27 Diskussionsbeiträge zu diesem Thema
Letzter Beitrag:
Manfred Franke
31. Januar 2012, 17:51
In diesem Artikel fehlt ein Hinweis auf das Gedicht von Alfred Andersch "Artikel 3 (3)" mit den Schlußversen " ... ein geruch breitet sich aus / der geruch einer maschine / die gas erzeugt". Wie immer man zu diesen Zeilen stehen mag, nicht nur was die lyrische Form angeht,
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Florian Geier
29. Januar 2012, 00:12
Und wann kommt der erste ähnlich mitleiderheischende Artikel über ein "Republikaner"-Mitglied,
das vom öffentlichen Arbeitgeber wegen seiner politischen Überzeugungen drangsaliert wird?
Peter Baumstark
29. Januar 2012, 06:47
Heute läuft es ganau anders herum. Der Marsch durch die Institutionen ist den alt-68-ern gelungen.
Unser Land schafft sich Stück für Stück immer mehr ab!
Olaf Nyksund
29. Januar 2012, 08:00
Ich hatte mich damals (in einem osteuropäischen Land durch die ach so tolle kommunistische Regierung eingesperrt) immer wieder gefragt, warum die ganzen Genossinskis nicht einfach in die DDR auswandern. Wäre doch möglich gewesen. Später habe ich danach gefragt und wurde nur mit nichtssagenden Floskeln abgetan. Warum? Ich frage erneut: warum sind diese Menschen nicht in das real existierende Paradies gegangen (in dem man sogar Deutsch sprach)? - Vermutlich war es doch bequemer und sicherer, die Hand zu beißen, die einen großzügig füttert, und nach dem Feierabend mit dem eigenen VW in die eigenen vier Wände im Grünen zu fahren, ohne Angst haben zu müssen, dass man des Nachts aus dem Bett geholt und mit verbundenen Augen wer weiß wohin gefahren wird, wo das Licht nie ausgeht
Und wie sieht es heute mit Berufsverboten wegen Zugehörigkeit zu einer legalen deutschen Partei aus? Offensichtlich auch nicht viel anders. Mir ist direkt ein Fall bekannt, in dem ein Beamter gezwungen wurde, aus der NPD wieder auszutreten, der er einige Monate zuvor aus Überzeugung beitrat. Die NPD ist eine demokratisch legitimierte Partei - ich persönlich sage dazu "leider", aber es ist nun mal so in einer Demokratie, dass auch Meinungen dazu gehören, die einem zuwider sind.
Dagegen kenne ich keinen einzigen Fall, in dem einem LINKEN-Mitglied im öffentlichen Dienst mit Sanktionen wegen seiner Gesinnung gedroht würde. Irgendwas läuft da falsch. Entweder entsprechende Sanktionen für alle oder für niemanden. Ich bin für Letzteres: lasst doch die radikalen Dummköpfe, ob braun oder rot, sich selbst in aller Öffentlichkeit demontieren.
Bernd Irmler
29. Januar 2012, 08:24
Entgegen dem hier publizierten Bericht wurde nicht nur Beamte mit Berufsverbot belegt, sondern auch Angestellte.
Auch ein Bundesbahnschaffner durfte nicht mehr arbeiten. Und nicht nur mit der Begründung "Berufsverbot" wurden viele aus dem öffentlichen Dienst und an Universitäten entlassen, man fand dann ganz einfach andere Gründe, um um "linke" Leute zu entlassen, zum Beispiel erklärte man, es wären keine finanziellen Mittel mehr da, um gerade diesen Job aufrecht zu erhalten.
In Bayern werden bis heute "Gesinnungsprüfungen" für Bewerber für den öffentlichen Dienst gemacht.
Thomas Rugall
29. Januar 2012, 09:49
Will hier irgendjemand, dass Neonazis verbeamtete und vom Staat bezahlte Geschichtslehrer werden und unseren Kindern in der Schule das "Dritte Reich" erklären? Wohl kaum. Es ist deshalb sehr sinnvoll, dass ein demokratischer Rechtsstaat seine Beamten prüft, bevor er sie in den Dienst nimmt. Die entscheidende Frage lautet daher nicht: Radikalenerlass, ja oder nein? Es geht vielmehr um seine Eingrenzung: Wer soll von der Verbeamtung ausgeschlossen sein?
