Über einestages

1950

Absurde Filmmonster Ich glaub, mich beißt ein Zombiepudel!


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Der beste Freund des Menschen: Kinder mutieren zu menschenfressenden Zombies und verwandeln eine Leichenhalle in ein Trümmerfeld. So weit, so plausibel die Handlung von "The Boneyard" aus dem Jahr 1991. Doch dann nascht der kleine Pudel einer freundlichen, alten Dame versehentlich ein paar Häppchen von dem verstreuten Fleisch eines zerstückelten Zombies - und verwandelt sich in einen riesigen Zombiepudel.

Mörderbäume, Mutantenschafe, Killerschnecken: In der Geschichte des Horrorfilms haben Regisseure immer wieder irre Ungeheuer erfunden. einestages zeigt die schrägsten Kinobestien - und verrät, welche Drogen Stephen King nahm, bevor er einen wütenden Getränkeautomaten auf die Menschheit losließ. Von Danny Kringiel


Mit einem Hechtsprung rutscht der junge Baseballspieler zur letzten Base, nur Sekunden, bevor der Ball dort ankommt. Die anderen Jungs seines Teams fallen sich mit Jubelrufen in die Arme - das Spiel ist gewonnen! "Ich geb 'ne Runde aus!", sagt der Coach der Jugendmannschaft mit zufriedenem Grinsen und schlendert zum Getränkeautomaten. Er lässt ein paar Münzen hineinfallen, doch nichts passiert. Er drückt erneut. Nichts. Er bückt sich, um ins Fach zu spähen - da feuert ihm der Automat mit voller Wucht eine Limonadendose zwischen die Beine. Die Mannschaft johlt. Doch der Getränkeautomat hat noch nicht genug: Er schießt ihm eine zweite Dose gegen die Brust. Der Trainer krümmt sich vor Schmerzen - und wird von einer dritten Dose an der Stirn getroffen. Leblos sinkt er in einer Lache seines eigenen Blutes zusammen, während die Spieler schreiend vor den Coladosen fliehen, die der mordlüsterne Getränkespender ihnen über das Baseballfeld hinterherschießt.

Blutrünstige Softdrinkautomaten waren noch das kleinste Problem, dem sich die Protagonisten von Stephen Kings Horrorfilm "Rhea M. - Es begann ohne Warnung" 1986 gegenübersahen. Nachdem ein mysteriöser Meteor die Erde passiert hatte, wandten sich plötzlich überall auf der Welt die Maschinen gegen die Menschen: Videospielautomaten hypnotisierten ihre Spieler, um sie dann mit tödlichen Elektroschocks ums Leben zu bringen. Elektrische Geflügelscheren fielen hinterrücks nichtsahnende Köchinnen in Imbissbuden an. Und eine marodierende Horde wildgewordener Rasenmäher, Kettensägen, Geldautomaten, Dampfwalzen, Taschenradios, Lastwagen, Zugbrücken und elektrischer Haartrockner knöpfte sich den Rest der Menschheit vor.


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"Völlig den Verstand weggekokst" habe er sich damals während der gesamten Dreharbeiten, erklärte Stephen King 2002 im Interview mit dem Englischprofessor Tony Magistrale entschuldigend. Kings Stolz auf sein Regiedebüt hält sich daher auch bis heute in Grenzen. Auf die Frage, warum "Rhea M." bis heute seine einzige Arbeit als Regisseur geblieben sei, pflegt er zu antworten: "Schauen sie sich einfach 'Rhea M.' an!" Das ist schade. Denn so fantasievoll der Horror-Großmeister bei der Wahl seiner gewaltbereiten Haushaltsgeräte auch war - es gäbe doch noch so viel mehr Abwegiges, was man auf die Menschheit loslassen könnte.

Zombiepudel und Killerbäume

Wie wäre es zum Beispiel mit einem Killerbaum? Ein Baumstumpf wird einfach von einem mordlüsternen Geist besessen, rupft anschließend seine Wurzeln aus der Erde und marschiert los, um mit grimmiger Miene Menschen zu meucheln? Oh. Sorry, Herr King, die Idee ist ja schon 1957 verfilmt worden - mit dem Horrorstreifen "From Hell It Came".

Na schön, dann so: Ein kleiner, weißer, adrett frisierter Pudel frisst aus Versehen Körperteile eines zerstückelten Zombies und verwandelt sich daraufhin in einen gigantischen Zombie-Pudel mit rasiermesserscharfen Zähnen, Klauen - und rosa Schleifchen im Haar. Und der Clou: Fifi kann nur ins Jenseits befördert werden, indem man ihn eine Stange Dynamit apportieren lässt? Nein, stopp. Das ist auch schon dagewesen: In dem Film " Boneyard" von 1991.

Dann müssen eben größere Geschütze aufgefahren werden. Stellen wir uns folgende Szene vor: Ein zum Zombie gewordener Polizist stellt mit seinem Partner einen Gangster in der Küche eines chinesischen Restaurants. Doch der Verbrecher verwandelt mit Hilfe einer im Kronleuchter versteckten Strahlenwaffe alle Zutaten der Küche in blutrünstige Gegner - woraufhin geifernde Spanferkel, aggressive Lebern und sogar zwei Zombie-Rinderhälften die Polizisten überwältigen. So was Beknacktes hat ja garantiert noch keiner gemacht, oder? Doch: Regisseur Mark Goldblatt in seinem absurden Actionfilm "Dead Heat" von 1988, in dem ein untoter Cop Ermittlungen in seinem eigenen Mordfall anstellt.

Schaut man sich in der Geschichte des Horrorfilms um, so scheint es, als gäbe es absolut nichts, was nicht schon mal kreischenden Teenagern oder auf einer einsamen Landstraße liegengebliebenen Autofahrern an die Gurgel gesprungen ist. Und die Attacke der schrägen Ungeheuer scheint noch lange nicht vorüber: Selbst Stephen King gab 2002 zu, er habe durch seinen Ausflug ins Regiefach "eine Menge gelernt" und habe Lust, es "irgenwann noch mal zu probieren" - dieses Mal allerdings nüchtern.

Bis dahin gibt es aber noch einige irre Horrorfilmmonster zu sehen. Schmunzeln sie mit einestages über die abwegigsten und witzigsten Film-Bestien der Kinogeschichte - vom Monsterkaninchen bis zum Vampirauto.


Debatte

insgesamt 8 Beiträge zur Debatte
Christian Breuer am 27. Juli 2012, 11:08
@Robin Peters: Weil's ein Rattenaffe ist ;) Aber Braindead steht ja auf dem Index, wahrscheinlich deshalb...

Mattes Bergmann am 27. Juli 2012, 11:05
Himmel eins, wenn ich damals nicht so betrunken gewesen wäre! In den 80ern gab es einen Trashfilm, wo ein Monster, das verdächtig nach K*ckwurst aussah aus, der...


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