36 Diskussionsbeiträge zu diesem Thema
Letzter Beitrag:
Andrea Wagner
15. August 2010, 16:25
Ich finde, die Autorin hat irgendwie noch untertrieben hinsichtlich der Manipulation von Menschen, die aus verschiedenen Gründen "labil" sind. Es fängt alles harmlos an mit "Coaching"; sogar von der Steuer absetzbar. Die sogenannten Coaches sind sehr gut darauf
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Niels Woisin
14. April 2010, 13:48
>Erfreulich, dass offenkundig eine neue Generation herangewachsen ist, die kritischer und "erwachsener" ist, als manch ihrer Eltern. Sie haben die richtigen Fragen gestellt. Gratuliere.
Ja, ich gratuliere auch... gottseidank weiss jetzt jeder was wichtig ist: profit, heizkosten, rente und - mit etwas abstand - einen Informationsschatz anzusammeln der so gross ist, das man sich irgentwann mit der Realitaet nicht mehr auseinandersetzen muss.
Uh, welche Fragen hat sie eigentlich gestellt? Fragen die man sofort selbst beantwortet sind ja bekanntermassen rein retorische ueberzeugungs helfer.
Willi Salveter
14. April 2010, 20:26
>Der Kommentar von Tobias Sgier ist in sich schon unlogisch und widerspiegelt nur die uebliche narzzistische Kraenkung aller Adepten. Aus welchen "alten Quellen" soll den ein Artikel ueber Zeitgeschichte denn sonst schoepfen? Eine "Quelle" ist immer "alt", wenn sie authentisch ist. Nur wie man sie auslegt, aendert sich. Das ist Hermeneutik, erstes Semester Geschichte.
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>Der Kommentar ist aber insofern schon wieder interessant, weil er eindrucksvoll belegt, dass die Anhaenger dieses Kults eben jegliches rationales Urteilsvermoegen vermissen lassen - was ja letztlich eine Sekte auch definiert. Ansonsten ist in diesem Kontext Max Webers Herschaftstypologie des "charismatischen Herrschers"'auch nach hundert Jahren noch immer aufschlussreich.
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>Der Artikel ist tadellos recherchiert und auch spannend geschrieben. Ein "EinesTages"-Beitrag, wie man ihn sich wuenscht.
dass Herr Sgier mit "alten Quellen" die unsäglich tendenziöse Berichterstattung über damals noch Herrn Baghwan meint, ist Herrn Kleemann als selbsterklärtem Hermeneutiker leider entgangen. Kontext! Herr Kleemann, gehört zum Grundstudium der Hermeneutik. Vielleicht noch nicht im 1. Semester..
Ich selbst war kein Baghwan-Anhänger, aber ich lese gerne, und gerne gut geschriebenes und natürlich gut recherchiertes.
Falls ich in der Uni gut aufgepasst habe, dann legt die Hermeneutik Wert auf das Studium der Originalquellen. Und was wäre wohl im Falle Herrn Baghwans die Originalquelle? Auch das scheint Herrn Kleemann wenig zu interessieren. Es gibt, wie einige der Beiträge hier erwähnen, hunderte Bücher und sogar Audiobücher von Herrn Baghwan oder Herrn Osho, wie man will, ihm selbst ist das wohl recht egal gewesen.
Dann gibt es noch die Zeitzeugen. Ich könnte mir denken, dass ein guter Historiker dankbar wäre über einige Beiträge hier, denn die stammen ja von Zeitzeugen, die direkt dabei waren. Wertvolles historisches Material!!! von Herrn Kleemann als Hermeneutiker beschimpft und missachtet.. seltsam, seine Gründe kennt nur er.
Nach dem Studium der Originalquellen wäre es gut, die Sekundärquellen zu lesen und natürlich im Kontext ihrer Produktion zu interpretieren. Das alles ist im Falle dieses Artikels nur sehr ungenügend geschehen. Deshalb kann ich es absolut nicht verstehen, dass sich jemand, der hier die Hermeneutik bemüht, diesen Artikel spannend und gut recherchiert finden kann. Aber dann noch Max Weber und die Herrschaftstypologie, das ist genauso dick aufgetragen wie der Artikel, um den es hier geht. Schlichtweg nicht ernstzunehmen und rasch wieder zu vergessen.
Jedenfalls werde ich mich nun gleich der Lektüre des Herrn Osho widmen, da gehts wenigstens lustig zu und spannend ist das allemal.
Hendrik Vilbelmai
14. April 2010, 21:41
Ach wie schön, die Praktikantin durfte auch mal einen Artikel schreiben. Oder vielleicht hat die Journalistik-Studentin ja auch aus ein paar BILD-Stories und einigen knackigen alten Stern-Gescichten eine schöne Hausarbeit zusamengebastelt. Da gibt's sicher einen Schein für und große Ohren bei den Kommiliton/innen, wenn das Referat gehalten wird. Sonst ist nix dran. Zu mir: Zu spät geborener, hat erst 20 jahre hinterher von Osho gehört und gelesen, macht mit großer Freude seit Jahren seine Meditationen und lacht sich eins über die Leute, die von Osho nun wirklich gar nichts verstanden haben - wie Nadine Helms. Kleiner Tipp: Osho mal im Original lesen? Amazon hat Dutzende Bücher im Angebot ....
