu retten. Das ist nicht vergleichbar mit dem 2. weltkrieg in den die Deutschen gezogen sind um zu VERNICHTEN. Leider werden wir deutschen usn niemals von diesem Teil der Geschichte reinwaschen können. Das wird an uns kleben für immer, so lange es Geschichte gibt.

Wenige in Deutschland wissen, daß im Ausland ungeschönte Dokumentationen nonstop laufen. Das ist anderes Material als wir es mit Knopp im ZDF sehen. Und wir sollten uns bewußt sein, daß der 2. Weltkrieg im Bewußtsein der Ausländer durch diese Dokumentationen immer gegenwärtig ist.

Deshalb können wir und glücklich schätzen, daß wir Deutsche nicht für immer geächtet worden sind, wie es ja durchaus geplant war.


Claus Mörschel
9. April 2011, 17:31
>Na toll, wie willkürlich ausgewählte Aussagen kranker Naturen verallgemeinert werden. So kann man auch die öffentliche Meinung beeinflussen. Ich hätte gerne mal bei Casinogesprächen alliierter P 47 Piloten (zum Raid, also Bodeneinsatz gegen das deutsche Hinterland eingesetzt) mitgehört...

Danke! Ich denke niemand/kaum jemand hält solche Erzählungen für besonders heldenhaft oder belustigend.
Allerdings empfinde ich die wiedermal ziemlich eingefärbte und einseitige Präsentation des Artikels durch den Spiegel als typisch. Eben analog zu der Berichterstattung des Spiegel zu den Vorfällen auf der Gorch Fock u.a. Verallgemeinerung und Stimmungsmache in Reinkultur. Selbstverständlich gab es furchtbare Kriegsverbrechen verursacht durch die deutsche Wehrmacht. Gerne werden jedoch die Kriegsgräuel der Alliierten vergessen und totgeschwiegen. Auch die nach Beendigung des WW2.
Claus Mörschel
9. April 2011, 17:35
>Ach ja, unsere Wehrmacht ... die einzige Institution, die sich frei von Makel sah und die jedesmal vehement verteidigt wurde falls eine Weltkriegsausstellung was anderes behauptete.
>
>Mal schauen, wie unsere Wehrmacht - pardon, Bundeswehrmacht - daraus reagiert.
>Gibt es schon ähnliche Tonprotokolle deutscher Soldaten aus Afghanistan?
>
Das ist eine persönliche Beleidigung aller aktiven und ehemaligen Angehörigen der Bundeswehr. Es ist mir unbegreiflich, wie man die Bundeswehr mit der Wehrmacht vergleichen kann.
Waldemar Lohr
9. April 2011, 18:03
>"Der Gebrauch von Gewalt ist ganz erkennbar eine reizvolle Erfahrung, sie liegt die Menschen sehr viel näher, als wir uns nach 65 Friedensjahren zu denken angewöhnt haben."
>
>Na ja, man muss nur mal auf die SPON-Foren zum Krieg in Libyen gehen. Soviel Kriegsbegeisterung, gerade in den ersten Tagen, bzw. Bedauern, das 'wir' leider nicht mitbomben. Einfach unfassbar ...
>
Sie verwechsle da einiges, die beschrieben Mordlust in der Wehrmacht und den kriegerischen Einsatz gegen eben diese Menschen- und Lebensverachter wie dieser Gadaffi einer ist.
Albert Schultheis
9. April 2011, 18:09
Ich glaube, hier wird eine grundlegende menschliche Unart deutlich - nicht mehr und nicht weniger: Wenn Menschen, egal welcher Rasse, Religion oder Herkunft, durch ideologischen Extremismus, durch Anonymität oder durch die Aufhebung der persönlichen Verantwortung enthemmt werden, dann neigen sie wortwörtlich zu heilloser Verantwortungslosigkeit, die vor hemmungsloser Brutalität, Folter und Willkür nicht mehr zurück schreckt. Höchstens außergewöhnliche Persönlichkeiten sind vor solchen Exzessen gefeit.
Die Hubschrauberbesatzungen der US-Streitkräfte im Iraq haben sich im gleichen Tonfall zu den Erschießungen wehrloser Zivilisten in Bagdad ausgelassen. Nur ein Anti-Held wie Bradley Manning tanzt da mit seinem Gewissen aus der Reihe - und büßt nun grausam dafür.
Man könnte es auch so sehen: Vielleicht ist das die einzige ehrliche Art, wie sich Menschen, die nun mal in diese menschenverachtenden Situationen geworfen werden, über das gerade Geschehende vor ihren Augen äußern können. Und natürlich sind sie die Urheber der Greuel - aber gleichzeitig ist da auch die Wirkung der Distanz, die ihnen die modernen Waffen ermöglichen: Sie sind die Urheber, die Verantwortlichen aber sie sind nur distanziert dabei - das Greuel aus der Nähe zu erleben, das ist das Geschäft Anderer. Es ist wohl eher wie im Computer-Spiel: du tötest, aber das Blut und das Gekröse hält man dir vom Leibe.
Daneben gibt es natürlich auch die Perversen, die so etwas geradezu suchen.
Meine Mutter, eine junge Bäuerin zu Zeiten des 2. Weltkriegs, arbeitete an einem sonnigen Nachmittag allein mit ihrer Harke auf dem Feld. Da kam aus heiterem Himmel ein englisches Jagdflugzeug angeflogen und nahm mit dem Maschinengewehr Feuer auf die jugendliche Frau da unten. Meine Mutter konnte das Gesicht des Mannes in der Kanzel erkennen. Während die Geschosse um sie herum einschlugen, sprang sie in einen benachbarten Wassergraben und rettete so ihr Leben.
Waldemar Lohr
9. April 2011, 18:11
>Na toll, wie willkürlich ausgewählte Aussagen kranker Naturen verallgemeinert werden. So kann man auch die öffentliche Meinung beeinflussen. Ich hätte gerne mal bei Casinogesprächen alliierter P 47 Piloten (zum Raid, also Bodeneinsatz gegen das deutsche Hinterland eingesetzt) mitgehört...

