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1971

Anfänge der RAF Todesschüsse in der Seitenstraße



16 Diskussionsbeiträge zu diesem Thema

Letzter Beitrag:

Hannes Birnbacher

18. Mai 2012, 14:34
>Angesichts der extrem hohen Zahl der Doktorgradaberkennungen (aufgrund "Es-sich-einfach-machens durch Kopieren")empfinde ich Ihr:
>"Petra Schelm stammte aus einfachem Hause. Ihr Vater war Malermeister, sie hatte Friseurin gelernt." als Hohn gegenüber jedem mehr...

Hans Klupowski
15. Juli 2011, 15:04
Eine ziemlich widerwärtig Heroisierung von Terroristen.

Die RAF hatte zu dem Zeitpunkt schon etliche bewaffnete Raubüberfälle begangen, bei denen zum Glück niemand ermordet wurde. Sie hatten sich in Jordanien zu Terroristen ausbilden lassen. Dann hatte die RAF ab April 1971 Terror- und Mordaktionen angekündigt. Daraufhin hat der Staat die Fahndung intensiviert. Für den RAF-Fan Sontheimer scheint das wohl eine unglaubliche Provokation durch den Staates zu sein. In der Situation wird die Dame mit Ihrem Freund von der Polizei gestoppt und flieht. Aus dem Artikel:"Er war am Boden zerstört, aber doch stolz, dass sie sich nicht hatte festnehmen lassen, sondern geschossen hatte. " Die Situation für den Polizisten war also: Eine bewaffnete, wegen bewaffneten Raubüberfällen und geplanten Terror- und Mordaktionen gesuchte Person flüchtet vor Ihm und was macht der Polizist? Er schiesst. Wo ist jetzt das Problem? Soll er mit Wattekugeln schmeissen und sich erschiessen lassen?

So eine Person dann noch als Opfer darzustellen ist eine Verhöhnung von echten Opfern. Wie zum Beispiel den Leibwächtern die nach einer duch einen auf die Strasse geschobenen Kinderwagen eine Vollbremsung mit ihren Wagen machten um ein Baby im Kinderwagen nicht zu überfahren und dafür ermordet wurden.

Ich hätte jetzt einen Bericht über ein in der damaligen Hysterie irrtümlich Terrorist als getötes Opfer erwartet, aber doch nicht die Stilisierung einer RAF-Terroristin zu einem Opfer.
Michael Stephan
15. Juli 2011, 15:35
Angesichts der extrem hohen Zahl der Doktorgradaberkennungen (aufgrund "Es-sich-einfach-machens durch Kopieren")empfinde ich Ihr:
"Petra Schelm stammte aus einfachem Hause. Ihr Vater war Malermeister, sie hatte Friseurin gelernt." als Hohn gegenüber jedem Handwerksmeister und Handwerker!
GERHARD KRAUSE
15. Juli 2011, 16:08
Das ist ja eine richtig romantische Story, fast so wie "Natural born Killers", nur das es hier zum Glück mit dem Ende anfängt.
Peter Farge
15. Juli 2011, 16:23
RAF Terroristen als Opfer zu bezeichnen stößt schon ab. Vielleicht hätte hier ein zweiter Redakteur mal querlesen können.
Michael Sontheimer
15. Juli 2011, 18:27
@Michael Stephan: Die Formulierung "aus einfachem Hause" stammt nicht von mir, sondern einem Redakteur in Hamburg.

@Hans Klupowski: Es überrascht mich, wenn Sie meinen, ich hätte eine "widerwärtige Heroisierung" von Petra Schelm betrieben. Ich sehe sie gar nicht als Heldin, sondern als bedauernswertes junges Mädchen, das nicht zuletzt durch ihren Freund in eine Dynamik geraten ist, die sie nicht überblicken konnte und dafür mit ihrem Leben bezahlt hat. Als Opfer der Polizei habe ich sie auch nicht beschrieben, sondern als Opfer jenes irrsinnigen Krieges, den Baader, Ensslin, Meinhof und Mahler gegen die Bundesrepublik angezettelt haben.
Konrad Kuklinsky
15. Juli 2011, 18:50
ach herr klupowski,

offenbar waren ihre hirnanhangdrüsen dermaßen ausgelastet mit der produktion von schaum, der ihnen dann vorm mund steht, das gleichzeitig leider teile ihres neocortex, die normalerweise für die quellenkritische text-analyse zuständig gewesen wären, komplett ausgefallen sind.

