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TV-Kult "Raumpatrouille Orion" Deutsche im Weltall



20 Diskussionsbeiträge zu diesem Thema

Letzter Beitrag:

Henny van Veenendaal

23. September 2012, 19:20
Schön um hier zu lesen das der Raumpatrouille Orion serie noch so viel wirbrl macht :) Ich war erst 11 wenn die erstausstrahlung im ARD war und von denn moment ab war ich SF-fan. Die serie ist, auch wenn heute so viel dingen in der serie hier im forum als unlogisch wiederlegt werden, immer noch mehr...

Ralf Bülow
16. September 2011, 19:21
Kleine Korrektur zum Text von Bild 1: "Raumpatrouille" war nicht die einzige deutsche SF-Serie, denn im 20. Jahrhundert liefen noch "Alpha Alpha" (1972) und "Das blaue Palais" (1974/76) im ZDF sowie "Die Mädchen aus dem Weltraum" (1977) in der ARD. Im 21. Jahrhundert folgten "Ijon Tichy: Raumpilot" (2007) im ZDF und "Alpha 0.7" (2010) im SWR. Der Deutsche Fernsehfunk strahlte 1968 immerhin die dreiteilige "Stunde des Skorpions" aus.
Thomas Pfanner
17. September 2011, 16:19
Ein bißchen Drittes Reich ist tatsächlich in der Serie. Die Raumschiffe der Frogs entprechen genau diversen Holzmodellen der Gebrüder Horten - etwa die Horten X, eine der geplanten Wunderwaffen, aus denen nie was wurde.
Ansonsten scheint mir Winston W. Wamsler eine Persiflage auf Churchill zu sein, der Oberst Villa hingegen ein waschechter Geheimdienstmann aus vergangenen Tagen...
Die haben damals wirklich alles verwurstet, was rumlag und daraus eine Militär-SF gemacht.
Politisch korrekt war das natürlich nicht. Aus heutiger Sicht aber doch ein Blick in die damalige Denke der Älteren.
Ernst Friedrichs
17. September 2011, 17:30
Seit 10. September 2011 gibt es übrigens im Theater am Schlachthof in Neuss ein Musical zu Raumpatroille Orion! Empfehlenswert!
Jens Schuetz
17. September 2011, 20:00
Man sollte auch nicht die DDR Filme und die ganz alten Schwarz weiss und sogar Stummfilme unterschlagen.
http://de.wikipedia.org/wiki/Science-Fiction-Film
Udo Kaiser
17. September 2011, 20:39
es ist wirklich sehr schade das die diversen Bemuehungen Raumpatrouille Orion in eine Fortsetzung zu bringen, bislang gescheitert sind.
Angeblich wollte Emmerich es mal machen. Aber auch daraus wurde nichts.
Immerhin können wir froh sein das noch kein Remake gescheitert ist, und wir können hoffen das es nochmals eine fortsetzung geben wird. denn raumpatrouille könnte wirklich ein hit werden.
Michael Schulz
17. September 2011, 23:26
SD: Sicherheitsdienst der SS. Ich bin ein echter Fan von der Orion und habe die Folgen in den 70ern das erste Mal gesehen. Aber es stimmt schon, dass da mit alten Mustern gespielt wurde: so ist der Name SD ziemlich blöd gewählt, weil er in einem ähnlichen Kontext wie SD bei der SS verwendet wird. Ey, und sowas ging einfach nicht mehr.
Und der Grund mit den mangelnden Ideen ist einfach Schmarrn. Die schreiben ja auch Drehbücher für den vierten Teil von Pirates of the Caribbean...
Markus Klemp
18. September 2011, 09:12
Auch bei mir ist die "Raumpatroullie Orion" maßgeblich verantwortlich für meine bis heute anhaltende Liebe zur Science Fiction. Obwohl ich ein Kind der 80er bin war die Orion das erste Raumschiff das ich als kleiner Junge im Fernsehen gesehen habe, meine Eltern haben weil die Serie damals schon Uralt war und dazu noch in Schwarzweiss auf jegliche Zensur verzichtet und ich durfte das ganze schön in einer nachmittäglich laufenden Wiederholung komplett anschauen.
Ralf Bülow
18. September 2011, 10:18
Meines Wissens hat die damalige Kritik der "Raumpatrouille" niemals faschistoide Züge unterstellt - da liegt wohl eine Verwechslung mit "Perry Rhodan" vor. Allerdings nannte die DDR-Presse den Galaktischen Sicherheitsdienst eine "Super-Gestapo" (siehe S. 335 im Hilger-Buch). Anzumerken wäre noch, dass das Theaterstück "Geschwader Fledermaus" des ach so militaristischen Rolf Honold 1958 von der DEFA verfilmt wurde und dass 1968 die Helden des DDR-Zukunftsfilms "Stunde des Skorpions" einer weltumfassenden sozialistischen Sicherheitsorganisation angehören. Ein Schelm, wer sich Schlechtes dabei denkt...
Torsten Pelka
18. September 2011, 10:45
also ich denke, orion IST einfach kult...
und was den umgang mit der eigenen geschichte angeht- man kann auch neurotisch in allem und jedem nach hinweisen, anzeichen suchen, dass etwas faschistoid ist...dann dürften wir eigentlich heute keine speicherkarten mehr für unsere digicams benutzen...die heißen nämlich auch sd wie sicherheitsdienst. es geht nicht um verharmlosung, sondern darum eben nicht in allem, jedem und überall böses zu wittern...
Sylvia Götting
18. September 2011, 14:57
Eine Serie wie Orion kann man nicht fortsetzen.
Erstens ist das Ende der Serie viel zu lange her, als dass man direkt daran anknüpfen könnte.
Zweitens ist die Geschichte abgeschlossen. Die Serie handelt vom Straf-Patrouillendienst, und diese Strafe ist am Ende der letzten Folge "abgesessen" - end of story. Eine Fortsetzung wäre nur weiteres militärisches Abarbeiten von Weltraumproblemen - in Farbe.