Hier geht es doch eindeutig um die deutsche Wehrmacht, nicht um die Verallgemeinerung. Oder meinen sie wirklich es waren nur einigen Psychopathen, dann bestand die ganze Wehrmacht aus 90% Psychopathen. Alleine schon die Erziehung zu solch grausamen Vergehen stand doch im Dritten Reich für die Volksbildung. Beweise gibt es doch heute noch zu genüge, Z.B. "Mein Kampf", Ihren Kommentar kann ich nicht so akzeptieren.
Claus Nagel
9. April 2011, 18:12
Naja, ich habe gerade ein Interview des Herausgebers/Autors oder wie das dann heißt im Radio gehört: Die Quintessenz war, aus den Beiträgen zeigt sich teilweise erkennbare Prahlerei, ansonsten Freude am Krieg bzw. mit dem Ergebnis des Soldatentums, welches ja Kriegführen als Aufgabe sieht. Abscheu und Ablehnung bei reinen Zivilverbrecher, selbstverständliches Mitmachen/Gutheißen bei Partisanenbekämpfung.

Also nichts anderes als bei jeder anderen Armee - der Unterschied zu den damaligen Alliierten existiert nicht.

Und wer hier von Zeitgeist redet: "Unsere" Soldaten im Irak, in Afghanistan, in Lybien werden spätestens nach 2 Jahren genauso denken, reden, (nicht-)fühlen. Da braucht man sich nur das Video vom US-Hubschrauber ansehen - und DIE Soldaten haben keine Ausrede in Form von Zeitgeist, Diktatur, Unterdrückung usw.....

Der Krieg - jeder Krieg - macht sowas aus Menschen. Auch aus jedem von uns, die wir hier gelehrte und abscheuäussernde Beiträge schreiben
Steffen Rau
9. April 2011, 18:57
Naja, ich denke nicht dass diese Protokolle irgendeinen historischen Wert haben.

