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"Generation Golf"
Wer ist gemeint? Zwischen 1965 und 1975 in der Bundesrepublik Geborene. Wie ist das Lebensgefühl? Florian Illies beschreibt die "Generation Golf" in seinem Buch als unpolitisch und hedonistisch. Sie sei von Playmobil-Männchen, "Wetten, dass…?" und dem ewigen Kanzler Kohl geprägt worden. Und statt auf Demonstrationen ihre Meinung zu äußern, zelebrierten sie lieber ihre Individualität mit Mode und Marken. Wie war es wirklich? Nicht nur die Markenbewussten fuhren den Golf - und nicht alle waren Hedonisten. Der VW-Bestseller war der Jedermann-Wagen der achtziger Jahre - und machte die politisch unbewegte Generation ebenso mobil wie jene Jugendlichen, die auf dem Weg zur Anti-AKW-Demo waren: Hippies fuhren die abgeranzte Dieselvariante, Yuppies lenkten den GTI in silbermetallic. |
Sind Sie "Generation X"? Ein "Digital Native"? Oder doch "Generation Y"? Seit den Achtzigern werden ständig neue Etiketten für Altersklassen erfunden - eine davon war die "Generation Golf". Zur Vorstellung der neuesten Ausgabe des VW-Bestsellers erklärt einestages die populärsten Generationen-Begriffe. Von Benjamin Maack
Der neue Golf ist ein wenig flacher und breiter als sein Vorgänger und hat eckigere Scheinwerfer. VW rühmt sich außerdem bei der siebten Auflage, rund hundert Kilo Gewicht gespart zu haben. Als Extras kann der Kunde Müdigkeitserkennung, Spurhalteassistent oder eine City-Notbremsfunktion dazuordern. Ein Extra, für das man nicht bezahlen muss, ist allerdings längst nicht mehr erhältlich: Der Golf VII stiftet kein Generationsgefühl mehr. Hat VWs Bestseller das eigentlich jemals getan?
Zwölf Jahre ist es schon her, dass Florian Illies' Erfolgsbuch "Generation Golf" erschien. Darin erhob der Journalist das Gefährt zum Synonym für eine ganze Altersstufe: den Teenagern der achtziger Jahre, dem laut Illies "langweiligsten Jahrzehnt". Er beschreibt eine Generation bequemer Hedonisten, für die Mode und Marken politische Einstellung und den Wunsch nach Revolution ersetzt haben. Der Golf ist schick, neu und der kleinste gemeinsame automobile Nenner. Ein Wagen, den Mama und Papa ihren Nachkommen gern zum Abitur schenken, weil er solide ist und sicher.
Illies machte damit den Begriff zwar populär, reagierte aber auch nur auf eine VW-Werbekampagne, die in den späten neunziger Jahren einfach selbst ihre Zielgruppe zur Generation Golf vereinte. Anfang 1998 blickte Illies in der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" ein wenig ratlos auf die Werbespots von Volkswagen, in der hippe Twens, die ihr Leben mal so richtig selbst in die Hand nehmen, dank ihres VW Golf mobil und flexibel sind.
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