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Siegfried Wittenburg
19. Juli 2011, 11:27
Es handelt sich hier nicht um eine kommunistische, sondern um eine kapitalistische oder wenn man so will, neoliberale Utopie.
Während die Eltern im fernen Europa dachten, ihre Kinder hätten einen Platz im Paradies gefunden, wurden diese wie Sklaven
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Tomas Taticek
18. Juli 2011, 22:45
Als ich das damals - glaube eben im Spiegel - gelesen habe, wusste ich sofort, dass das natürlich für die Katz ist. Aber in dem Artikel fehlt mir eine genauere Darstellung des Aufwachens, ein Schulstreit und eine Selbstmördergeschichte sind irgendwie zu wenig. Es fehlen auch so banale Infos, wie wie die anfangs hohen Immobilienpreise jetzt aussehen, wie viele Häuser unbewohnt sind, wie viele Läden in der Market Street leer stehen, halt es fehlt die Beschreibung des "Desasters". Und dabei habe ich eigentlich auf einen Bericht über die Disney-Traumstadt (in die, klaro, nur die größten Simpel ziehen können) seit vielleicht 15 Jahren gewartet. Und jetzt eine Blase! Deshalb bin ich ein ehemaliger.
Sundro Michael Ganser
18. Juli 2011, 23:32
Ich war 1987 in "Buena Vista Village" zu Gast, dem Dorf der Mitarbeiter von Disneyworld/EPCOT in Orlando. Auch hier verbarg die äussere Fassade einer heilen Welt die viel schlimmere Wirklichkeit im Inneren.
Jugendliche aus aller Welt teilten sich dort viel zu kleine Häuschen, in denen sie nach ihren 12 bis 17-Stunden-Schichten bei Disney wohnten. Alkohol, Marihuana und Kokain gehörten dort zu den Grundnahrungsmitteln.
Geschichten von durchgedrehten Goofy-, Mickey- und Donald-Darstellern, die auf Kinder, welche sich mit ihnen photographieren lassen wollten, einprügelten und dann von der Security "entsorgt" wurden, gehörten zum abendlichen "Gossip".
Die Leute dort lebten vor allem von Zuwendungen ihrer Familien, da Disney die Gehälter für die ersten Arbeitsmonate als Rückzahlung für die Flüge und die Miete der Häuser einbehielt.
Während die Eltern im fernen Europa dachten, ihre Kinder hätten einen Platz im Paradies gefunden, wurden diese wie Sklaven gehalten.
Für mich waren diese Tage bei Disney ein Schock, hatte die reale Comic-Welt doch nichts mit Entenhausen gemein. Ausser, dass die Fassade schön gezeichnet war.
Andreas Severin
19. Juli 2011, 11:07
>Allem Anschein wurde versucht, die Utopie vom Kommunismus auf amerikanische Art zu verwirklichen. Wirklich interessant.
Zu hoch gegriffen:
'Pursuit'-of-'happyness'-Urbanoptikumträume eines ungebildeten Kleinbürgers.
Siegfried Wittenburg
19. Juli 2011, 11:27
Es handelt sich hier nicht um eine kommunistische, sondern um eine kapitalistische oder wenn man so will, neoliberale Utopie.
Während die Eltern im fernen Europa dachten, ihre Kinder hätten einen Platz im Paradies gefunden, wurden diese wie Sklaven gehalten.
dass in Zukunft Unterhaltungsindustrie, Reiseveranstalter insbesondere von Clubreisen, Krankenkassen, Entwicklerfirmen etc. zu riesigen Konglomeraten zusammenwachsen, die dann jede Lebensäußerung des Menschen bis in Kleinigkeiten hinein nach strikten moralischen Vorstellungen und im Interesse des privaten Profits kontrollieren werden.
Utopien von einem Paradies verfehlen ihre Wirkung nie. Irgend jemand profitiert immer davon und die Kehrseiten prägen sich aus. Das kommt mir alles irgendwie bekannt vor... Aber irgendwo im Zaun ist ein lockeres Brett.
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