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DDR-Indianer

Skalptänze im Wilden Osten



8 Diskussionsbeiträge zu diesem Thema

Letzter Beitrag:

Michael Schmidt

30. November 2009, 18:45
Es war nicht nötig, sich "subversiv" zu verhalten - wie auch immer Sie diesen Begriff belegen - um vom MfS bespitzelt zu werden.
Ich bleibe dabei, es sollte den Indianern NICHT ermöglicht werden, "ihr Leben zu leben". Die Pressung in das Vereins- und Parteiwesen der mehr...

Alex Schroeder
16. November 2009, 16:53
Mein taeglich DDR-Artikel gib mir heut. Amen.
Es gibt doch auch nichts in der DDR was nicht alles von der teuflischen Stasi und den Kommunisten geschickt inszeniert wurde um den armen Buerger hinters Licht zu fuehren. Was fuer ein Paradies doch dagegen jetzt das vereinigte Deutschland ist. Das auch dort der Verfassungsschutz in jeder Moschee sitzt, ist natuerlich was ganz anderes.










Hans Wittmer
16. November 2009, 23:28
Das ständige Giften über die DDR ist einfach maßlos. Ich habe das Spiegelabonnement aus diesem Grunde gekündigt. Ich habe es einfach satt.
Michael Schmidt
17. November 2009, 11:14
Das ständige Infragestellen des diktatorischen Charakters der DDR ist einfach maßlos. Ich habe die Diskussionsbereitschaft mit den Ewig-Gestrigen aus diesem Grunde NICHT aufgekündigt. Ich habe es einfach satt.

Auch wenn man manche Leute nicht mehr in ihrer Meinung beeinflussen kann, ist es dennoch in einer pluralistischen und freiheitlichen Gesellschaft möglich und nötig, auch 20 Jahre nach der Implosion sachlich über deren Charakter zu diskutieren.

Meiner Ansicht nach verdeutlicht die Einmischung von Partei und Stasi in die Indianistik-Bewegung (bsw. Notwendigkeit einer FDJ-Jugendgruppe und Einsatz von IMS) wieder einmal den umfassenden Anspruch auf die Kontrolle und Überwachung der eigenen Bürger, die nicht einmal in ihrer Freizeit ungestört bleiben sollten.
Thomas Glöckner
19. November 2009, 11:36
Herr Schmidt, ob die DDR ein Unrechtsstaat mit diktatorischen Charakter gewesen ist, das wird in Hinblick auf die Geschichte noch zu entscheiden sein. Sie wissen doch, dass sich Zeiten,Systeme,gesellschaftliche Begebenheiten und demzufolge Blickwinkel, mit denen man historische Gegebenheiten einschätzt, schnell ändern können, und dann ist das, was heute angeblich so sicher zu sein scheint plötzlich falsch.
Sie haben aber recht, mit ihrer These, dass die Einmischung des MfS und der SED in die in Frage stehende Bewegung den Anspruch des Staates auf umfassende Kontrolle zeigt, ohne dass man hier schon den Unrechtscharakter ableiten kann, jedoch führt das Objekt der Kontrolle m.E. jeglichen Kontrollversuch schon a priori ad absurdum. Das bemerkenswerte an dem ganzen Thema ist, dass es möglich gewesen war überhaupt diese Indianistik-Bewegung zu gründen, um sich somit Freiräume zu schaffen.
Michael Schmidt
19. November 2009, 19:12
Herr Glöckner, schön, dass es noch Diskussionsbereitschaft gibt!
Der von Ihnen angesprochen "Blick auf die Geschichte" ist doch gerade derjenige, den wir jetzt anwenden können. Sie brauchen diese Aufgabe nicht in die Zukunft zu schieben - genau jetzt sind diese Einschätzungen nötig.

Beim Vergleich der europäischen Diktaturen reiht sich die DDR ohne große Besonderheiten ein - höchstens in Hinblick auf die Überwachungsdichte und Feinheit der Repression (im Gegensatz zur brutalen Mordlust der ersten deutschen Diktatur), die wohl unvergleichlich war.

