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1932-1972

Medizin-Skandal Todesstudie von Tuskegee



26 Diskussionsbeiträge zu diesem Thema

Letzter Beitrag:

Peter Grolig

14. Juni 2012, 19:08
Den Vergleich mit den Menschenversuchen in Dachau halte ich nicht für weit hergeholt. Nur, in Dachau war 1945 Schluss und in Tuskeegee ging die Sache bis 1972 weiter.
Ursache war in beiden Fällen reine Menschenverachtung und Überheblichkeit. Nur, in den USA ist das alles noch nicht mehr...

Pibaer Baer
7. Juni 2012, 20:49
Mal abgesehen von der wirklich üblen und menschenverachtenden Vorgehensweise, enthält der Artikel (und auch die Geschichte selber?) einen logischen Bruch:

Einerseits stellt man die These auf, dass die Hirne Schwarzer zu wenig ausgebildet wären, um von der Krankheit beeinträchtigt zu werden, andererseits waren insbesondere Autopsien das Ziel der Studie.
Nun hätte man aber lange vorher durch Autopsien leicht feststellen können, dass die Hirne verschiedener Rassen wahrscheinlich wohl sehr ähnlich/gleich ausgebildet sein werden. Und wahrscheinlich gab es auch vor der Studie genügend schwarze Erkrankte, die wahnsinnig geworden sind.

Was also etwas nebulös bleibt, ist der wahre Beweggrund für die Studie, die im Artikel genannten sind jedenfalls nicht so ganz logisch.
Hainz Bretz
7. Juni 2012, 21:27
Es war und ist bei weitem nicht die einzige "Studie" dieser Art, die in den USA oder auch in anderen Teilen der Welt nach dem gleichen Muster durchgeführt wurden und werden.
Rolf Radicke
7. Juni 2012, 21:49
>Kann man die überlebenden Leiter dieser Studie - sofern vorhanden - nicht immer noch anklagen?

Sie wollen doch nicht 'angesehene' Buerger diffamieren.

Aehnlich wie bei den Aktionen des Militaers koennen sich die Verantwortlichen darauf berufen, dass sie im Einklang mit den Vorschriften gehandelt hatten.

@ Eveline
Nur einen?
Andrea Kann
7. Juni 2012, 22:16
http://www.democracynow.org/2004/5/5/plutonium_files_how_the_u_s

Plutonium Files: How the U.S. Secretly Fed Radioactivity to Thousands of Americans
Günter Vrauer
7. Juni 2012, 22:54
Interessant ist das Thomas M. Disch bereits 1967 68
in seinem Roman Camp Concentration von einem solchen Experiment geschrieben hat. Und ich meine gelesen zu haben das sein Roman nach einer tatsächlichen Gegebenheit entstanden ist.
Um so erstaunlicher ist es eigentlich das sich Peter Buxtun
erst 1972 an die Öffentlichkeit wandte.
Arno Nyhm
8. Juni 2012, 00:18
Als hätte es noch eines Beweises mehr gebraucht, dass die Menschheit nichts aus ihrer Geschichte lernt.
Nicht nur, dass hier sogenannte "Ärzte" in Methodik und Rassismus Mengeles praktizieren -nein, genau wie damals hatte alles seine schöne, obrigkeitsabgenickte Richtigkeit und genau wie damals wird hinterher kein einziger dieser Mörder zur Rechenschaft gezogen.

America, land of the free? -Mir graut vor Dir..
Jens Schuetz
8. Juni 2012, 00:50
"""
Eveline Arnold
7. Juni 2012, 16:40
Ich spüre eine unbändige Lust nach Amerika zu gehen und einen Verantwortlichen zu erschiessen!
"""
Schade, das sie nicht das Rechtssystem benutzen wollen. Da sie ihre Absichten jetzt auch noch oeffentlich machen, wuerde deren Ausfuehrung als geplanter Mord die Hoechststrafe fuer sie erzielen. Das haben sie nun wirklich nicht verdient. Die Verantwortlichen aber schon.
Steffen Rau
8. Juni 2012, 01:01
naja, so widerwärtig das Experiment auch sein mag, man darf nicht vergessen dass zum Zeitpunkt seines Beginnes in den USA ein ähnlicher Rassismus herrschte wie in Deutschland. Euthanasie von geistig behinderten und Farbigen war beispielsweise damals in der dortigen Gesellschaft durchaus akzeptiert. Vielleicht traten die USA auch deswegen lange Zeit nicht in den Krieg ein, weil die Anschauungen der Nationalsozialisten mit denen der amerikanischen Gesellschaft zu grossen Teilen deckungsgleich waren. Im Grunde war dieses "Experiment" da "nur" ein folgerichtiger Ausdruck dieser Gesellschaft.
Und wenn man diesen Gedanken weiterführt, die Experimente in der Nachkriegszeit und die Verfolgung andersdenkender in der Hoover-Ära mit einbezieht wird klar dass sich die USA zwar moralisch schuldig machten- diese Schuld aber niemals aufarbeiteten.

Und vielleicht ist eben dieser Mangel- oder die historische Weiterentwicklung dieser Doktrinen?- einer der Gründe, warum die USA in weiten Teilen der Welt nicht gerade beliebt sind.

Ich könnte mir vorstellen, dass dieses Thema eine sehr interessante Doktorarbeit abgeben würde. Mich würde eine wissenschaftliche Untersuchung darüber jedenfalls interessieren.
Henry Pimpernell
8. Juni 2012, 07:42
Moralisch gesehen besteht wohl kein Unterschied zu den medizinischen Experimenten der Nazis.
S Oswald
8. Juni 2012, 08:32
>Kann man die überlebenden Leiter dieser Studie - sofern vorhanden - nicht immer noch anklagen?

Ja, das würde man natürlich machen, wenn die Opfer nicht Afrikaner, sondern vielleicht jüdischer Abstammung gewesen wären. Und selbstverständlich würde man die Leiter dieser Studie sofort anklagen, wenn sie aus einem besiegten Land stammen würden.

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