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1954-1962

Frankreichs algerische Hilfssoldaten Gefoltert, ermordet, vergessen



16 Diskussionsbeiträge zu diesem Thema

Letzter Beitrag:

Christian Hippe

4. Juli 2012, 18:28
Kürzlich im SPIEGEL:

http://www.spiegel.de/politik/deutschland/helfer-der-bundeswehr-fuerchten-rache-der-taliban-in-afghanistan-a-833795.html

""Sie werden uns jagen und töten": Hunderte afghanische Helfer der Bundeswehr fürchten die Rache der Taliban, wenn die mehr...

Mathias Völlinger
3. Juli 2012, 13:15
Indochina, Algerien. In beiden Ländern wurde die "nichtsozialistische" Bevölkerung schmählich im Stich gelassen. Vietminh, FLN, Vietcong, Khmer Rouges...

Und die Anführer dieser "Weltverbesserer" hatten fast alle in Paris studiert, mit späterem "Aufbaustudium" in Moskau oder Peking. Ho Ho Ho Chi Minh, Pol Pot et.al. Und Ben Bella musste dann ja auch ins komfortable Exil nach Paris, weil dieser "Dracula" Boumedienne sich in Algerien an die Macht putschte. Die "kleinen" Leute wollten in ihrer Mehrheit nur ihre Ruhe haben...

Ich empfehle diese beiden "Klassiker" der neueren Geschichtsschreibung mal zu lesen:

1. "Der Tod im Reisfeld"
2. "Allah ist mit den Standhaften"

Beide geschrieben von dem so oft besserwisserisch verpönten Journalisten Peter Scholl-Latour

Nichts hat sich verändert, bis heute, weder in Libyen oder in Syrien
Siegfried Wittenburg
3. Juli 2012, 13:35
"Könnten Sieger und Besiegte tatsächlich friedlich zusammenleben?"

Durch das menschliche Dasein zieht sich seit Urzeiten eine Blutspur aus körperlichen und seelischen Wunden. Sieger können Besiegte eventuell noch verzeihen, doch umgekehrt ist es mit unseren menschlichen Fähigkeiten wohl nicht möglich. Damit stößt jeder "Weltverbesserer" an die naturgegebenen Grenzen.

"Die `kleinen´ Leute wollten in ihrer Mehrheit nur ihre Ruhe haben..."

So ist es bis heute.
Michael Schnickers
3. Juli 2012, 14:02
Über die Massaker und Verbrechen der westlichen Armeen in den Kolonialgebieten wurde schon viel berichtet, dass aber für große Teile der dortigen Bevölkerung die wahre Hölle oft erst nach der "Befreiung" losbrach, das wird gerne unter den Tisch gekehrt.
Wieviel zehntausende Vietnamesen vom Vietcong während und nach dem Krieg umgebracht, gefoltert, eingesperrt und "umerzogen" wurden, das interessierte die "Ho-Ho-Ho-Chi-Minh"- Rufer hier und anderswo überhaupt nicht...
Stefan Wogawa
3. Juli 2012, 15:18
Die Art und Weise, wie sich Frankreich in seinen Kolonien benommen hat, ist sicher kein Ruhmesblatt für eine Gesellschaft, die sich selbst als "Grande Nation" sieht. Im Fall von Algerien sollte man dabei u.a. an französische Kernwaffentests denken, an den von Armee und Fremdenlegion äußerst brutal geführten Algerienkrieg und an Verbrechen wie das "Massaker von Paris" (1961). Dass dann algerische Kollaborateure nach dem Waffenstillstand noch derart im Stich gelassen wurden, passt ins Bild.
Wolfgang Rueckert
3. Juli 2012, 16:19
Aus falsch verstandener politischer Korrektheit wird hier nur Frankreich die Schuld gegeben, die trifft aber hauptsächlich die arabischen Algerier, die aber seid 62 auch andere Bevölkerungen unterdrückt und gemordet haben:
- Harkis
- christiliche Araber, egal welcher Konfession
- Magrebinische Juden
- Ansässige Europäier (ich war einer davon)
- die gesamte indigene Bevölkerung des Süden, zB die Tuareg
- die Tamazight -sperechen Bevölkerung des Norden
- ... am liebsten jeden der irgendwie anders ist