Im Hinblick auf Ihre zweite Anmerkung verdrehen Sie die Kausalkette: Warum ist der Anspruch auf die Überwachung eines Indianerklubs absurd?
Es ist nicht bemerkenswert, dass überhaupt so ein Klub gegründet werden konnte - bemerkenswert ist, dass SOGAR Indianer in der DDR in einer Parteigruppe sein mussten und eben KEINE Freiräume existieren sollten. Der "Rückzug ins Private" sollte von staatlicher Seite nicht möglich sein.
Thomas Glöckner
20. November 2009, 11:36
Herr Schmidt, ich halte nichts davon unreflektierte Parolen, wie es hier zu oft geschieht, ob in Hinsicht auf die DDR oder in Hinsicht anderer Themen, zu verbreiten, um sich dann wieder in den selbstgewählten Schatten meiner subjektiven Weltsicht zurückzuziehen, sondern ich gebe Ihnen in der Hinsicht recht, dass eine offene Diskussion viel zu selten statt findet, gerade über die DDR und ich sehe nicht ein, warum ich dieser ausweichen solle.
Das Problem, was ich im Zusammenhang mit dem Blick auf die DDR-Geschichte sehe ist, dass dieser Blick m.E. sehr stark getrübt ist durch die Brille, die sich die Geschichtswissenschaft und die öffentliche Meinung, so möchte ich sie mal nennen, seit fast 60 Jahren Bundesrepublik, aufgesetzt hat, wobei ich zu bedenken gebe, dass die DDR und das ganze östliche System für die Bundesrepublik und den "westlichen Staaten" immer eine Art Feind im Kalten Krieg gewesen war.(Dies war natürlich auch umgekehrt, für die DDR der Fall gewesen.) In dieser Tradition sehe ich den Blick auf die Geschichte der DDR immer noch stehen, ohne dass ein notwendiger Grad der Objektivität und Akzeptanz schon erreicht wäre. Natürlich könnten Sie jetzt die Frage stellen, wann dieser denn erreicht wäre?, und ich muss Ihnen antworten, ich weiss es noch nicht.

Wenn Sie meinen, dass sich die DDR, zumindestens von SED-Seite her, im Selbstverständnis als "Diktatur des Proletariats" gesehen hat, dann gebe ich Ihnen in Ihrer Aussage, die DDR sei eine Diktatur gewesen recht, jedoch bin ich mir nicht so sicher, ob man sie in eine Reihe stellen sollte mit der Diktatur des 3.Reiches, oder anderen Diktaturen. Ich denke, dass man nicht voreilig einen diktatorischen Charakter der DDR annehmen sollte, weil das eben die gängige Meinung ist, um dann im Ergebnis dazu zu gelangen, dass die DDR natürlich eine Diktatur, wie das 3.Reich gewesen sei, zu gelangen, sondern man sollte "unbeeinflusst" und "unvoreingenommen", ohne Vor-Meinung an die Untersuchung gehen, ob der DDR ein diktatorischen Charakter zuzusprechen sei oder nicht.

Einen Indianerclub überwachen zu wollen ist m.E. deshalb absurd, weil man sich mit dem Versuch dieses ernstaft zu tun der Lächerlichkeit preis gibt, und sich durch das der Lächerlichkeit aussetzen, zeigt, wie machtlos man eigentlich ist, was gleichzeitig die Autorität des Staates ernsthaft in Zweifel zieht. Dabei weiss eigentlich jeder , dass Indianer Mittel und Wege finden ihre Freiheit auszuleben und durchzusetzen. Der Staat, in unserem Fall vertreten durch das MfS und die FDJ/SED hat mit dem Versuch m.E. zu erkennen gegeben, dass Freiräume nur geschaffen werden können, wenn man ihn bewusst in der Öffentlichkeit der Lächerlichkeit preis gibt und den Zwiespalt zwischen Anspruch und Wirklichkeit aufzeigt.

max muetze
21. November 2009, 01:46
Wie getrübt der Blick von Herrn Schmidt ist, zeigt dieser Satz: "Es ist nicht bemerkenswert, dass überhaupt so ein Klub gegründet werden konnte - bemerkenswert ist, dass SOGAR Indianer in der DDR in einer Parteigruppe sein mussten und eben KEINE Freiräume existieren sollten."

An keiner Stelle heißt es, dass die Indianer in einer Parteigruppe sein mussten. Nur in einem anderen Artikel bei "eines tages" ist zu lesen, dass es innerhalb eines Stammes eine Parteigruppe gab.

Zwar wurden sie bespitzelt, aber es gab die Indianer und ihre Zeltlager, in einigen von diesen wohnten sie auch. Nach der Wende gab es zwar keine Spitzel mehr, dafür aber das deutsche Baurecht, dass diesen Siedlungen den Garaus machte.

Wo werden sich also die Indianer freier gefühlt haben. In der Diktatur, in der sie ihr Leben leben konnten, wenn sie nicht politisch "subversiv" agierten oder in der vermeintlichen Demokratie, die diesem Leben ein Ende bereitete?
Michael Schmidt
30. November 2009, 18:45
Es war nicht nötig, sich "subversiv" zu verhalten - wie auch immer Sie diesen Begriff belegen - um vom MfS bespitzelt zu werden.
Ich bleibe dabei, es sollte den Indianern NICHT ermöglicht werden, "ihr Leben zu leben". Die Pressung in das Vereins- und Parteiwesen der DDR sollte allzu große persönliche Freiheit verhindern.

Auch wenn die Indianer, wie im Gespräch mit dem "Schnellen Pferd" deutlich geworden, unter Nachwuchsmangel leiden, so können sie durchaus in Zeltlagern campen. Glauben Sie, es habe in der DDR keine Bauordnung gegeben?

Ihr Abschlusssatz kann unmöglich Ihr Ernst sein?! Haben Sie sich den Satz mal auf der Zunge zergehen lassen?

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