Veröffentlicht: 18.06.2012 Eingereicht von: Hartmut Grenzdörfer
Das Foto stammt aus dem Nachlass der Familie Bergmann aus der Elberfelder Nordstadt. Im Haus in der Hochstraße 23 führte die Familie bis in die fünfziger Jahre eine Schankwirtschaft der Brauerei Wicküler.
Wer kennt das Fabrikat oder den Typ dieses Motorrads? Kann man aus dem Nummernschild den Wohnsitz des Besitzers ableiten?
Als Ergänzung möchte ich noch auf das ungefähre Datum der Aufnahme hinweisen: 1920-er Jahre
Das Motorrad ähnelt in Teilen einer Opel 500 von 1929, zumindest der Motor sieht danach aus, ebenso der Auspuffschalldämpfer.
Die Buchstabenkombination IM auf dem Kennzeichen steht für die Provinz Sachsen.
Dieser Liste nach zugelassen in der Provinz Sachsen:
http://de.wikipedia.org/wiki/Liste_der_deutschen_Kfz-Kennzeichen_%28historisch%29#Kennzeichen_im_Deutschen_Reich_1906.E2.80.931945
Also eine Opel 500 ist es bestimmt nicht, Siehe: http://de.wikipedia.org/wiki/Opel_Motoclub.
Ich tippte erst auf D-Rad, wegen Vorderadführung und Tankform, ist aber nur eine sehr zweifelhafte Vermutung. Es ist definitiv eine Maschine mit Viertaktmotor, DKW fällt also schon mal aus.
Die Rahmenführung über den Tank, die Form des Scheinwerfers sind auch eher typisch für die 20er-Jahre bis in die frühen 30er.
Vieles deutet darauf hin, daß an der Maschine gebastelt wurde. Der Motor ist natürlich ein Viertakter und sieht aus wie der Motor der Opel 500 Motoclub. Aber auch in der Elite-Diamant 500 wurde dieser Motor eingesetzt. Rahmen, Sattel des Fahrersitzes (deutlich erkennbar die Federung) und Tank deuten eher darauf hin, ebenso der Scheinwerfer. Aber die Vorderradgabel sieht anders aus, das Schaltgestänge ebenso, und der Beifahrersitz ist offensichtlich nachträglich angeschraubt. Das Auspuffrohr endet ebenso offensichtlich in einem Schalldämpfer der Opel 500 Motoclub, aber das Endrohr ist deutlich kürzer.
Opel hatte Elite-Diamant übernommen um Produktionskapazität für die eigene Motoradproduktion zu bekommen, es wurden übergangsweise Elite-Diamantmotoräder weiterproduziert, es wäre also durchaus möglich das es sich hier um so eine Art Übergangsmodell handelt, oder jemand hat sich aus beiden Marken etwas eigenes zusammengeschraubt. Und Teile wie die Vorderadgabel stammten meist von Zulieferern, da gibt es bestimmt eine unüberschaubare Vielfalt. Überhaupt gab es damals so viele Hersteller und Marken, da ist gewiß eine Menge unterwegs gewesen was heute nicht mehr dokumentiert oder sonstwie nachweißbar ist.
Danke für die Hinweise, die auch mich zu der Erkenntnis bringen, dass es sich um ein modifiziertes Modell Opel Motoclub 500 handelt. Der Hinweis auf das Kenneichen der Provinz Sachsen führt mich zu einem Verwandten in Bitterfeld, dem das Motorrad gehört haben muss.
Als Besitzer mehrerer Opel-Motorräder kann ich nur sagen, dass dies keine Opel ist. Die Motoclub(1928/29) hat einen Pressstahlrahmen (hier Rohrrahmen).
Das Opel Rohrrahmenmodell (1927/28) ist nahezu baugleich mit Diamant und hat keine Gabel mit Federpaket.
Auch wurde dieser kopfgesteuerte (ohv) Motor bei Opel nicht verbaut.
Für genauere Information empfehle ich unser Forum:
http://210277.homepagemodules.de/
>Als Besitzer mehrerer Opel-Motorräder kann ich nur sagen, dass dies keine Opel ist. Die Motoclub(1928/29) hat einen Pressstahlrahmen (hier Rohrrahmen).
>Das Opel Rohrrahmenmodell (1927/28) ist nahezu baugleich mit Diamant und hat keine Gabel mit Federpaket.
>Auch wurde dieser kopfgesteuerte (ohv) Motor bei Opel nicht verbaut.
>Für genauere Information empfehle ich unser Forum:
>http://210277.homepagemodules.de/
Nach einem Telefonanruf von Herrn Lieschke, einem Motorradexperten aus Dresden, muss ich meine ursprüngliche Bewertung, dass es sich bei der Maschine um ein Opel-Modell handelt, zurücknehmen. Demnach handelt es sich um ein Herbie-Motorrad der Fa. Herbig aus Bad Liebenwerda. Der Motor ist ein sog. 500-er Küchenmotor und wurde in Heilbronn hergestellt.
Ich bin gespannt, ob nun noch weitere Hinweise zu diesem offenbar nicht sehr bekannten Modell eingehen.