Volker Altmann
29. Januar 2012, 11:47
Sehr geehrter Herr Nyksund,
es hat in früheren Jahren schon gereicht, Sympathie zu den Jungsozialisten zu zeigen, um den Spruch Geh doch nach drüben zu ernten. Sie erinnern sich vielleicht, dass Wolfgang Biermann geweint hat, als er von seiner Ausbürgerung erfahren hat. Warum wohl? Ganz einfach die DDR war seine Heimat. So wie Deutschland-West Heimat auch für jene war und ist, die so manches zu kritisieren haben, sich nicht mit dem Status Quo der Umverteilung abfinden wollten und wollen. Es mag sie überraschen, aber ich habe nie jemanden kennengelernt, der die DDR für ein Vorzeigemodell gehalten hat. Ein Denken abseits der Programme von CDU und CSU, führt nicht automatisch zu einem Hohelied auf repressive Systeme.
Sie schreiben die Hand zu beißen, die einen füttert. Der Staat sind wir, die mündigen Bürger, die ein Anrecht darauf haben hier zu leben. Der Staat ist kein Potentat, der uns großzügig und milde versorgt, dem wir dankbar sein müssen für die Brocken, die er uns hin wirft. Schauen Sie sich die Umverteilung des Vermögens in Deutschland an dann wissen Sie, warum Menschen zwar hier, in ihrer Heimat, leben wollen, aber dennoch Grund zur Kritik finden.
Ich habe übrigens noch keinem flammenden Anhänger des Kapitalismus empfohlen, in die USA auszuwandern. Vom Tellerwäscher zum Millionär, das klingt doch verlockend. Ach stimmt ja: Klappt dieser Karrieresprung nicht, kann man sich da auch ganz schnell auf der Straße wiederfinden, bei der Suche nach Essbarem in der Abfalltonne. Aber das kann einen wahren Freund kapitalistischen Gedankenguts auch nicht schocken, denn da hilft ja der Spruch: Ein jeder ist seines Glückes Schmied.
Christoph Hinte
29. Januar 2012, 12:00
In den 90er Jahren habe ich als Schüler eines Baden-Badener Gymnasiums Klaus Lipps über viele Jahre als Lehrer erlebt. Er hat für alle spürbar Werte wie Fairness, Ernsthaftigkeit, Toleranz und respektvollen Umgang vorgelebt. Damals wie heute kann man sich solche Pädagogen nur wünschen.
Dass genau solch ein Mensch vom Berufsverbot betroffen war, war für niemanden, der ihn kannte, nachvollziehbar. Insofern wurde eine Generation Schüler einer Schule aufgrund der persönlichen Erfahrungen fast zwangsläufig zu sehr viel Skepsis gegenüber Instrumenten wie dem des Berufsverbotes erzogen, gerade weil es einen Menschen betraf, der in seinem Wirken und seiner Aufrichtigkeit gar nicht in das Schema des Staatsfeindes passen wollte.
Michel Wittmann
29. Januar 2012, 12:30
Wo ist der Unterschied wenn ein Mitglied der NPD kein Kindergartenerzieher werden darf? Da beschwert sich ja auch keiner.
Der Radikalenerlaß war schon in Ordnung. Ganz Linke und ganz Rechte haben im öffentlichen Dienst oder beim Umgang mit unseren Kindern nichts zu suchen!
Hans Maier
29. Januar 2012, 14:21
Ich sehe keine Fehler des Staates.
DKP-Sympathisanten nicht einzustellen ist also unfair. Mal sehen, ob das nach SPIEGEl-Meinung auch für NPD- oder Republikaner-Sympathisanten gilt....
Hans Maier
29. Januar 2012, 14:27
>Ich versteh das nicht. Die Leute lehnen den Staat ab (sonst wären sie ja in keiner "radikalen" Partei), wollen aber für ihn arbeiten.
Zumindest davon leben wollen sie. Dass man trotzdem gegen dieses Staat wettern kann, ist für sie kein Widerspruch.
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