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rudolf rall
17. Oktober 2011, 21:28
Da ja nun relativ klar ist, daß das Album seinem ursprünglichen Besitzer entwendet wurde und der momentane Besitzer wohl kaum eine Quittung besitzen dürfte, wird das Album hoffentlich als Beutekunst gewertet und an die Nachfahren zurückgegeben.
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Benjamin Huber
23. Juni 2011, 03:44
kommts nur mir so vor, das es sich um einen wehrmachtssoldaten handelt, und nicht um einen nazi? lasse mich gerne eines besseren belehren.
Peter Hartung
23. Juni 2011, 07:29
Je mehr über Franz Krieger bekannt wird, desto kritischer sehe ich diesen willigen Helfer der Nazi-Propaganda. Schon vor dem Krieg fotografierte das NSDAP- und SS-Mitglied Krieger die Bücherverbrennung in Salzburg und lichtete Nazi-Schergen vor boykottierten "Juden-Geschäften" ab. Zugegeben, seine Erkrankung während des Überfalls auf Russland und der Bombentod seiner Frau und seines Kindes, waren harte Schläge für Krieger, aber es war Krieg. Auch mein Vater war Fahrer während des Russland-Feldzuges, auch er erkrankte schwer vor Charkow und kam mit Lungentuberkulose zurück in ein Lazarett hinter der Front, wo er überlebte. Kriegers Kriegsweg war kein Einzel-Schicksal. Seine besondere Nähe zu den Schönen, Reichen und schließlich zu den Nazi-Verbrechern und ihren Verbrechern sollte nicht mit seinen Fotos beschönigt werden. Ich habe in meinem Leben Kriegsfotoalben gesehen, die nicht so geschönt aussahen, wie das Album mit Kriegers Bildern. Mit Toten, Leichen, Erschossenen. Davon findet man in Kriegers Album nichts. Es ist und bleibt ein Propaganda-Dokument eines willigen Helfers von Goebbels Kriegsverherrlichungsmaschinerie.
Peter Hartung
23. Juni 2011, 09:06
Franz Krieger fotografierte schon 1938 die Auswirkungen der Reichspogromnacht in Salzburg, wie sie hinter diesem Link dokumentiert sind:
http://www.stadt-salzburg.at/internet/websites/nsprojekt/ns_projekt/materialien/bilddokumente/verfolgung_und_terro_328020/reichskristallnacht_1938_310686.htm?redirect=404
Jens Meyer
23. Juni 2011, 09:41
kann ein Fotoalbum wirklich "Nazi" sein?
Ich dachte immer, das hier sei ein seriöses Forum, aber SPON kann es nicht lassen: es MUSS immer wieder NAZI in den Beiträgen auftauchen. Sie schreiben doch selbst, das der Fotograf ein Berufs-Fotograf war, und eben kein Nazi. Einen Nazi definiere ich als einen fanatischen Nazionalsozialisten, und nicht den gemeinen Landser. Im übrigen finde ich an dem Album auch nichts wirklich mysteriöses, ich hab von meinen Opa auch so eins, nur ohne Hitler. Es gibt mit Sicherheit zig-tausende solcher Alben, nur weil die NYT jetzt grad mal einen Artikel gebracht hat ist daran ja nun wirklich nichts außergewöhnliches. Unterlassen Sie bitte zukünftig die pauschale Diffamierung aller Wehrmachtssolkdaten als Nazis.
Vielen Dank.
Jab Reiter
23. Juni 2011, 11:35
Alles "Nazi-Fotoalbum" oder was ?
Würde ein unbekanntes Fotoalbum eines russischen Soldaten veröffentlicht , würde die Überschrift wohl lauten:
"Fotoalbum eines unbekannten russischen Soldaten" oder "Fotoalbum eines Rot-Armisten".
Wird ein Tagenbuch eines deutschen Soldaten veröffentlicht lautet die Überschrift nicht etwa
"Fotoalbum eines Wehrmachtssoldaten" sondern es muss gleich der Begriff "Nazi-Fotoalbum" verwendet werden.
Analog dazu müsste man bei Fotoalben von russischen Soldaten stets von einem "Stalinisten-Fotoalbum" sprechen.
Der Begriff "Nazi" wird in der deutschen Presse oft undifferenziert für ALLES zwischen 33 und 45 gebraucht.
Stefan Bohr
24. Juni 2011, 04:26
Ich geb allen Vorrednern zumeist Recht - die Kommentare erscheinen unausgewogen, unrecherchiert, falsch oder wie aus dem Bauch von jemandem eingeschätzt der keine grosse Nähe zu den Geschehnissen haben kann. Schon bei "Nazi" stolpert man in die Irre und ein dutzend weiterer Kommentare erspare ich mir - aber lieber Spiegel - das Thema ist zu ernst und vor allem - die Bilder sind einfach viel zu gut als sie so dermassen oberflächlich, falsch oder missdeutig zu interpretieren. Vom Spiegel sollte man sorgfältiges erwarten dürfen.
Peter Hartung
25. Juni 2011, 08:18
Noch einmal: Franz Krieger war Nazi-Foto-Propagandist und kein "harmloser Wehrmachtssoldat". Vgl. dazu seine Bilder von der Reichspogromnacht in Salzburg, von der Bücherverbrennung in Salzburg, vom Spatenstich durch Adolf Hitler für die Reichsautobahn München-Salzburg-Wien auf dem Walserberg am 7. April 1938, vom "Anschluß" am 12.3.1938, wo er dt. Truppen a.d. Staatsbrücke Salzburg fotografierte, seine Bilder von der "Anschluß"-Kundgebung Hitlers in Wien, worauf man übrigens die Reichsautozug-Busse sehen kann. Krieger war Jahrgang 1914, Mitglied der NSDAP und der SS. Und zur gleichen Zeit, als Krieger im Juli/August in Minsk war, wurden im Minsker Ghetto über 1.000 russische Juden erschossen, um Platz zu schaffen für deutsche Juden, die ab November 1941 nach Minsk deportiert und dort bis 1943 vernichtet wurden.
Peter Hartung
25. Juni 2011, 11:55
Was noch alles passierte, als Franz Krieger in Minsk fotografierte:
Vom 14. bis 16. August 1941 war die erste Kompanie des Polizei-Bataillon 322 in Minsk für Bewachungsaufgaben und Absicherung eines Besuches von Heinrich Himmler eingesetzt. Das Polizei-Bataillon 322 war eine militärische Einheit der NS-Ordnungspolizei im Zweiten Weltkrieg und war aktiv am Holocaust beteiligt. Die Rekruten der späteren Polizei-Bataillone 301 bis 325 entstammten den älteren Jahrgängen 1909 bis 1912. Sie wurden als Wachtmeisterbataillone bezeichnet.
Richard Paul Wilhelm Kube (* 13. November 1887 in Glogau; 23. September 1943 in Minsk) wurde am 17. Juli 1941 zum Generalkommissar für den Generalbezirk Weißruthenien in Minsk ernannt. Das Amt übte er bis zu seinem Tod im Jahre 1943 aus.
rudolf rall
17. Oktober 2011, 21:28
Da ja nun relativ klar ist, daß das Album seinem ursprünglichen Besitzer entwendet wurde und der momentane Besitzer wohl kaum eine Quittung besitzen dürfte, wird das Album hoffentlich als Beutekunst gewertet und an die Nachfahren zurückgegeben.
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