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7 Diskussionsbeiträge zu diesem Thema

Letzter Beitrag:

Volker Altmann

17. Januar 2012, 12:51
Die Tatsache, dass Wolfgang Neuss den Halstuchmörder (v)erraten hat, ist ja nun schon seit Jahrzehnten bekannt. Insofern ist den Verfassern des Artikels kein Vorwurf zu machen.

Nebenbei bemerkt – auch wenn ich ein großer Freund alter Filme und Serien bin: Die mehr...

M Herkommer
16. Januar 2012, 12:56
"Als RTL im Herbst 1991 mit Erfolg David Lynchs Mystery-Krimiserie "Twin Peaks" präsentierte und Konkurrent Sat.1 den Namen des Mörders in seinem Videotext-Angebot verriet, war die Aufregung schnell vorbei. Die Reaktion des Privatsenders war pragmatisch: RTL verzichtete auf die Ausstrahlung der letzten Folgen und überließ sie dem Münchner Privatsender Tele 5."

Also ich war sehr verärgert, obwohl ich die Serie damals gar nicht geguckt hatte. Aber so ein Verhalten ist nur Assi. Seit dem ist Sat-1 bei mir auf die hintersten Programmplätze gerutscht.

Aber ganz kann man das Verschieben der letzten Folgen auf Tele 5 nicht dem Sat-1 anlasten. Denn Twin Peaks bestand aus 29 Folgen. Der Mörder wurde in der Serie bereits in Folge 14/15 enthüllt. Auch in den USA fiel darauf hin die Zuschauerquote dramatisch ab. Lynch hatte es verpasst rechtzeitig ein Neben- oder übergeordnetes Rätsel aufzubauen. Das hat er dann erst in den Folgen 15-29 versucht - ohne großen Erfolg. Und obwohl die Folgen 15-29 durchaus hohe Qualität haben und auch das typische "Twin-Peaks"-Feeling bieten, war deshalb nach Folge 29 dann endgültig Schluß. Da half dann auch der Mega-Cliffhänger nicht mehr, als der Held und Zuschaueridentifikationsfigur selbst zum Täter mutierte.

Schade, den übergeordneten Sinn der Serie hat kaum einer verstanden.
Christian Simons
16. Januar 2012, 12:57
Zur Wolfgang Neuss-Halstuch-Affäre bleibt noch hinzuzufügen, dass die TV-Kabarettisten in jener Zeit die allgemeine Tendenz hatten, dem bürgerlichen Milieu seine kleinen Freuden zu vermasseln:
Ich kann mich da zum Beispiel an eine Sylvestersendung der Lach- und Schießgesellschaft ("Schimpf vor Zwölf") erinnern, in der Hildebrandt und Co. eine Minute nach Mitternacht plötzlich mit scheinheiliger Betroffenheit auf ihre Armbanduhren schauten und sagten" "Ei, jetzt haben wir doch glatt den Jahreswechsel verpennt."
Mann, was waren meine Eltern damals sauer. :-)
Volker Altmann
16. Januar 2012, 13:03
Da mir die Einschaltquoten nicht vorliegen, kann ich das jetzt nur vermuten – aber fehlt in der Auflistung nicht „Der Komödienstadel“? Beppo Brem, Erni Singerl und ihre Kollegen aus bajuwarischen Landen hatten, meiner Meinung nach, damals den gleichen Zuspruch wie die Hanseaten und die Kölner.

Hätte man „Raumpatrouille Orion“ in Farbe gedreht, wäre die Serie sogar nach Amerika verkauft worden. In s/w allerdings, musste man Captain Kirk den Vortritt lassen. Und so entging den Amerikanern das edle Raumschiffsdesign aus Duschköpfen und Bügeleisen.
Jan Barkley
16. Januar 2012, 13:49
Schade, den übergeordneten Sinn der Serie hat kaum einer verstanden.

Nach eigener Aussage David Lynch auch nicht :-)
Maik Lorenz
16. Januar 2012, 14:13
Na toll. Schade, dass auch in diesem Artikel der Mörder verraten wird, ich hatte während des Lesens beschlossen, mir die DVD zu bestellen. Das bringt ja jetzt nichts mehr. Im Wikipedia-Artikel zum Halstuch wird dieser Spoiler vermieden.
Florian Eichhaber
16. Januar 2012, 21:11
ging mir auch so, vielen lieben dank für den spoiler. das könnt Ihr doch besser!
Volker Altmann
17. Januar 2012, 12:51
Die Tatsache, dass Wolfgang Neuss den Halstuchmörder (v)erraten hat, ist ja nun schon seit Jahrzehnten bekannt. Insofern ist den Verfassern des Artikels kein Vorwurf zu machen.

Nebenbei bemerkt – auch wenn ich ein großer Freund alter Filme und Serien bin: Die Durbridge-Verfilmungen haben sich überlebt. Endlose Monologe und ein statisches Spiel der Schauspieler lassen in heutiger Zeit keine Spannung mehr aufkommen. Es muss nicht immer Action sein, von der ein Krimi lebt – aber gegenüber den Edgar Wallace-Verfilmungen wirken die Durbridge-Filme wie ein langatmiges Theaterstück.


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