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Flug im Wagen wagen: Verkehrsstaus waren dem US-Ingenieur Henry Smolinski ein Gräuel. Darum erfand er Anfang der siebziger Jahre einen Weg, mit seinem Auto einfach über den Stau hinwegzufliegen. Er schuf den "AVE Mizar", einen umgebauten Ford Pinto, an den Flügel und Propeller einer Cessna Skymaster montiert werden konnten, um damit abzuheben. Auch lästiges Warten auf Taxis am Flughafen, so warb sein Unternehmen, entfielen auf diese Weise.
Doch die abnehmbare Bauweise ging offenbar zu Lasten der Stabilität: Bei einem Testflug am 11. September 1973 löste sich ein Flügel des sonderbaren Flugautos - und Smolinski stürzte in den Tod. Nach dem Unfall wurde die geplante Serienproduktion aufgegeben. |
Den Stau im Pkw überfliegen? Vom Eiffelturm springen und heil landen? Immer wieder wollten Erfinder mit schrulligen Ideen die Welt verbessern und bezahlten dafür mit dem Leben. einestages erinnert an ihre Schöpfungen - von tödlichen Druckerpressen bis zum U-Boot, das sich selbst versenkte. Von Danny Kringiel
In den letzten Sekunden seines Lebens, so "Le Figaro" am 5. Februar 1912, soll Franz Reichelt selbstsicher gelächelt haben. Erstaunlich, schließlich balancierte er am Morgen des 4. Februar auf einem ziemlich wackelig aussehenden Stuhl genau an der Kante der Aussichtsplattform des Eiffelturms. Aber der aus Österreich stammende Schneider war kein Mann, der leicht zauderte - er würde, so hatte er beschlossen, der Welt hier und heute beweisen, wie viel sicherer seine geniale Erfindung sie machen würde: Eine Art Superheldenumhang, der es Piloten erlaubte, im Notfall während des Fluges auszusteigen. Im Sturz entfaltete das Cape sich zu einem Rettungsschirm und ließ seinen Träger sanft zu Boden gleiten. Soweit jedenfalls die Theorie.
Dem gegenüber standen die harten Fakten: 57 Meter unter Reichelts Zehenspitzen lag der Boden, und der Frost hatte ihn tiefgefroren. Sinnend starrte er in die Tiefe, auf die Scharen von Schaulustigen, Fotografen und Journalisten, die sich dort versammelt hatten, um der großen Sensation beizuwohnen. Die Kamera neben ihm nahm bereits auf, doch Reichelt wippte unruhig an der Kante auf und ab. Konzentrierte er sich? Zögerte er? Immerhin: Zwei Jahre lang hatte er das Design des Gleitschirmanzugs verfeinert, ihn immer wieder an Crash-Test-Dummys erprobt. Und einige davon waren nicht am Boden zerschellt. Außerdem war da noch das Geld: Demjenigen, der den ersten funktionierenden Rettungsschirm schuf, winkte der "Lalance-Preis" in Höhe von 10.000 Franc.
Reichelt gab sich einen Ruck: Er breitete die Flügel seines Anzugs aus und sprang. Drei Sekunden später war er tot. Der Krater, den er im zementharten Boden hinterließ, war 15 Zentimeter tief.
Alles geben für den Fortschritt, und wenn es das eigene Leben ist: Das tragische Schicksal des "Fliegenden Schneiders" Franz Reichelt ist kein Einzelfall. Immer wieder in der Geschichte der Menschheit taten sich helle Geister mit scheinbar genialen Erfindungen hervor, die der Menschheit das Leben leichter machen sollten - und ihre Schöpfer am Ende ihr eigenes kosteten.
Sturz in die Tiefe
Viele von ihnen scheiterten wie Reichelt an dem alten Menschheitstraum vom Fliegen. Schon der deutsche Luftfahrtpionier Otto Lilienthal fiel seiner eigenen Eroberung der Lüfte zum Opfer - obwohl es bereits so ausgesehen hatte, als hätte er den Himmel endgültig bezwungen: Im Sommer 1891 war ihm von einem Windmühlenberg bei Derwitz aus in einem abenteuerlich aussehenden Fluggerät der erste freie Gleitflug der Menschheitsgeschichte geglückt - und hatte ihn auf einen Schlag weltberühmt gemacht. Seither hatte Lilienthal immer neue, verbesserte Segelflugapparate aus Weidenholz und Stoff konstruiert und Hunderte weitere Testflüge absolviert, bei denen er immer größere Strecken zurücklegte.
Genau das wurde ihm schließlich, fünf Jahre nach seinem geschichtsträchtigen Jungfernflug, zum Verhängnis: Um weitere Strecken zurückzulegen, musste Lilienthal seinen Gleiter gefährlich langsam fliegen lassen. Wohl aus diesem Grunde geriet sein Fluggerät am 9. August 1896 am brandenburgischen Gollenberg ins Trudeln. Er stürzte aus 15 Metern Höhe ab und brach sich den dritten Halswirbel. Im Koma brachte man ihn per Güterzug in eine Berliner Klinik, wo Otto Lilienthal noch am nächsten Tag starb.
Sie tranken Cholera-Erreger, spritzen sich Pfeilgift oder...
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