Christoph Niessner
15. April 2010, 01:12
Sehr verehrte Frau Helms, Sie haben offensichtlich keine Ahnung, wovon Sie schreiben. Es ist wirklich absolut schlecht recherchiert - völlig unabhängig davon, wie Sie die Bewegung oder Osho bewerten - und lässt auf fundamentale Ignoranz schließen. Sie haben sich noch nicht einmal Mühe gemacht, sondern sind einem primitiven Bashing-Instinkt gefolgt.
Die Vorredner haben Ihnen ja schon einige Hinweise gegeben, aber nun mal ganz unverblümt:
Haben Sie jemals ein Buch von Osho gelesen ?
Haben Sie jemals eine Osho-Meditation gemacht ?
Haben Sie jemals eine/n Sannyasin kennengelernt ?
Haben Sie sich jemals mit sich selbst auseinandergesetzt ?
Ihnen fehlen die grundlegenden Kenntnisse, um über sprirituelle Themen sich auch nur zu äußern. Dies dürfte eigentlich vorausgesetzt werden, wenn man auf einer Platform wie Spiegel online schreibt.
Da beginnen aber ernsthafte Zweifel.
Von daher ziehe ich es zunehmend vor, meine Informationen aus der Blogosphäre zu ziehen - dort treffe ich nämlich ernsthafte und engagierte Menschen, die sich nicht so billig wichtig nehmen im Bildzeitungs-Stil.
Nichts für ungut - man lernt ja nie aus.
Samartha Deva
15. April 2010, 07:10
Wow! Schon im 1. Satz gehts los. Tolle Klischees - die Frau hat keinen Schimmer!
Einiges faktisch falsch - gelbe US Schulbusse sind "Großraumbusse", Sex untersagt (kugel mich vor Lachen!). Osho hat Indien wegen Steuerschulden verlassen und ging dann einfach wieder zurück?
Essenzielle Fakten fehlen. US Kampfflugzeuge flogen 30 m hoch im Tal von Rajneeshpuram, Oregon/USA genau zu der Zeit, als am Morgen Meditationen in der Halle durchgeführt wurden. Zelte mit Kommunikations-Apparaten wurden in den Bergen um Rajneeshpuram gefunden. Edwin Meese (US Generalstabsanwalt) wurde von R. Reagan beauftragt, diese "Angelegenheit" in Ordnung zu bringen (frei übersetzt). Osho (Zeitangabe für den Namenswechsel ist auch inkorrekt) wurde nach seiner Festnahme in USA in Gefangenenflugzeug-Transporten durch die Gegend geflogen und man versuchte, ihn unter anderem Namen in einem der Gefängnisse einschreiben zu lassen. Uruguay garantierte zunächst Daueraufenthalt, als dann aber US 6 Mrd Löhne sofort fällig stellt und keine weiteren Löhne bewilligte will muss er das Land wieder verlassen. Wäre vielleicht interessant zu untersuchen, warum das alles passiert. Können einige Leute nicht verknusen, dass andere soziale Strukturen möglich - oder vielleicht von Nöten - sind? Wie war das mit Waco Texas 1993?
Wahrscheinlich alles jenseits von Nadine Helms' Interesse. Sekte, Kult, Ausbeutung der Gehirnlosen - stimmt schon - nur weiter so.
Andreas Kleemann
15. April 2010, 13:26
Zunaechst muss ich Herrn Herr Salveter widersprechen, der weder verstanden hat, was Hermeneutik ist, noch wie die Humanwissenschaften methodisch arbeiten. Von Max Weber hat er zwar gehoert, aber offenkundig da gar nix mehr verstanden, von Religionssoziologie oder gar Goffmanns Theorie der "totalen Institution" weiss wahrscheinlich so soviel, wie Osho von Atompyhsik. Nur so ist zu verstehen, wie jemand gesinnungsethisch so fundierten Unsinn verzapfen kann. Was ich verstehen kann: Natuerlich ist Oshos Lektuere "spannender und lustiger". Sei's gegoennt.
Das reale Leben ist es tatsaechlich meist nicht.
Was schlimm ist an diesen ganzen Kommentaren der Osho-Adepten, und was die angeblich so friedliche Sekte besser kennzeichnet als der eigentliche Artikel, ist die wuetende Intoleranz, die persoenlichen Angriffe, der geradezu in frenetischen Hass auf die Autorin umschlaegt. Insofern ist das gut, dass sich das hier noch mal klar offenbart. Der Autorin wuenscht man jedenfalls ein dickes Fell und... dass sie nicht bald Polizeischutz braucht.
Beruhigend hingegen ist hingegen, dass sich ausser den ergrauten Freizeit-Fundamentalisten hier auf der Kommentar-Seite niemand mehr so richtig fuer das Thema zu interessieren scheint. Daher die krasse Schieflage bei den Kommentaren.
