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Andreas Schmidt
24. Februar 2012, 00:44
Warum sollte er in Brasília wohnen wollen? Weil er maßgeblich dran beteiligt war. Ist das kein Grund?
So vielseitig ist Brasilia übrigens nicht. Die immerhin noch irgendwie netten Wohnviertel sind die, die mal für die ärmeren Schichte konzipiert waren, sich heute aber
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Wolfram Weiss
20. Februar 2012, 08:42
Ein schöner Artikel. Aber den Herrn Architekten zum Genie zu stilisieren, ist eine verbreitete Unsitte: ebenso wie Le Courbusier hat Niemeyer Betonwüsten geschaffen, in denen Sie nicht tot über dem Zaun hängen wollten. Da die Aufgabenstellung "Wohnraum" lautet, darf man das Ergebnis getrost als Themaverfehlung bezeichnen. Auch wenn es im Coffee Table Book toll aussieht.
Günter Vrauer
20. Februar 2012, 09:46
Daran musste ich auch denken. Schade das Beton nicht brennt.
Ich erinner mich noch, wie uns die Betonwüsten von Walter Gropius Ende der 70iger bei einer Klassenfahrt als architektonische Meisterleistung verkauft wurden.
Da wollte ich nicht tot über den Zaun hängen.
Ihme-Zentrum Hannover.
Sollte Heim Arbeitsplatz und Hort für seine Bewohner werden. Ein zugiges düsteres Betongebirge.
Oft fielen Feuerlöscher und manchmal auch Menschen von den Dächern. zigmal wurde eine "Aufhübschung" angedacht und aus Kostengründen wieder verworfen.
Weil Abreissen billiger käme.
Stephan Hackenberger
20. Februar 2012, 10:16
Wieder so ein Betonklotz, der von architekturbegeisterten frenetisch bejubelt wird ... nur wohnen möchten auch die lieber in der ruhigen Vorstadt im "Häuschen" ;)
Robert Wagner
20. Februar 2012, 10:25
Meinem Vorschreiber ist nahezu nichts mehr hinzuzufügen. Zu viele Menschen auf engsten Raum ist ein nahezu bombensicherer Grund zum Scheitern derartiger Wohnraumprojekte. Obwohl das Copas hier wohl doch noch eher zu en rühmlichen Ausnahmen gehört... wenn auch nur mit erhöhtem sicherheitstechnischen Aufwand. Andere Projekte zur großflächigen Schaffung von Wohnraum gingen da gehörig in die Hose... "schönstes" Beispiel hierfür ist wohl Pruitt Igoe in St. Louis.
Stefan Kepler
20. Februar 2012, 12:18
Na, da bin ich mal gespannt: Wie hätten denn die Herren "Klugsch..." das Problem fehlenden Wohnraumes für das Präkariat gelöst?
Allen billig Vorstadt-Eigenheime im Grünen gebaut?
Harald Simon
20. Februar 2012, 12:41
Man liest immer wieder in Artikeln über Oscar Niemeyer, dass er Brasilia geplant oder entworfen hat. (Bildunterschrift zu Bild 4). Dem ist aber entgegen der landläufigen Meinung nicht so. Der Planer von Brasilia war Lucio Costa. Niemeyer hat zwar einige Gebäude in Brasilia entworfen, und war sicher sehr massgeblich beteiligt. Er ist aber nicht derjenige, der den sogenannten "Plano Piloto" entworfen hat.
Andreas Schmidt
21. Februar 2012, 01:06
Niemeyer baut seine Gebäude als Skulpturen. An die Bewohner wird dabei wenig gedacht. Innen sind sie meist dunkel. Entweder haben sie gar keine Fenster (Nationalmuseum und -theater) oder es kommt trotz Fenster kein Licht rein (Uni Brasilia). Es gibt ein gelungenes Gebäude, das ist die Kathedrale in Brasilia. Der Rest ist häßlich und menschenfeindlich.
Als Niemeyer einmal gefragt wurde, warum er nicht in Brasilia, sondern im Penthouse am Strand in Rio wohnt, hat er gesagt, daß ihm Brasilia nicht gefällt. Soso.
Peter Braun
21. Februar 2012, 11:01
@ Robert Wagber: der Vergleich mit Pruit-Igoe hinkt schon arg! Er ist unheimlich schmerzhaft.
@ Andres Schmidt Wenn ich die Wahl zwischen einem Penthouse am Strand von Rio habe entscheide ich mich grundsätzlich für das Penthouse am Strand von Rio.
Insgesamt muss das Gebäude in seinem örtlichen Zusammenhang betrachtet werden. Appartementhochhäuser sind Standard in brasilianischen Großstädten. Wenn sie das Copan bspw. mit recht typischen Gebäuden im Hintergrund vergleichen, haben sie einen gewissen Maßstab. Nebenbei, die zentrale Lage ist ein großer Vorteil in einer 20 Millionen Stadt mit 24 Stunden Rush-Hour.
Klaus Vollmer
21. Februar 2012, 17:13
In den 70-er Jahren nannte man das Gebäude in Sao Paulo auch "treme-t treme", was frei übersetzt beben-beben heissen könnte. Und eben dieses beständige Beben des Gebäudes sollte durch die kunstvollen Darbietungen der dort wohnenden Prostituierten verursacht werden.
Stephan Hackenberger
21. Februar 2012, 17:36
>Na, da bin ich mal gespannt: Wie hätten denn die Herren "Klugsch..." das Problem fehlenden Wohnraumes für das Präkariat gelöst?
>
>Allen billig Vorstadt-Eigenheime im Grünen gebaut?
Na dann nen ich das Ding doch beim Namen und sage ich baue so billig wie möglich soviel Wohnraum wie möglich. Also Wohnsilo. Das Architektenmarketing kann ich mir dann schenken.
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