Veröffentlicht: 07.01.2013 Eingereicht von: Sascha Laue
In dem langgestreckten Kasten wurde das zu schneidende Material mittels Gewindestange vorwärts gedrückt (mit jeder Umdrehung mit der Scheibe, an der das Messer ist). Der Kasten, mit dem zu schneidenden Material wird mit einem Deckel verschlossen und kann fixiert werden. Die Klinge ist fest an der Scheibe und wir wohl circa 0,5 bis 1 Zentimeter starke Scheiben abschneiden.
Da der alte Auffangbehälter aus Holz ist, denke ich, dass nichts Saftiges wie Obst oder Gemüse damit geschnitten werden kann.
"Marke Eigenbau" ist es wohl nicht, dafür sind die Materialien zu genormt verarbeitet.
Wer hat eine Idee, was mit dieser Schneidemaschine geschnitten wurde?
Ich habe vor vielen Jahren mal auf einem Weihnachtsmarkt eine sehr ähnliche Maschine gesehen. Damit wurden Lakritzen in Scheiben geschnitten.
Ich verstehe das richtig, dass nach dem Schnitt das Schnittgut von der drehenden Spindel in Richtung der Drehscheibe gedrückt wird?
Dann muss das Schnittgut elastisch gewesen sein, da der Abstand von der Spindel zur Scheibe sich ja bis zum erneuten Antreffen der Klinge verringert. Zugleich muss es formstabil genug sein, um den aufgebauten Druck nach Auftreffen der Klinge in eine Horizontalbewegung ableiten zu können. Das Material war nicht hart, da man bei der kleinen Kurbel von einer geringen Schnittkraft ausgehen kann.
Lakritze käme als Material in Frage, nur kann ich mir nicht vorstellen, dass für eine solche Massenware ein derart aufwändiger Zuführschacht (Verschlussdeckel!) und eine solch unhandlich kleine Kurbel konstruiert würde. Auch scheint mir die Auflagefläche der Spindel für Lakritz zu klein, da hätte ich als Auflage einen kleinen Teller vermutet der auch die Torsion ausgleichen würde (in der gezeigten Maschine würde sich Lakritz verdrehen).
Man muss nicht zwangsläufig davon ausgehen, dass der Schnittprozess bis zum kompletten Einfahren der Spindel ausgeführt wurde, es kann auch eine hin-und-her Bewegung mit jeweils einer Umdrehung hin, eine Umdrehung zurück usw. gewesen sein und die Spindel nur für verschieden Längen ausgelegt gewesen sein.
Elastisch, weich, formstabil, keine Massenware... vielleicht Zigarren? Der Abschnitt fällt in den Mülleimer, die angeschnittene Zigarre wird entnommen? Aber selbst dafür scheint mir der Zuführschacht zu umständlich und der Spindelkopf zu klein...
Haben Sie ein Foto vom Messer? Wie lang ist der Zuführschacht? Da könnte man noch etwas hineindeuten.
Es ist eine Tabakschneidemaschine.
Im Schacht ist ein schieberartiges Bauteil verloren gegangen, das die Druckkräfte der Spindel auf den gepressten Tabak überträgt.
Die Funktion des Schachtes ist hier sehr schön zu sehen:
http://www.ebay.de/itm/Alter-Tabakschneider-/280865659309
Allerdings hat der obige Typ einen Hebelschneide, kein Drehrad. Einen Typ mit Drehrad und dafür anderer Zuführung ist hier zu sehen.
Funktion des Schneidrades:
http://www.ebay.com/itm/Antiker-Tabakschneider-TECK-1-Tabakschneidemaschine-Nudelmaschine-Jugendstil-/280922400494?
Ihr Tabakschneider ist eine Kombination aus beiden, Zuführschacht mit Drehradschneide.
Viel Spaß beim Ausprobieren.