Punkt 1: Diese Protokolle wurden mitten im Kriegsgeschehen angefertigt, für die Piloten waren sie "normal", das Interview durch offizielle Stellen dürfte nochmal zu einer Übertreibung durch Gruppenzwang geführt haben (um sich besser darzustellen). Man kennt ähnliches heutzutage beispielsweise auch aus der E-Sports Szene. Deswegen sollte man da vielleicht nicht mehr hineininterpretieren als wohl tatsächlich vorhanden ist.

Punkt 2: Es war auch damals bekannt, dass die offiziellen Stellen Übergriffe gegen Zivilisten förderten und forderten.
Möglicherweise wurden in den Protokollen Handlungen wiedergegeben, die so niemals erfolgten.

Punkt 3: Man darf nicht vergessen, dass es sich bei den Interviewten zum Grossteil um blutjunge Soldaten zwischen 18 und 25 Jahren handelte, denen man Waffen in die Hand drückte, ohne sie auf ihr tun vorzubereiten oder ihnen Richtlinien zu setzen. Eine Verrohung und seelische Verwahrlosung war da faktisch schon vorprogrammiert und wohl auch gewünscht.
Diese Protokolle können und sollten dann höchstens als Zeugnis für den Missbrauch eben dieser Jugendlichen dienen. Um den tatsächlichen Wahrheitsgehalt dieser Aussagen zu überprüfen müsste man diese sowieso
mit anderen Aussagen abgleichen.

Und gleichwohl würde ich dieses Protokoll dann in diesem Kontext als beispielhaft für die seelisch missbrauchten Jugendlichen aller Armeen des 2.Weltkrieges ansehen.
Denn eines sollten wir nicht vergessen.

So abstossend sich die Aussagen auch lesen mögen- sie hätten auch von einem alliierten Soldaten stammen können.
Felix Klingenbeck
9. April 2011, 19:10
>Na toll, wie willkürlich ausgewählte Aussagen kranker Naturen verallgemeinert werden. So kann man auch die öffentliche Meinung beeinflussen. Ich hätte gerne mal bei Casinogesprächen alliierter P 47 Piloten (zum Raid, also Bodeneinsatz gegen das deutsche Hinterland eingesetzt) mitgehört...

So ist es! Hier wird wieder einmal völlig undifferenziert die Haudrauf Keule geschwungen. Gerade in dieser Rubrik (einestages) hätte man sich doch einmal etwas differenzierter und neutraler mit dieser Thematik auseinandersetzten können.
Aber alleine die Überschrift in der von "Wehrmachtssoldaten" gesprochen wird und die 2 darauf folgenden Beiträge mit den Bildern, die in jedem Fall der LUFTWAFFE zugeordnet werden müssen zeigen was hier wieder einmal für undifferenzierte,unwissende, schlecht informierte und an wirklicher, geschichtlicher Aufklärung überhaupt nicht interessierte "Journalisten" am Werk waren. Sie sollten sich bei Guido Knopp bewerben!!!
Rita Frerker
9. April 2011, 19:17
Dies ist ja kein Phänomen der Wehrmacht, wie der Sven und der Andre bereits andeuteten. Es geht hier ja nicht darum die Wehrmacht zu entschuldigen, aber Krieg ist nunmal Krieg. Wer erst in Anbetracht dieser "Protokolle" sieht, wie bestialisch Krieg ist tut mir leid. So oder so ist es eine Schande, wenn sich Menschen wegen niederen Gründen gegenseitig töten.

Aber um es auf den Punkt zu bringen, hier ein Zitat von Gustave Le Bon aus "Psychologie der Massen":

„Allein durch die Tatsache, Glied einer Masse zu sein, steigt der Mensch also mehrer Stufen von der Leiter der Kultur hinab. Als einzelner war er vielleicht ein gebildetes Individuum, in der Masse ist er ein Triebwesen, also ein Barbar.
Er hat die Unberechenbarkeit, die Heftigkeit, die Wildheit, aber auch die Begeisterung und den Heldenmut ursprünglicher Wesen, denen er auch durch die Leichtigkeit ähnelt, mit der er sich von Worten und Vorstellungen beeinflussen und zu Handlungen verführen lässt, die seine augenscheinlichsten Interessen verletzen."



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