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MC Hammer - "Please Hammer don't hurt 'em" (1990)
Es war 1991 und ich hatte mich gerade von meinem besten Grundschulfreund getrennt - im unüberbrückbaren Zwist zwischen Metalhead (er) und HipHopper (ich). Bis dahin hatten wir beide erst Udo Lindenberg und dann Guns N'Roses gehört und ich hatte meinen musikalischen Hunger mit selbst zusammengeschnitten Best-of-Radio-Mixtapes gestillt. Gerne auch unterbrochen von Abmoderationen oder einem mütterlichen Ruf zum Mittagessen. Mein erster CD-Player brachte da ganz unerhoffte neue Möglichkeiten. Angeschlossen an den mit Aufklebern übersäten Ghettoblaster stand das Ding in meinem Kinderzimmer, glänzend und schwarz. Jetzt fehlte nur noch der erste Silberling - und das musste natürlich ein besonders cooles Album sein. Für unfassbar taschengeldfeindliche 32 Mark erwarb ich das legendäre dritte Album von MC Hammer - "Please Hammer don't hurt 'em". Und übte von da an zu rauschfreien Klängen zungenbrecherische Reime und den Running Man, den später in Hammer Dance umbenannten Tanzstil, mit dem man ehrlich gesagt auch in den Neunzigern eher albern aussah. Nur vom Kauf der passenden Ballonhose konnte mich meine Mutter dankenswerterweise abhalten. Moritz Piehler |
Herzen erobern, Kumpels beeindrucken, Gitarrenhelden hören, als würden sie live im Zimmer spielen: Vor 30 Jahren eroberte die CD Deutschland - und bescherte 25 SPIEGEL-Online-Mitarbeitern unvergessliche Momente. Auf einestages erinnern sie sich an ihren Erstkontakt mit der Silberscheibe.
Dieses Mal, nur dieses eine Mal sollte ich meinen Freunden Jahre voraus sein. Normalerweise kaufe ich technologische Neuerungen erst Jahre, nachdem mein Bekanntenkreis bereits darüber nachdenkt, sie zu ersetzen. Aber beim CD-Spieler war es anders. Und das lag natürlich an der Liebe.
Wir saßen im Reisebus auf Klassenreise im Winter 85/86. Ich blickte auf die langen braunen Haare von Katja, die auf dem Platz schräg vor mir saß. Katja ist das schönste Mädchen der Welt, dachte ich. Da passierte es. Auf einmal erklang im Radio eine Gitarre. Das heißt, eigentlich erklang sie nicht einfach, sie sang regelrecht. Sie ließ das Plappern der Klassenkameraden versinken wie hinter Schaumstoff, und selbst Katja war plötzlich nur noch eine blasse Silhouette. Ich hatte nur noch Ohren für die singende Gitarre. Minutenlang schwelgte ich in ihrem Klang, bis sie erstarb. Ein Radiomoderator sagte: "Das waren die Dire Straits mit 'Brothers in Arms'". Die Dire Straits! Ich war verliebt.
Ein paar Tage später besuchte ich meinen Kumpel Florian. Sein Vater brachte abends eine CD mit nach Hause. "Hier, guck mal, von den Dire Straits." Florian schaute kaum hin. Ich hingegen starrte auf die hellblaue CD-Hülle mit der silbernen Gitarre drauf. Die gleichnamige LP "Brothers in Arms" hingegen war, wie ich bald erfuhr, erheblich kürzer als die CD-Fassung. Lange Instrumentalpassagen waren darauf abgeschnitten worden. Um jeden Gitarrenton hören zu können, brauchte ich also die CD.
Irgendwann im Frühjahr 1986 war es dann endlich so weit: Ich fuhr mit Papa ins Einkaufszentrum, um meinen ersten CD-Spieler zu kaufen. Dafür hatte ich mein Weihnachtsgeschenk und all mein Erspartes zusammengelegt. Klar, dass ich die angebotenen Geräte da besonders skeptisch und ausgiebig auf ihre Qualität prüfte. Erster Test: Der Druck auf die Auswurftaste. Je langsamer die CD-Lade ausfuhr, desto besser das Gerät, das war klar. Zweiter Test: Der Blick auf die Beleuchtung. Dafür den CD-Spieler abdunkeln, indem man die Handfläche über die Kante des Geräts wölbte wie einen Schirm. Blaues Licht wies auf ein wertvolles Modell hin, rotes auf ein schrottiges, grünes auf eines mittlerer Qualität. Wusste jedes Kind.
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