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Babu an Bord: Wenn der spanische Künstler Salvador Dalí reiste, war sein Ozelot Babu stets an seiner Seite. Und kehrte der Surrealist in einem Hotel ein, verlangte er schon mal von den Angestellten, sie sollen Käfer und Fliegen fangen - als Leckerlis für Babu.
Abgesehen von seinem Fleischhunger sei Babu aber "sehr sanft", beteuerte der exzentrische Maler. Als dennoch ein Gast in einem Restaurant in Manhattan panisch aufschreckte, als Dalí mit seiner kolumbianischen Wildmieze am Nebentisch saß, soll der Künstler erwidert haben: Babu sei eigentlich eine Hauskatze, die er lediglich wie ein Ozelot angemalt habe. Auf dem Foto ist das Globetrotter-Gespann 1968 an Bord der "SS France", gerade im Hafen von New York angekommen, zu sehen. |
Es muss nicht immer Hamster sein: Vielen Prominenten waren Dackel und Co. viel zu gewöhnlich, sie kuschelten lieber mit Schmuselöwen oder gingen mit Waschbären Gassi. einestages zeigt die absurdesten Mitbewohner der Stars - und verrät, welchem Haustier Michael Jackson den "Moonwalk" beibringen ließ. Von Philine Gebhardt und Danny Kringiel
Im Oktober 2009, nur vier Monate nach dem tragischen Tod des Megastars Michael Jackson, veröffentlichte einer seiner engsten Freunde seine "geheimen Tagebücher": In den brisanten Dokumenten schilderte er, wie er mit dem Megastar einige Jahre in einer luxuriösen Wohngemeinschaft gelebt hatte: "Exzentrisch" sei sein Mitbewohner gewesen, mit dem er sich sogar die Toilette geteilt hatte, begann der Jackson-Intimus vorsichtig im Vorwort - und packte dann auf 223 Seiten all die schmutzigen und weniger schmutzigen Details der Jahre aus, in denen er dem kontroversen Megastar näher gekommen war als die meisten Menschen auf dem Planeten.
Doch der angebliche Autor war selbst kein Mensch: Als Urheber der Autobiografie "My Secret Diary: From Swaziland to Neverland" stand auf dem Buchrücken nur "Bubbles". Und auf dem Cover prangte das Bild von einem Schimpansen und Michael Jackson - über ersterem die Aufschrift "Ich", über letzterem die Notiz "mein Haustier".
Natürlich war die Autobiografie des Schimpansen, der in den achtziger Jahren mit Jackson auf seiner Neverland-Ranch gelebt hatte und zuletzt selbst ein Medienstar geworden war, rein satirisch gemeint und nicht wirklich von dem Primaten selbst verfasst worden. Schade, denn Bubbles hätte sicher Interessantes über sein Leben mit dem Star zu erzählen gehabt, das begann, als Jackson Bubbles, damals noch ein Jungtier, aus dem medizinischen Labor in Austin, Texas, freikaufte, in dem der Affe 1983 geboren worden war.
Zunächst lebte Bubbles bei Jacksons Familie in Los Angeles, doch 1988 zog er mit seinem prominenten Halter auf die Neverland-Ranch in Santa Barbara, wo Jackson sich einen ganzen Privatzoo hielt. Doch Bubbles spielte neben all den Rehen, Giraffen und Tigern eine ganz besondere Rolle für den Popstar. Er und der Affe wurden für einige Jahre praktisch unzertrennlich: Jackson kleidete sich im Partnerlook mit ihm und nahm ihn sogar mit ins Tonstudio, als er seine Gesangsspuren für das Album "Bad" aufnahm. Der Sänger tourte mit seinem tierischen Gefährten rund um die Welt - etwa 1988 nach Japan, wo er Bubbles zu Interviews mitnahm und ihn vor laufenden Kameras den etwas unbeholfenen "Moonwalk" vorführen ließ, den sein Tiertrainer ihm beigebracht hatte.
Fast wie ein eigenes Kind
Der Primat wurde fast so berühmt wie sein Herrchen: 1988 schuf US-Künstler Jeff Koons sogar eine Reihe goldener Porzellanskulpturen von Michal Jackson mit seinem weltbekannten Haustier. 2001 wurde eines der Werke bei einer Auktion im New Yorker Sotheby's für 5,6 Millionen US-Dollar ersteigert.
Glaubte man Michael Jackson, so war der Schimpanse für ihn fast so etwas wie ein eigenes Kind: Ihr Essen, so verriet er der Presseagentur AFP in einem Interview von 2003, nähmen sie gemeinsam am Tisch zu sich, mit Messer und Gabel, wie es sich gehört. Und seinen Stuhlgang, so erklärte er stolz, verrichte der Primat "ganz allein" auf der Neverland-Toilette. Mehr noch: Der Affe war angeblich nicht nur stubenrein, sondern half dem Sänger sogar, dessen Stube rein zu halten - indem er Staub wischte.
Jacksons Dienstmädchen gaben indes ein ganz anderes Bild von den Haltungsbedingungen auf der Affen-Ranch ab: Mühselig, so berichtete eine von ihnen, habe sie an die Wand geworfenen Schimpansenkot wegschrubben müssen. Eine andere beschrieb, wie Jacksons Schimpanse sich seine Windel ausgezogen habe und in das Bett des Pop-Königs geklettert sei. Ganz so menschlich, wie der King of Pop es darstellte, waren seine tierischen Mitbewohner scheinbar eben doch nicht.
Und genau da lag das Problem: Als Bubbles geschlechtsreif wurde, musste selbst Jackson einsehen, dass es zu gefährlich wurde, ihn bei sich zu behalten - angesichts der enormen körperlichen Kraft und der Aggressivität, die ein ausgewachsenes Schimpansenmännchen Rivalen gegenüber an den Tag legen kann. Und so musste der Sänger von seinem Haustier, mit dem er über Jahre unzertrennlich gewesen war, Abschied nehmen.
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