Schliessen wir das Kapitel also und lassen die Adepten mit ihrer lustigen Osho-Lektuere allein.
Der guckt sich das vielleicht aus einer anderen Welt von oben an und lacht sich kaputt. (das war jetzt keine wissenssoziologische Bemerkung, Herr Salveter, sondern ein Joke.)
Wie sagte Walter Cronkite immer so schoen: That's the way it is.
Ulrike Nagel
15. April 2010, 15:30
Ich kann mich in vielem dem vorherigen Kommentar anschliessen. Ich war von 1980 bis 1985 Schuelerin Bhagwans und schreibe inzwischen ein Buch ueber seinen Ansatz zu Sex und Beziehungen im Vergleich zu zwei andern spirituellen Lehrern. Die Frage nach Rajneesh's Integritaet und seinem Einfluss auf uns damals und heute ist sehr vielschichtig und komplex und der Artikel geht eher oberflachlich an viele der Fragen heran. Es hat Jahre gedauert, bis ich verstand, dass auch ein tief korrupter Lehrer mit mehr als zweifelhaften Motiven sehr strarke spirituelle Erfahrungen vermitteln kann. Diese Einblicke in eine hoehere Dimension des Lebens gehen nicht unbedingt mit moralischer Integritaet einher. Rajneesh war auch ein Produkt seiner Zeit und bei weitem nicht der einzige spirituelle Lehrer, der solche Verwirrungen verursachte. Meine eigen Erfahrung war gepraegt von herzloser Promiskuitaet, Arbeit im Sex-Business und Drogenhandel, alles, um mein spirituelles Leben zu finanzieren. Dafuer bin nur ich verantwortlich. Auf der anderen Seite herrschte in Poona und Oregon ein Klima, in dem solche Lebensweisen sehr leicht gedeihen konnten, und dass Rajneesh nie die Verantwortung uebernommen hat fuer das, was um ihn herum geschehen ist, haengt fuer mich auch heute noch wie ein grauer Schleier ueber seiner Arbeit. Mehr zum Thema Liebe in der Zeit von Rajneesh,, auch ein Ausschnitt aus einem Artikel, der in der Info3 zu diesem Thema veroeffentlicht wurde, auf sexliebesinn.wordpress.com
max muetze
15. April 2010, 17:47
Als Spätgeborener und beeinflusst von der negativen Propaganda machte ich stets einen Bogen um Osho. Gerade die Begegnungen mit seinen Anhängern vertieften das Gefühl der Ablehnung.
Das änderte sich, als mir Ende der 90er ein Buch von ihm (im Wortsinn) in die Hände fiel. Ich blätterte darin und war infiziert. Seine Ausführungen zu lesen ist so erfrischend, witzig und anregend für den Geist, dass es mir immer wieder ein Genuss ist.
Zwar versuchte ich seine Ideen in die Praxis umzusetzen, scheiterte aber daran. Denn jenen Grad der inneren Freiheit als Voraussetzung dafür muss man erst erreichen. Man kann sich zwar einreden, dass man frei ist (und der Kopf glaubt es möglicherweise), doch im Erleben spürt man dann die inneren Beschränkungen durch hinderliche Emotionen wie beispielsweise Eifersucht. Dies kann schon frustrierend sein.
Das mag auch der Grund für die Zerrissenheit einiger Sanyassin sein, die ich erlebte. Sie wirkten so bemüht und verkrampft, während sie dauernd von Leichtigkeit und Freiheit redeten. Wie schlechte Schauspieler. Aber mit den Jahren lernte ich auch andere kennen, die meinen Weg kreuzten. Diese waren authentisch und ließen mich sehen, wie selbstverwirklichte Menschen sein könnten.
Olaf Göbel
15. April 2010, 19:18
Ich finde es gut, dass hier mehrheitlich über den Artikel geschimpft wird, denn ich bin derselben Meinung. Ich finde es nicht gut, wie die Autorin beschimpft wird, dies ist mir bei einigen Beiträgen entschieden zu unsachlich!
Frau Helms Umgang mit dem Thema "Osho" bzw. "Bhagwan" (oder, wenn man den Bogen etwas weiter spannt, mit dem Thema "Spirituelle Sinnsuche") ist völlig im Mainstream der reflexartigen Reaktionen auf dieses Thema. Meine Oma (sie wäre jetzt 92 Jahre alt) z.B. hatte immer etwas gegen Farbige, "weil die sich nicht waschen!" So ein Schmarrn! Darüber kann man heute zurecht lachen oder leicht pikiert mit dem Kopf schütteln. Und vielleicht können wir ja in ein paar Jahren oder Jahrzehnten über die reflexartige Abwehr vom allem was irgendwie mit "Spiritualität", "Glaube an etwas Höheres", "Sinnsuche" etc. zu tun hat auch lachen. Ich wünsche es uns! Es ist sehr tragisch, dass wir alles "Transpersonale" oder "Sinnhafte" abtun. Unsere Welt hier im Westen wird innerlich arm dadurch.
Willi Salveter
16. April 2010, 04:36
>
jetzt hauen Sie aber um sich, Herr Kleemann, das ist kein guter Stil..
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