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Eine Nase fürs Filmgeschäft: Jennifer Grey spielt im Film Frances "Baby" Houseman. Die damals bereits 27-Jährige gibt einen willensstarken Teenager, der sich in den Mambo-Tanzlehrer in Lederjacke verguckt und über versautes Tanzen seine Sexualität, seine rebellische Seite und letztlich die Liebe entdeckt.
"Dirty Dancing" war der Höhepunkt einer Filmkarriere, die eher schleppend voranging. Davor hatte Jennifer Grey Nebenrollen in Filmen wie Francis Ford Coppolas "The Cotton Club" und "Red Dawn" gespielt. Außerdem mimte sie die nervige Schwester in "Ferris macht blau" - doch eigentlich wollte Grey lieber hübsche Mädchen spielen. In einem Interview von 1987 beschwerte sie sich über eine Filmbranche, die einfach nicht über ihre Nase hinwegsehen wollte: "Ich war zu jüdisch für 'Flashdance'. Und ich schaffte es nicht einmal, den Regisseur von 'Endless Love' zu treffen. Seine Assistentin sagte nur: 'Wir suchen ein schönes Mädchen.'" Und so traf Grey 1990 eine Entscheidung, die ihre Karriere abrupt beenden sollte. Sie… |
"Verbrennen und Versicherungsprämie kassieren!" Das riet ein Hollywood-Produzent, als er "Dirty Dancing" vor dem Start sah - dann wurde der kitschige Low-Budget-Film zum Welterfolg. Viele der Schauspieler gerieten trotzdem bald in Vergessenheit. einestages verrät, was aus Baby, Johnny und Co. wurde. Von Benjamin Maack
Am 17. August 1987 ging Eleanor Bergstein ins Kino. Sie war aufgeregt wie nie. Denn sie wollte sich nicht irgendeinen Film ansehen, sondern ihren eigenen. Einen Film, der von den Jugenderlebnissen der 49 Jahre alten Autorin handelte. Als Tochter eines jüdischen Arztes war sie zusammen mit ihrer großen Schwester Frances in Brooklyn aufgewachsen und hatte als Teenager an Mambo-Wettbewerben teilgenommen. Aus diesem Stoff hatte sie ein Drehbuch gestrickt und hart dafür gekämpft, dass ihre Geschichte es auf die Leinwand schafft. Nun war ihr Traum wahr geworden, der Film war in den Kinos - und die Autorin rechnete mit einem brutalen Flop.
Sie hatte allen Grund dazu. Jahrelang war Eleanor Bergstein mit dem Skript von Studio zu Studio gezogen. "Alle hatten mir gesagt", erinnert sie sich später, "wie sehr sie das Drehbuch hassten." Nachdem alle großen Studios das Projekt abgelehnt hatten, nahm sich Vestron Pictures des Stoffes an - eine Firma, die sich auf den Vertrieb von Heimvideos spezialisiert hatte.
"Wir waren nicht gerade guter Dinge", so Bergstein. Ein Produzent, dem die Chefs von Vestron den fertigen Film kurz vor der Premiere gezeigt hatten, sagte nur: "Verbrennt die Negative und kassiert die Versicherungsprämie." So beschlossen die Finanziers, das Werk ein Wochenende laufen zu lassen, um es direkt danach auf Video rauszubringen. Deshalb war Bergstein im Kino - an diesem Tag und auch die nächsten vier Tage. Sie wollte sicherstellen, dass überhaupt jemand im Saal war.
"Sie können jede Zeile auswendig!"
Doch dann geschah das Wunder: Am fünften Tag war sie in einer Vorstellung im New Yorker Loews Theater. Neben ihr saß ihr Mann und machte eine erstaunliche Entdeckung: In der ersten Reihe des Kinos saßen ein paar Frauen - und sie konnten jeden Dialog mitsprechen. "Weißt du, was das heißt?", fragte er sie. "Es bedeutet, dass sie schon jetzt so oft in dem Film waren, dass sie jede Zeile auswendig können."
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