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1950-2012

Absurde Ratgeber Hilfe!!!


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Abseilen für Anfänger: Über eine Million verkaufte Exemplare verzeichnet dieser Ratgeber mit dem merkwürdigen Titel in englischsprachigen Ländern. Dabei ist "How to Shit in the Woods" - "Wie man im Wald scheißt" aus dem Jahr 1989 im Wesentlichen ein umweltpolitisches Manifest. Autorin Kathleen Meyer ist genervt von dem unerfreulichen Fladen unter ihrem Wanderschuh, sie kann ihre Ohren nicht länger vor dem "verzweifelten Schrei der Natur" verschließen, die darunter leidet, dass sie von wild schei...enden Menschen verdreckt wird.

In Kapiteln wie "Wenn man kein Loch graben kann" und "Die missliche Lage des einsamen Kackpackers" rät Meyer zu verantwortungsbewussten Geschäften im Wald - ganz im Einklang mit der Natur.

Wie stricke ich auf einem Pferd? Wie zimmere ich meinen Sarg? Und wie gründe ich meinen eigenen Staat? Ratgeber haben auf alles eine Antwort - auch auf Fragen, die wir uns noch nie gestellt haben. Ein Überblick über die skurrilsten Helfer, die je in den Bücherregalen standen. Von Sarah Levy und Christian Gödecke


Stellen Sie sich vor, Sie sind Angler. Und da draußen auf dem Meer, das hat Ihnen ein guter Angelfreund verraten, ist das Paradies. Ein paar hundert Meter vom Ufer entfernt gebe es diesen traumhaften Platz, an dem die Fische entlangschwimmen wie auf einer Autobahn. Sie müssten nur früh am Morgen mit Ihrem Motorboot dorthin fahren, Ihre Angel auswerfen und warten. Und das machen Sie dann auch.

Die Sonne geht gerade auf, als Sie den Außenborder anwerfen und rausschippern. Wenig später kommen Sie an die Stelle, die Ihnen ungefähr beschrieben wurde, machen die Angeln klar und warten. Sie sind nicht allein, ein anderes Boot ankert vielleicht hundert Meter von Ihnen. Als sie nach links schauen, sehen Sie in ungefähr einem Kilometer Entfernung den Kanal, vor dem Sie Ihr Freund noch gewarnt hat. Er werde von großen Schiffen genutzt. Sehr großen. So wie diesem haushohen Südfrüchtefrachter, der sich von rechts nähert. In diesem Moment.

Wir fassen zusammen: Sie sitzen in einem winzigen Motorboot mit zwei Angeln. Ihr Motorboot ankert mitten in der Fahrrinne eines Containergiganten, der mit 15 Knoten angestampft kommt. Klar ist: Sie haben ein Problem. Aber wie lösen Sie das?


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Zum Glück haben Sie auf Ihren Freund gehört und am Abend zuvor aufmerksam noch ein Buch gelesen: "Wie man großen Schiffen ausweicht", zweite Ausgabe, 1993. Und Sie erinnern sich, was der Autor, Kapitän John W. Trimmer, in diesem Fall rät:

Es ist klar, dass das große Schiff direkt auf den Kanal zusteuert, der von zwei Booten blockiert wird. [...] Würden die Boote sich rechtzeitig bewegen und Platz machen, würde das die Situation entspannen. [...] Auf eins können Sie sich verlassen: Das Schiff wird und muss in den Kanal, egal, wie zögerlich sich die kleinen Boote bewegen. Warum also nicht einfach ein bisschen früher platzmachen?

Sie tun also das, was der Ratgeber empfiehlt, und das ist so einfach wie genial: Sie weichen rechtzeitig aus. Und überleben.

"Wie man großen Schiffen ausweicht" erschien 1982 in der ersten Auflage, elf Jahre später legte Kapitän Trimmer die zweite nach. Seine Motivation beschrieb er so: "Es ist mein innigster Wunsch und meine Hoffnung, dass dieses Buch dem Kapitän eines Privatboots als Führer und bester Freund dient, wenn er sich in einer unangenehmen Situation mit einem großen Schiff befindet." Sein Buch ist wahrscheinlich das Standardwerk für das Ausweichen vor großen Schiffen. Ganz sicher ist es ziemlich skurril. Aber auf keinen Fall ein Einzelfall.

Denn es gibt für jede Lebenslage irgendwo einen Ratgeber, und sei diese Lebenslage noch so konstruiert. Oder haben Sie schon mal auf einem Pferd gestrickt? "Die männliche Art zu stricken" (The Manly Art of Knitting", 1972) wendet sich an männliche Strickfreunde und zeigt, wie man als Mann mit erhobenen Stricknadeln durchs Leben geht. Und zwar, wie das Buchcover mit einem reitenden Cowboy beweist, am besten auf dem Pferd. Die Handarbeit, so berichtet der Autor, habe außerdem seine Armmuskeln gestärkt und sein Tennisspiel verbessert.

Ebenso praktisch: Der Bestseller "Wie man im Wald scheißt" aus dem Jahr 1989. In jovialem Ton leitet Autorin Kathleen Meyer Wanderer und Bergsteiger zum eleganten Hinhocken und umweltgerechten Verscharren an. Sie schreibt: "Die Sommer auf dem Fluss haben mich überzeugt, dass gigantische Stromschnellen zu einem verstärkten Hinhocken anregen. Dies ist letztlich einer der Gründe, die dieses Werk haben entstehen lassen, denn die Fähigkeit, elegant in die Wälder zu scheißen (oder überhaupt irgendwo in die Wildnis), ist nicht angeboren." Besonders zu empfehlen: Kapitel 4. Es nimmt sich der "misslichen Lage des einsamen Kackpackers" an.

Sie wollten schon immer Ihren eigenen Staat gründen, haben aber keine Ahnung, wie das mit der eigenen Währung geht? Sie würden sich gern mit Katzen unterhalten? Oder sich einfach nur Ihren eigenen Sarg schreinern? Reisen Sie mit einestages durch die wunderbare Welt der Ratgeber. Und wenn wir Ihnen einen Rat geben dürfen: Klicken Sie bis zum Ende durch!


Debatte

insgesamt 8 Beiträge zur Debatte
Ernst Woll am 28. August 2012, 19:03
Ganz prima, wie Sie die zahlreichen oft vielleicht auch sinnlosen Ratgeber glossieren. Besondere Gefahren sehe ich in den vielen Gesundheitsratgebern, die auf dem Büchermarkt...

Jen Tube am 22. August 2012, 15:27
ich habe selten so gelacht. 1A kommentiert! danke. :D


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