Das ganze geschah mit tatkräftiger ideologischer Unterstüzung der deutschen Linken. Ziemlich entgeistert musste ich mir bei der Rückkehr nach Deutschland 1971 von meinen deutschen Lehrern die Verherrlichung der FLN anhöhren. Meine vorsichtigen Versuche einer Differenzierung wurden als "Nazi-Meinung" diskreditiert.
Die Europäier, die verjagt wurden waren nicht nur Franzosen, sondern auch zB Italiener, Spanier, die dort seid Generationen lebten. Man stelle sich vor wir würden hier Migranten, die in vierter Generation hier verdient leben einfach aus dem Land werfen.
Auf der Suche nach dem Motiv für dieses Verhalten, muss man nur schauen, wer danach in die Häuser der Opfer gezogen ist. In dem Haus eines ungläubigen oder Verräters zu ziehen war durchaus toleriert.
Simon Reuter
3. Juli 2012, 17:07
"Die Art und Weise, wie sich Frankreich in seinen Kolonien benommen hat, ist sicher kein Ruhmesblatt für eine Gesellschaft, die sich selbst als "Grande Nation" sieht."
Keine Besserwisserei, aber eine Hilfestellung zur Vermeidung künftiger Peinlichkeiten:
http://de.wikipedia.org/wiki/Grande_Nation
Axel Schudak
3. Juli 2012, 17:21
>und die Schuld dafür trage Frankreich.

In erster Linie sind die tatsächlichen Täter schuldig, in zweiter Linie die FLN die diese Taten gefordert, gebilligt oder zumindest nicht verhindert hat. Erst danach kann man Frankreich irgendwelche Schuld zuweisen.


Peter Knittel
3. Juli 2012, 19:11
Denkste.

Ein Volk das sich mit seiner Revolution der Liberte, Fraternite, Egalite verschrieben hat, wird daran gemessen.
Und für zu falsch, zu unaufrichtig und zu verlogen bewertet.

Niemand hat die Franzosen gezwungen über 100 Jahre die eigenen Ideale in den Staub zu treten.
Amine Houyou
3. Juli 2012, 23:19
The story of the harkis is the story of the begin of the stolen independence by a military-based junta that had nothing to do with the historic and idealistic FLN of the people, who gave the little they had to gain their freedom. This article doesn't mention the suffering of the simple people, of the status of the algerian people in the colonial system, but the suffering of the harkis is suggesting that the whole FLN was fashist. My grand father fought in the FLN of the people (and not that of the boarders who marched in at independence) and retired just on the day he saw those populists reactionists calling for violance and hatred against everything slightly different from the main stream. I think the people of Algeria hoped for freedom from an enslaving colonialism to fall under the heavy and more terrorizing rule of dictatorship. This is what I can say about the sad story of the harkis, who indeed chose the wrong side, but did this in a moment of survival instinct and maybe of unlucky coincidence.
Rolf Radicke
4. Juli 2012, 01:34
>Aus falsch verstandener politischer Korrektheit wird hier nur Frankreich die Schuld gegeben, die trifft aber hauptsächlich die arabischen Algerier, die aber seid 62 auch andere Bevölkerungen unterdrückt und gemordet haben:
>- Harkis
>- christiliche Araber, egal welcher Konfession
>- Magrebinische Juden
>- Ansässige Europäier (ich war einer davon)
>- die gesamte indigene Bevölkerung des Süden, zB die Tuareg
>- die Tamazight -sperechen Bevölkerung des Norden
>- ... am liebsten jeden der irgendwie anders ist
>
>Das ganze geschah mit tatkräftiger ideologischer Unterstüzung der deutschen Linken. Ziemlich entgeistert musste ich mir bei der Rückkehr nach Deutschland 1971 von meinen deutschen Lehrern die Verherrlichung der FLN anhöhren. Meine vorsichtigen Versuche einer Differenzierung wurden als "Nazi-Meinung" diskreditiert.
>Die Europäier, die verjagt wurden waren nicht nur Franzosen, sondern auch zB Italiener, Spanier, die dort seid Generationen lebten. Man stelle sich vor wir würden hier Migranten, die in vierter Generation hier verdient leben einfach aus dem Land werfen.
>Auf der Suche nach dem Motiv für dieses Verhalten, muss man nur schauen, wer danach in die Häuser der Opfer gezogen ist. In dem Haus eines ungläubigen oder Verräters zu ziehen war durchaus toleriert.

Primaer ist und bleibt es die Schuld der ehemaligen Kolonialmacht. Wer immer noch den Algeriern die HAUPTSCHULD geben will, der hat die Vergangenheit nicht aufgearbeitet, eventuell weil er von der Kolonialherrschaft profitierte.

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