der von ihnen inkriminierte satz "Er war am Boden zerstört, aber doch stolz, dass sie sich nicht hatte festnehmen lassen, sondern geschossen hatte", der ihnen als beleg für eine angebliche heroisierung der RAF seitens des autors m.sontheimer dient, gibt doch lediglich die (damalige) sichtweise von manfred grasshoff wieder.

das ist also ein zitat, mann! und es gibt keinerlei anlaß für die vermutung, daß sich dieses zitat auch nur teilweise mit der meinung des autors überschneidet.

sie schreiben sich hier dermaßen in rage und hetzen niederträchtig rum, daß dabei leider sowohl die fakten, als auch der gute geschmack auf der strecke bleiben und nur noch eine so dämliche wie demagogische soße übrig bleibt.

für sie ist vermutlich jede meinung, die von 'ein einziges mörderpack, alle sogleich abknallen' abweicht, ein beleg für das sympathisieren mit der RAF. damit stellen sie sich eindrucksvoll in die tradition dessen, was sie selbst (ausnahmsweise korrekt) als "damalige hysterie" bezeichnen.
Boris Lacht
15. Juli 2011, 20:10
Durch den Mord an Petra Schelm wurde mir damals erstmals klar, dass das Regime der wirkliche Verbrecher ist und nicht dessen Gegner...
Bernhard Mueller
15. Juli 2011, 20:46
Sie war ein Opfer!

Ein Opfer ihres Zeitgeistes; ein Opfer einer damals sehr nervösen Polizei (selbst erlebt); ein Opfer ihrer selbst?

Das Mädchen war damals 20 Jahre alt. Wusste Sie, was sie tat?
Eva-Maria Voller
15. Juli 2011, 21:38
In der Tat...auch ich empfinde den Grundtenor des Artikels als unangenehm und unangemessen! Klingt ein bißchen, als würde da jemand die RAF als TKKG für Spätpubertierende begreifen.
Ich weiß nicht recht, ob Herr Stephan nur zu jung oder auch zu unbedarft ist, um das damalige Geschehen realitisch einzuordnen.
Udo Luda
15. Juli 2011, 22:37
Herr Klupowski,

Ihre berechtigte Empörung in allen Ehren, Sie übersehen die Kleinigkeit, dass Frau Schelm laut Aussage des Zeugen gar nicht geschossen hat.

Der falsche Stolz darauf, Sie hätte sich nicht festnehmen lassen sondern statt dessen geschossen, basiert also auf der Darstellung der Polizei.

Nun mögen schiesswütige Polizisten in der Minderheit und die Polizei im Allgemeinen von ehrenvollen Beamten getragen sein, dass gegen den schiessenden Polizisten aber kein Verfahren eingeleitet wurde ist dennoch fragwürdig.

Unrecht gab es ganz sicher in diesem Konflikt auf beiden Seiten - wie das immer in Konflikten dieser Art so ist - alles andere zu denken ist weltfremd.

Auch bei der Polizei gibt es schwarze Schafe. Googeln nach Phillipp Müller, Kurras "schiessen bis die Fetzen fliegen" oder in neuerer Zeit Bambule, René Bastubbe und viele andere rücken da die Sicht der Dinge da ein wenig gerade. Interessant auch die Relationen von Anzeigen, eingeleiteten Ermittlungen, Prozessen und Verurteilungen bei Polizeibeamten. Korpsgeist gibt es eben auch bei der Polizei und die in der Natur der Sache liegende Nähe von Staatsanwaltschaft und Polizei ist sicher auch nicht völlig unproblematisch.

Ein kritischer Blick hat nichts mit widerlicher Heroisierung von Terroristen zu tun und ist eben der Unterschied vom Bürger zum Untertan.

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