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1988

Olympische Momente Sprung, Arzt, Gold


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Der gefährliche Kopfsprung: Am 19. September 1988 bei den Olympischen Sommerspielen in Seoul steht der US-Turmspringer Greg Louganis auf dem Drei-Meter-Brett und bereitet sich auf seinen Sprung vor. Es ist…

Sein Blut färbte das Wasser rot. Bei den Olympischen Spielen 1988 in Seoul verletzte sich ein US-Turmspringer - und holte trotzdem Gold. Zur Einstimmung auf London 2012 zeigt einestages zehn unvergessliche Olympia-Momente. In Teil sieben: Greg Louganis und sein spektakuläres Kopfsprung-Comeback. Von Christian Gödecke


Zweieinhalbfacher Salto rückwärts, gehechtet. Greg Louganis ist ihn in seiner Karriere schon tausendfach gesprungen. Die Arme greifen dabei nach dem Absprung unter die gestreckten Beine, der Körper des Kunstspringers dreht sich, einmal, zweimal - und dann taucht er ein, gestreckt, im besten Fall ohne viel Wasser aufzuspritzen.

In Seoul, in der Qualifikation für das olympische Finale vom Drei-Meter-Brett, macht sich Louganis bereit für diesen zweieinhalbfachen Salto rückwärts, gehechtet. Es ist der neunte von zehn Sprüngen an diesem 20. September 1988 in Südkorea. Louganis - unbesiegt seit der WM 1982, Doppel-Olympiasieger von 1984 - führt deutlich vor der Konkurrenz. Er springt hoch, nur um noch einmal auf dem Brett zu landen und sich erneut abzustoßen. Jetzt ist er in der Luft, greift unter die gestreckten Beine, dreht sich, einmal, zweimal, streckt sich.


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Es gibt diesen Moment bei diesem Sprung, in dem der Hinterkopf des Springers am Brett vorbeirauscht, deutlich meistens, knapp manchmal. Aber diesmal ist etwas anders. Auf den Fernsehbildern sieht man, wie Louganis' Kopf das Brett streift, es schnellt zurück, der König der Kunstspringer plumpst ins Wasser wie ein unbeholfener Junge im Freibad.

Als Louganis aus dem Becken steigt, läuft Blut seinen Rücken hinunter. Es färbt das Wasser rot, Zuschauer auf den Tribünen halten sich erschrocken die Hände vor den Mund. "Ich sah es schon, als er absprang, ich wusste, das würde knapp werden", kommentiert US-Co-Trainer Vince Panzano. Scheitert der beste Kunst- und Turmspringer der Geschichte so kurz vorm Ziel? Nein. Louganis wird mit vier Stichen genäht und kehrt zurück in den Wettbewerb - und bekommt für seinen letzten Sprung des Tages die Bestnote. Am nächsten Tag wird er Olympiasieger. Den Mythos des Unschlagbaren verstärkt dieser Coup nur noch.


Lust auf weitere Olympische Momente? Hier finden Sie die anderen Teile der einestages-Serie

Erst spät fällt ein Schatten auf den makellosen US-Superstar. Als er 1994 seine Homosexualität und seine Aids-Erkrankung öffentlich macht, gesteht Louganis, dass er bereits seit 1988 von der HIV-Infektion wusste. Er habe aus Angst geschwiegen - auch dem Arzt gegenüber, der seine Verletzung bei den Olympischen Spielen behandelte. Ohne Handschuhe.


Zur Einstimmung auf die Olympischen Spiele hat einestages zehn unvergessliche Momente der vergangenen Jahrzehnte gesammelt. Morgen: der britische Läufer Derek Redmond und sein schwerstes Rennen.


Debatte

insgesamt 2 Beiträge zur Debatte
Wolfgang Strübbe am 24. Juli 2012, 18:03
>Der sprung war ein 2 einhalbfacher Auerbach und kein Rückwärtssalto.
>Beim Auerbach springt man vorwärts vom Brett ab und dreht...

Mathias Warmbrunn am 23. Juli 2012, 14:49
Der sprung war ein 2 einhalbfacher Auerbach und kein Rückwärtssalto.
Beim Auerbach springt man vorwärts vom Brett ab und dreht rückwärts.


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