Der Improvisations-Charme der Serie macht einen großen Teil des Kults aus, eine Neuauflage von Orion wäre technisch viel zu durchgestylt und würde wahrscheinlich viel zu steril wirken. Was sollte die Orion auch noch groß anstellen, nach dem, was Star Trek, Battlestar Galactica, Star Wars etc. nicht schon alles durch-abenteuert haben. Ich kann mir im Moment auch nicht vorstellen, welche deutschen Schauspieler die Rollen spielen sollten. Und dann wär da noch die Sache mit der political correctness und der Frauenquote (die in den 60ern keinen interessierte und deswegen auch kein Kreativhindernis war) .

Der Improvisations-Charme der Serie war es, weswegen ich die Serie so oft gesehen habe. Mit jeder Wiederholung, bei der ich die Dialoge immer auswendiger kannte, schaute ich auch immer mehr auf Details im Set: Helme mit Löchern oben drin (damit die Schauspieler nicht ersticken - siehe Folge 1 mit Atan und Hasso auf MZ4); überall gleich große Schwerkraft, egal ob Erde oder eben MZ4; explodierende Planeten, deren Trümmerteile trotz Weltall brav nach unten fallen; optimaler Sound trotz Luftleere (siehe wieder MZ4 - keine Gase, aber laute Schritte), Funkverkehr zwischen Orion und Erde ohne jegliche Verzögerung trotz milliardenschwerer Distanz; der Kommandostand der Challenger (Folge 1) ist der vertikal geflippte Stand der Orion; Messergebnisse müssen aus Satelliten "ausgebaut" werden (Folge 3), statt diese mit Funktechnik auszustatten, die im Jahre 3000 sicherlich vorhanden sein dürfte; Orion taucht aus einem Strudel auf, der sich nach außen bewegt (was Strudel gewöhnlich nicht tun), bei der Landung aber korrekt nach innen; Leute steigen mit Schutzanzug mitten im Weltall aus der Lancet, ohne dass es eine Schleuse gibt, die die Zurückgebliebenen ohne Schutzanzug vor Entfleuchen des Sauerstoffs bewahrt usw.

Wer noch mehr über Orion erfahren will, ist hier gut aufgehoben:
http://www.orionspace.de/ww/de/pub/home.htm


Ansonsten hat mich an der Serie vor allem die Figur des Cliff Allister McLane fasziniert. Das sind Leute, die sich nicht darauf verlassen, dass Vorschriften und Diskutiererei außer Probleme zu schaffen sie auch lösen. Es sind Leute mit pragmatischen Lösungsansätzen, Leute die sagen: "Wenn Vorschriften und Paragraphen Probleme lösten, bräuchten wir nicht hier zu sein. Und jetzt lasst uns tun, was nötig ist." Das ist auch mein Credo.

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